REVAG Geschichtsverein: "Maloche, Musicals und Migration"

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In gemütlicher Frühstücksrunde im FZT Karo wurden die Pläne für das Jahr 2013 geschmiedet. Mit am Tisch: Die Gladbecker Autoren Beatrix Alfs und Michael Petrikowski (rechts im Bild).

Stillstand ist dem REVAG Geschichtsverein ein Fremdwort. Das wurde beim Bergmannfrühstück im Freizeitreff Karo und der Vorstellung aller kommenden Projekte überdeutlich.

Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen sich die Mitglieder nicht nur um bei Kaffee und Brötchen Erinnerungen an vergangene Zeiten auszutauschen, sondern hauptsächlich um geplante Konzepte in die Tat umzusetzen. „Der jungen Generation die bedeutende Geschichte ihrer Heimatstadt zu vermitteln, liegt uns besonders am Herzen,“ erklärt Walter Hüßhoff, REVAG. „Die Historie erlebbar machen, erinnern und für spätere Generationen konservieren. Das ist unser Ziel.“
Aus diesem Grund ist in Zusammenarbeit mit der Willy-Brandt-Schule geplant, einen „Türstockausbau“ in der Maschinenhalle Zweckel entstehen zu lassen.
Wie die Welt der Bergleute damals „Unter Tage“ aussah, wird im Original-Maßstab „Über Tage“ für die Schüler greifbar gemacht. Im Karo sollen bald regelmäßig „Literarische Filmabende“ stattfinden.
Überhaupt begleitet der Geschichtsverein mehrere Projekte in Kooperation mit Gladbecker Schulen, wie die Entstehung der größte Krippe der Stadt zusammen mit der Erich-Fried-Schule; oder die Schüler-Musicals „König Zeche“ und „Ich will leben!“ im vergangenen Jahr.

Insbesondere sollen Kinder mit Migrationshintergrund von den Angeboten profitieren, um die Identifikation mit der Heimat zu stärken.
Auf Initiative des REVAG wird die gesamte Bergbau-Historie Gladbecks nun in dem Buchprojekt „Gladbecker Lesebuch - Bergleute erzählen“ aufgearbeitet. Dabei wird der Geschichtsverein von den Autoren Beatrix Alfs und Michael Petrikowski unterstützt, die beide in Zechensiedlungen aufgewachsen sind und bereits mit Recherchen zum Thema „Unter Tage“ vertraut sind.

In dem chronologisch aufgebauten Band wird die Geschichte aus Sicht der Bergleute ab 1871 dokumentiert - von der Industrialisierung über das NS-Regime bis zur Migration seit den 1970er Jahren von der ersten bis zur dritten Gastarbeiter-Generation.
Ehemalige Kumpel erzählen in Interviews und Kurzgeschichten aus ihrem frühen Leben im Kreise der Familie, dem teils schwierigen Verhältnis zum Vater und ihrer Kindheit im Dritten Reich, dem ein eigenes Kapitel zuteil wird. Gedichte und Zeitzeugen-Dokumente, wie Illustrationen der „Gladbecker Schubiacks“ (Edelweißpiraten, die sich um 1940 gegen das Regime auflehnten und eigene Zeltlager organisierten) ergänzen die Biografien zusätzlich.

Bislang wurde schon viel Material gesichtet, so wird im Lesebuch, dass bis Ende 2014 fertig sein soll, auch Wissenswertes zu allen Schachtanlagen im Stadtgebiet zu finden sein. Gladbecker, die etwas Interessantes beitragen möchten, sind eingeladen, sich an jedem ersten Mittwoch im Monat mit an den gedeckten Tisch zu setzen und ihre Geschichte zu erzählen.
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