Workshop mit Todesfolge - im Gladbecker Café Stilbruch

Die Kommissarin und der Mörder
 
Manuela Klumpjan
Gladbeck: Café Stilbruch |

Spannend, spaßig, schmackhaft - Krimispieldinner im Café Stilbruch! Am Donnerstag, den 21. Februar wurde im Gladbecker Kult(ur)lokal auf der Rentforter Straße gepflegt gespachtelt und ein Mörder gejagt. Ein Nachbericht von Angelika Körber!

Workshop mit Todesfolge
Premiere im Café Stilbruch (Gladbeck)

Angekündigt war ein "kurzweiliger Abend mit viel Spannung, Gelächter und reichlich Verdächtigungen". Ein ehrgeiziges Ziel. Um es vorwegzunehmen: Kein Wort war gelogen!

Krimi-Dinner kennt ja eigentlich jeder, aber dieses Veranstaltung – ein KrimiSpielDinner – unterschied sich dann doch sehr von anderen Veranstaltungen dieser Art.

Die Rahmenhandlung

Toni Burger führt gemeinsam mit seiner Frau Zenzia einen einsam gelegenen Sennerhof inmitten des wunderschönen Allgäus. Dort führt eine Event-Veranstalterin an den Wochenenden Fasten- und Meditationsprogramme mit den unterschiedlichsten Charakteren durch. Für den Sennerhof ist das eine lukrative Einnahmequelle, denn außer Kräutertee und frische Luft gibt es nichts zu essen und zu trinken. Ganz so friedlich ist es dort allerdings nicht, denn schon am zweiten Tag gibt es einen Toten zu beklagen.
Warum dieser sterben musste, was ein Wollschwein-Workshop unter Männern damit zu tun hat und warum ein Sylter Strandkorb auf einem Sennerhof im Allgäu steht … dies herauszufinden, war die Aufgabe der Teilnehmer.

Zum Ablauf

Auf der kleinen Bühne im Café Stilbruch empfing uns die Spielleiterin und Kommissarin Manuela Klumpjan, zünftig im Dirndl gekleidet. Bis zum Beginn der Veranstaltung gab es, wie es sich gehört, die zur Alm passende Musikuntermalung, wie man sie von After-Ski-Partys kennt, und auch Heino fehlte nicht. Gut, nicht jedermanns Geschmack, aber zur Einstimmung passend.

Eingebettet war das Spiel in ein Drei-Gänge-Menü. Zum Empfang gab es erst mal ein Glas Sekt, hübsch dekoriert mit einer Erdbeere. Als dann alle Teilnehmer eingetroffen waren (insgesamt 29, verteilt auf drei Tische), gab die Kommissarin einen ersten Einblick ins Geschehen, d.h. in die Rahmenhandlung. Während sich schon alle Gäste auf die angekündigte Zwiebelsuppe mit Bergkäse freuten, bekam jeder Tisch Etiketten mit den Namen der Handlungspersonen. Erste Aufgabe war also, die Rollen zu verteilen. Darunter auch die Rolle des Mörders.

Dann endlich kam die ersehnte Zwiebelsuppe (das Warten hat sich gelohnt – sie war köstlich!). Währenddessen verteilte die Kommissarin an jeden Mitspieler einen Umschlag mit 2 Texten: zum einen eine Charakterisierung der Person, die der Teilnehmer darstellte, zum anderen weitere Informationen und Hinweise, die für die Ermittlung wichtig sein könnten. Und ganz wichtig: Jetzt erfuhr der Mörder, dass er der Mörder ist!

Nach der Suppe wurden dann die Personen per Audio-Datei vorgestellt und beim Hauptgang (Kartoffelgratin oder Spätzle, Schweinebraten, Rote-Beete- oder Gurkensalat) ging es dann richtig los: Alle Teilnehmer versuchten, möglichst viele Indizien zu sammeln, um den Mörder möglichst bald zu entlarven. Das war aber gar nicht so einfach! Denn plötzlich wartete jeder mit neuen Informationen auf und bald war es kaum noch möglich, Lüge und Wahrheit zu unterscheiden. Und dabei mussten alle die Wahrheit sagen – bis auf den Mörder. Der sollte lügen, was das Zeug hält, um von sich abzulenken. Aber das brauchte er gar nicht, denn es taten sich auf einmal so viele menschliche Abgründe auf, dass es schien, als hätte wirklich jeder der Anwesenden eine Leiche im Keller.

Alle TatverdächtigenAls dann der Nachtisch gereicht wurde (Tiramisu – und es hieß, sie sei einen Mord wert, was ich gerne bestätige!), war es soweit. Wir mussten uns entscheiden, wer den Mord warum begangen hat. Dazu gab es vorbereitete Kärtchen, auf denen wir unseren Namen, unsere Rolle, den Namen des Täters und seines Motivs aufschreiben sollten.

Nachdem das erledigt war, versammelte die Kommissarin jeweils einen Vertreter der einzelnen Rollen auf der Bühne, um den Fall nun endgültig aufzuklären.
"Eines kann ich schon mal verraten: Wir sind 29 Teilnehmer und haben 33 Namen, wer der Mörder sein soll", begann sie gut gelaunt ihre Überführungsrede.
Nach und nach spann sie die eingangs erzählte Geschichte weiter, entließ die über jeden Zweifel erhabenen Verdächtigen, bis nur noch der Mörder auf der Bühne stand. Immerhin hatten acht der 29 Teilnehmer richtig ermittelt.
Der Mörder – jetzt endlich in Handschellen – musste zur Strafe den Sieger ziehen, der mit einer Flasche Erdbeerbowle für seine Ermittlungsarbeit belohnt wurde.
Wer der Täter war? Das wird natürlich nicht verraten!

Fazit

Was soll ich sagen? Es war nicht nur ein kurzweiliger, es war ein absolut amüsanter Abend, an dem wahrlich viel und herzhaft gelacht wurde. Das Befragen der Verdächtigen hat so viel Spaß gemacht, dass es eigentlich schade war, als dann endlich der Täter feststand.

In HandschellenLeider gab es einen kleinen Wermutstropfen: 29 durcheinanderredende und schreiende Leute waren für die Akustik im Hinterzimmer des Café Stilbruch wohl doch zu viel. Vieles, was am eigenen Tisch gesagt wurde, ging leider unter.

Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Ich glaube, wir waren uns alle einig: Dieser Abend hat sich gelohnt, und es werden hoffentlich noch viele folgen. Ich bin dann mit Sicherheit wieder dabei!


Text: Angelika Körber
Fotos: Harry Michael Liedtke
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3 Kommentare zum Beitrag
12.259
Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr am 24.02.2013 um 19:59 Uhr  
285
Manuela Klumpjan aus Hattingen am 25.02.2013 um 07:04 Uhr  
12.259
Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr am 25.02.2013 um 18:49 Uhr  
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