Migration und Sport

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Walter Schneeloch, Dirk Knappmann, Sharifeh Amir-Molavi und Hartmut Knappmann erhielten die Ehrenurkunde für ihre Bemühungen im Bereich Integration (von li.). (Foto: Foto: Privat)

Wie gewinnt man ältere Migrantinnen und Migranten für Bewegung, Spiel und Sport? Dies ist die zentrale Frage des vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten, zweijährigen Projektes des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) „Zugewandert und Geblieben“. Mit diesem Projekt sollten Migranten ab einem Alter von 60 Jahren erreicht werden.
Diese Bevölkerungsgruppe sollte zu mehr Bewegung und körperlicher Aktivität motiviert werden. Hintergrund ist der Umstand, dass neben der demografischen Entwicklung diese Zielgruppe in den Sportvereinen noch unterrepräsentiert ist und nur schwer über bereits existierende gesundheitsfördernde Angebote zu erreichen ist.

Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin im BMG und Walter Schneeloch, Vizepräsident Sportentwicklung im DOSB würdigten bei der Vorstellung der Ergebnisse am 17. Februar in Berlin auch das herausragende Engagement der 17 beteiligten Sportvereine, darunter auch als einer von drei NRW-Vereinen der Sport für betagte Bürger (SfbB) aus Gladbeck. Vom SfbB Gladbeck nahmen die Übungsleiterin Sharifeh Amir-Molavi, Projektleiter Dirk Knappmann und der Vorsitzende Hartmut Knappmann teil. Aus den Händen von Walter Schneeloch, erhielt die Gladbecker Delegation eine Ehrenurkunde.
„Es ist großartig wie Vereine wie der SfbB Gladbeck hervorragende Lösungen gefunden haben, die vorhandenen Barrieren der Migranten, sich einem Sportverein anzuschließen, zu durchbrechen und Zugangswege zu erschließen“, sagte Walter Schneeloch. „Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Übungsleitungen, mit und ohne Migrationshintergrund, die Projektkoordinatoren , die Netzwerk- und Aufklärungsarbeit betreiben, sowie spezielle niederschwellige Angebote, die auf die Zielgruppe zugeschnitten sind. Die Vermittlung der Erfahrung, dass Bewegung und Sport eine positive Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden haben, sind dabei ein besonderer Schwerpunkt der Ansprache“.

Schon heute leben 1,8 Millionen Migranten über 65 Jahre in Deutschland. Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil bis 2030 auf 2,8 Millionen steigen wird. Vor dem Hintergrund einer generell älter werdenden Gesellschaft ist es für den Sport und die gesamte Gesellschaft wichtig, alle Menschen zum Sport und zu gesunder Lebensweise zu bewegen. „Sport ist die beste Medizin, um auch im Alter fit und beweglich zu bleiben, Kontakte zu knüpfen und miteinander Spaß zu haben. Man ist nie zu alt, mit der Bewegung zu beginnen“, fasste Walter Schneeloch das Grundanliegen des DOSB zusammen. Auf Grund seiner jahrzehntelangen Erfahrungen im sozialen Altensport, im Gesundheitssport und in der Integration bot sich der SfbB als eines der drei Pilotprojekte in NRW an.

Um den Zugang älterer Migranten arbeitet der SfbB sehr eng mit dem internationalen Mädchenzentrum, sowie dem städtischen Seniorenbeirat, dem Integrationsrat und dem Amt für Integration und Sport zusammen. Sehr beliebt sind die Angebote zur Wassergewöhnung und Schwimmen lernen, die kulturell bedingt als eigenständige Kurse für muslimische Frauen angeboten werden. Mittlerweile haben schon 33 Frauen erfolgreich das Seepferdchen absolviert. Bauchtanz trifft Zumba und Nordic-Walking in den Braucker Alpen und Stepp-Aerobic erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Zum Abbau etwaiger Barrieren werden im außersportlichen Bereich gemeinsame Kinobesuche und interkulturelle Frauenfrühstücke angeboten. Viele der Frauen mit Zuwanderungsgeschichte haben bereits den Weg in die Vereinsfamilie gefunden und sind Mitglied geworden. Als Zukunftsaufgabe sieht der SfbB die Mobilisierung der Männer mit Zuwanderungsgeschichte für den Sport in der Vereinsfamilie.
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