Neue Behandlung von Blasenkrebs

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Prof. Dr. Bernhard Planz, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am St. Barbara Hospital, berichtet über neue Therapieverfahren (Foto: privat)

Gladbeck. Das Harnblasenkarzinom ist mit 28.000 Neuerkrankungen pro Jahr die dritthäufigste Krebserkrankung. Die Häufigkeit ist innerhalb von 15 Jahren um 30% gestiegen. Am Gladbecker St. Barbara-Hospital wird ein neues Therapieverfahren mit der Bezeichnung HIVEC (hyperthermische intravesikale Chemotherapie mit Mitomycin) nach Blasentumoroperationen angewandt, um ein Wiederauftreten oder ein Fortschreiten der Krebserkrankung zu verhindern, berichtet Prof. Dr. Bernhard Planz, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am St. Barbara Hospital in Gladbeck, KKEL, im Rahmen eines Workshops vor 20 niedergelassenen Urologen und Ärzten.

Das Verfahren ist eine Kombination aus Chemotherapie und Wärmezugabe. Durch die Erwärmung ist ein tieferes Eindringen des Chemotherapeutikums in die Blasenwand möglich. Dadurch kann das Medikament die DNS-Reihe der Krebszellen besser zerstören.
"Bisherige Studien und die Ergebnisse von den behandelten Patienten in Gladbeck mit dem neuen Therapieverfahren zeigen eine deutliche Senkung der Rückfallrate." berichtet Catejan Nzeh, Funktionsoberarzt der Klinik für Urologie in Gladbeck.
"Aus unserer Erfahrung sind keinerlei ernsthafte Nebenwirkungen bekannt. Die Behandlung dauert ca. 60 Minuten pro Sitzung. Insgesamt sind 6 Sitzungen (1 Sitzung pro Woche) erforderlich.
Anschließend wird die Behandlung beim niedergelassenen Urologen fortgeführt. In 75 % tritt der Blasentumor wieder auf. Auch wenn alle sichtbaren Tumorgewebe operativ mittels einer Elektroschlinge entfernt wurden, besteht trotzdem das Risko, dass einzelne, für den Operateur nicht sichtbare Tumorzellen, in der Blase zurückbleiben. Um das Risiko eines Rückfalls zu verringern, wird anschließend ein Chemo- oder Immuntherapeutikum direkt in die Blase gespült.

Unser Ziel ist, in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Urologen in Gladbeck (Frau Dr.Eichler und Herr Dr. Konstantinou) und den Urologen in anderen Städten im Prostata und Uroonkologiezentrum die Behandlung von Blasenkrebs langfristig zu verbessern und das Risiko eines Rückfalls deutlich zu verringern.
Anhand der bisherigen durchgeführten Studien und unseren Ergebnissen kann mit diesem neuen Therapieverfahren vor allem bei stark gefährdeten Patienten eine längere Tumorfreiheit und Progressionsverzögerung erzielt werden.
Bürger und Bürgerinnen erhalten mehr Informationen bei ihren niedergelassenen Urologen.
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