Vom Kampftag zum Feiertag „125 Jahre 1.Mai“

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Gladbeck: Hüßhoff | Bergmann und Geschichtsverein Zeche Graf Moltke

Vom Kampftag zum Feiertag „125 Jahre 1.Mai“

Arbeiterliteraturlesung zum 1.Mai 2015

Der Beschluss des Pariser Kongresses, den Kampf um den Acht-Stunden-Tag als internationale Aktion zu führen, fiel mitten in die größte Streikwelle hinein, die das Deutsche Reich bis dahin erlebt hatte. In Gladbeck auf dem Bergwerk Graf Moltke, gab es bei dem großen Bergarbeiterstreik 1889, die ersten politischen Toten im Ruhrgebiet. Bis Dezember 1889 hatten 18 Gewerkschaften ihre Absicht erklärt, am kommenden 1. Mai zu streiken. Diese Erklärungen waren nicht unumstritten. Im Kaiserreich war die Streikneigung verglichen mit anderen Ländern eher gering. Das hatte nicht nur mit der Schwäche der Gewerkschaften oder dem kühleren Temperament des deutschen Michels zu tun. Als die Maifeier vorbereitet wurde, galt in Deutschland noch das Sozialistengesetz. Die sozialdemokratische Partei, der viele Gewerkschafter nahe standen, war zwar zu den Reichstagswahlen zugelassen, aber als Organisation verboten. Die Unternehmerverbände drohten für den Fall von Streiks am 1. Mai mit Aussperrungen, Entlassungen und Schwarzen Listen. Wer darauf geriet, brauchte sich in seiner Gegend um Arbeit nicht mehr zu bemühen.

Die Sozialdemokratische Partei (SPD) beschloss auf ihrem Hallenser Parteitag im Oktober 1890, den 1. Mai als dauerhaften "Feiertag der Arbeiter" einzuführen. Um der Provokation die Spitze zu nehmen, wollte sie von Arbeitsruhe dort absehen, wo sich ihr Hindernisse in den Weg stellten. Partei und Gewerkschaften machten den Aufruf zum Streik von der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Betriebs abhängig. Wo er nicht möglich war, sollten am ersten Maisonntag Umzüge und Feste im Freien stattfinden.

Der REVAG Geschichtsverein Zeche Graf Moltke 1/4 wird am Freitag den 17.4. 2015 um 18 Uhr am Freizeitreff Karo Schachtstr.51, die 2.Arbeiterliteraturlesung in Gladbeck -Butendorf in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Gladbeck durchführen. Gelesen werden Geschichten und Gedichte zum 1. Mai und zur Arbeiterbewegung der 125 Jahren.

Einführung: Frau Dr. Christine Schönebeck

Lesungen:

· Bürgermeister Ulrich Roland

· Beatrix Petrikowski

· Dr. Christine Schönebeck

· Hans Nimphius

· Walter Hüßhoff

Musikalische Begleitung: Norbert Gerbig mit Liedern zum mitsingen

Für das leibliche Wohl ist gesorgt

Mit freudlichen Glückauf
Walter Hüßhoff
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