Gladbecker Taubensportler: Fischer-Tauben flogen der Konkurrenz auf und davon

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Eine einzige Erfolgsgeschichte ist die Jungtier-Flugsaison 2016 für Franz Fischer aus Rentfort: Von 30 möglichen Preisen sicherten sich seine Tiere bei den Flügen der "RV Bottrop" 29 Preise. Bester Vogel aus der Zucht von Franz Fischer war dabei der Vogel "514". Foto: Rath

Rentfort. Franz Fischer ist seit Jahrzehnten mit der heimischen Taubensportszene verwachsen. Seinem Hobby ist der Rentner aus Rentfort bis zum heutigen Tage treu geblieben. Auch, nachdem er sich aus sportlichen Gründen dem "BZV Ruhrbote Kirchhellen" angeschlossen, der seinerseits Mitglied der "Reisevereinigung Bottrop" (RV Bottrop) ist.

"Es mangelt uns einfach an Nachwuchs," bedauert Franz Fischer. Ein Problem, das nahezu für alle Taubensportvereine in Deutschland gilt. Die "RV Bottrop" indes zählt deutlich mehr Mitglieder als die "RV Gladbeck". Und das war für Franz Fischer der Grund für seinen Wechsel in die Nachbarstadt. "Der sportliche Vergleich mit mehr Mitbewerbern macht mir einfach mehr Spaß."

Und "Spaß" hatte Fischer in der zurückliegenden Flugsaison allemal. Auch wenn die Frühjahrs-Reisesaison mit den Alttieren für Fischer eher "durchwachsen" verlief. 40 Tiere schickte er und bei den ersten vier Preisflügen gab es durchaus Erfolge zu verbuchen. Doch dann endete die Erfolgsserie abrupt. Woran es lag? Franz Fischer zuckt mit den Schultern. "Das ist manchmal eben so!"

Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte stellt aber die Herbst-Flugsaison mit den Jungtieren dar: Ganz souverän sicherte sich Franz Fischer den begehrten Meistertitel, denn bei den sechs Preisflügen der "RV Bottrop" holten seine Jungtauben 29 von 30 maximal möglichen Preisen. "Das macht einen Taubensportler natürlich stolz," gesteht der frischgebackene Champion ein. Beim ersten Jungtier-Preisflug der "RV Bottrop" waren immerhin 76 Schläge mit exakt 2.206 Tauben am Start.

In der Wertung "Bester Vogel" brachte es die Nummer 514 von Franz Fischer mit sechs Preisen auf den dritten Rang und mit ebenfalls sechs Preisen folgt ein zweites Tier aus der Erfolgszucht auf Platz fünf. In besonders guter Erinnerung bleiben wird der vierte Preisflug, bei dem sechs Fischer-Tauben unter den zehn schnellsten Tieren des Tages waren, im Konkurs die Plätze 2 bis 5 belegten. Und beim Preisflug ab Haiger ließ eine Taube aus dem Fischer-Schlag alle Konkurrenten hinter sich, errang den 1. Konkurs.

So reichte es in der Wertung "RV-Generalmeisterschaft" für Franz Fischer mit 53 Preisen immerhin noch zum 12. Platz. Auch in der Regionalwertung "Jungtiere" belegt Fischer den 12. Rang. Die "VB-Bronzemedaille Jungreise", die "TG Jungtauben-Meisterschaft Benannte" und die "VB-Jungtauben-Meisterschaft" komplettieren die Titelliste der Flugsaison 2016.

Leider musste Franz Fischer auch Verluste registrieren. Rund 20 seiner insgesamt 100 eingesetzten Tiere fanden nicht mehr den Weg zurück zum heimischen Schlag. Eventuelle Gründe hierfür gibt es viele. Nicht selten fallen die Tauben auch Greifvögeln zum Opfer.

So glaubte Franz Fischer auch eine seiner bis dahin erfolgreichsten Jungtauben verloren zu haben, die am 7. September ab Eckenhagen (Bergisches Land) an einem Trainingsflug teilnahm. Bis zu ihrem Verschwinden führte die Taube die Wertung "Bestes Jungtier" der "RV Bottrop" an. Drei Wochen später dann die überraschende Wende: Franz Fischer erhielt einen Anruf aus dem südwestfälischen Morsbach. Dort hatte ein Bewohner das erschöpfte Tier gefunden, aufgepäppelt und anhand der Beringung den Besitzer ausfindig gemacht. Es versteht sich von selbst, dass Franz Fischer nur wenige Tage später nach Morsbach eilte, um das Tier abzuholen.

Natürlich hofft Franz Fischer nun darauf, auch im Jahr 2017 zu den erfolgreichsten heimischen Taubensportlern zu gehören. Die Vorbereitungen hierzu laufen bereits, wobei der Rentforter erneut eng mit seinem Züchter- und Vereinskollegen Gerd Schmidt aus Butendorf zusammenarbeitet. "Wenn ich Tauben schicke, die nicht aus meiner eigenen Zucht stammen, dann sind es Tiere aus der Zucht von Gerd," gibt es ein dickes Dankeschön von Franz Fischer in Richtung Gerd Schmidt, der somit ja zumindest indirekt an der "Jungtier-Erfolgsgeschichte" seinen Anteil hat.

Zu anderen Gladbecker Taubensportlern unterhält Franz Fischer natürlich ebenfalls weiterhin enge Kontakte. So macht er sich jeden Dienstag und Donnerstag auf den Weg in die Fußgängerzone, wo sich die "Taubenväter" in einem Cafe stets zum "Stammtisch" zusammenfinden. "Wir werden aber immer weniger," bedauert Franz Fischer und hofft insgeheim doch darauf, dass die "Rennpferde des kleinen Mannes" auch künftig ihre Runden über den Dächern Gladbecks drehen werden.
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