Sommerzeit - Wespenzeit: Insektenstiche können lebensgefährlich sein!

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Die schwarz-gelben Quälgeister, also Wespen, Bienen, aber auch Hummeln und Hornissen, gehören zum Hochsommer einfach dazu. Ein Stich der Tiere ist grundsätzlich schmerzhaft, löst bei rund 25 Prozent aller Gladbecker Allergien aus. Und für knapp 630 Gladbecker kann ein Insektenstich sogar lebensbedrohlich werden. (Foto: Agentur)
Gladbeck: Stadtgebiet |

Knapp ein Viertel der deutschen Bevölkerung, somit also auch zirka 18.000 Gladbecker, reagiert allergisch auf Insektenstiche – etwa von Bienen und Wespen. Und bei 3,5 Prozent, auf Gladbeck umgerechnet etwa 630 Personen, kann diese Allergie sogar lebensbedrohliche Folgen haben. Für sie besteht die Gefahr, eine anaphylaktische Reaktion oder sogar einen allergischen Schock zu erleiden, wenn sie gestochen werden.

Etwa 20 Menschen sterben bundesweit jeden Sommer an den Folgen dieser extremen allergischen Reaktion. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher ist. „Nur etwa drei Prozent der Deutschen mit einer Insektengiftallergie sind zurzeit ausreichend medizinisch versorgt“, sagt Prof. Dr. Margitta Worm, Allergologin an der Charité in Berlin. „Wer sich nicht behandeln lässt, setzt sich vor allem im Sommer unnötig der Gefahr eines anaphylaktischen Schocks aus.“ Nachweislich ist die Insektengiftallergie der häufigste Auslöser einer Anaphylaxie bei Erwachsenen. Und bei Kindern der zweithäufigste, nach Nahrungsmittelallergien.

Symptome einer Allergie erkennen


Nicht jeder Insektenstich ruft zwangsläufig eine allergische Reaktion hervor. Treten nach einem Wespenstich eines oder mehrere der folgenden Anzeichen auf, rät Prof. Dr. Worm, einen allergologisch tätigen Arzt zu konsultieren:

• Schwellung an der Einstichstelle ist größer als 10 Zentimeter

• Schwellungen bleiben länger als 24 Stunden

• Hautausschlag an verschiedenen Körperstellen

• Schwellungen im Gesicht und am Hals

• Juckreiz an Handinnenflächen, Fußsohlen oder behaarten Körperstellen

Wer ist besonders gefährdet?


Grundsätzlich kann jeder Mensch, der mindestens einmal in seinem Leben von einer Wespe oder einer Biene gestochen wurde, auch eine Allergie entwickeln. Für bestimmte Personengruppen liegt die Gefahr, dass eine allergische Reaktion heftiger und schwerer verläuft über dem Durchschnitt. Dazu zählen:

• Asthmatiker

• Menschen mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

• Personen, bei denen es bereits in der Vergangenheit zu schweren Stichreaktionengekommen ist

Arzt schafft Klarheit


Wer schon einmal gestochen wurde und unsicher ist, ob eine allergische Reaktionaufgetreten ist, wendet sich am besten an einen allergologisch tätigen Arzt in der Nähe. Die Mediziner fragen dann zum Beispiel, welches Insekt gestochen haben könnte und wie der Patient darauf reagiert hat. Ob eine Allergie besteht, kann der Arzt mithilfe eines Hauttestsbestimmen und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Vorbeugen: Notfallset parat haben und impfen


Allergiker laufen bei jedem erneuten Stich Gefahr, einen potenziell lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock zu erleiden. Sie sollten daher jederzeit – und vor allem im Sommer – ein Notfallset bei sich tragen, das unter anderem Adrenalin zur Selbstanwendung beinhaltet. „Eine Insektengift-Immuntherapie – auch Hyposensibilisierung genannt – kanndarüber hinaus Leben retten“, weiß Prof. Dr. Worm. Denn nach dieser Impfung sind 90 Prozent der Patienten beschwerdefrei und ihr Immunsystem reagiert wieder normal.

Die Hyposensibilisierung wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als einzig ursächliche Behandlungsmethode empfohlen. Bei entsprechender Diagnose übernehmen alle Krankenkassen die Kosten der Therapie.

Weitere Informationen zur Vermeidung von Stichen und zum Ablauf der Hyposensibilisierung unter www.initiative-insektengift.de.

Die Initiative Insektengiftallergie


Die Initiative Insektengiftallergie bietet Patienten, Angehörigen und Interessierten Informationen rund um Allergien auf Stiche von Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln. Ziel der Initiative ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren von Insektenstichen, die Auslöser sowie die Behandlung der daraus resultierenden Allergie. Weitere Informationen unter www.initiative-insektengift.de
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