Silvester: Bei der Gladbecker Feuerwehr (k)ein ganz besonderer Tag

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Auch viele Gladbecker begrüßen das neue Jahr mit Feuerwerk. Für die Feuerwehr bedeutet dies in der Regel ein deutlich erhöhtes Einsatzaufkommen in der Silvesternacht. Doch die Einsatzkräfte sind auch zum Jahreswechsel 2017/2018 wieder bestens gerüstet. (Foto: Pixabay)
Gladbeck: Feuer- und Rettungswache |

Gladbeck. In jedem Jahr ist Silvester für die Feuerwehr Gladbeck, so wie für die meisten anderen Feuerwehren in ganz Deutschland, eine der arbeitsreichsten Nächte des Jahres. Durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk, übermäßigen Alkoholkonsum oder Unachtsamkeit, gibt es in dieser Nacht doch deutlich mehr Einsätze als üblich.

Wie aber läuft aber ein solcher Tag auf der Feuerwache ab? Der Arbeitstag beginnt wie jeder andere auch. Es wird ganz normal Arbeitsdienst geleistet. Das heißt: Schläuche waschen, Atemschutzgeräte prüfen, reinigen und desinfizieren sowie Fahrzeuginstandhaltung. Der Einsatzdienst läuft dabei wie gewohnt weiter.

Spezielle Vorkehrungen werden für die Jahreswechsel-Nacht aber dennoch getroffen. So werden vorab bereits einige Atemschutzgeräte, Atemschutzmasken und Schläuche in der Nähe der Fahrzeuge bereitgelegt, um nach einem möglichen Einsatz die Fahrzeuge schnellstmöglich wieder einsatzbereit zu machen. „Für die diensthabende Wachabteilung ist es also auf jeden Fall immer eine besondere Schicht“, so Oberbrandmeister Sven Runge, „Man lässt das abgelaufene Jahr Revue passieren und verbringt zum Abschluss noch einmal eine tolle Schicht“.

Erfahrungsgemäß brennt es in jeder Silvesternacht häufiger als an anderen Tagen. Doch es sind nicht immer große Brände, wie ein Dachstuhl- oder Wohnungsbrand, die die Feuerwehr fordern: „Viel eher haben wir es mit Müllcontainerbränden oder Bränden von Gestrüpp oder Bäumen durch fehlgeleitete Raketen zu tun“, so Runge. „Gerade um kurz nach Mitternacht treten diese Einsätze gehäuft, zum Teil auch parallel, auf.“

Wie kann die Feuerwehr diese Einsätze aber dennoch schnell abarbeiten? In den letzten Jahren hat in Gladbeck die Freiwillige Feuerwehr die hauptamtlichen Kräfte in der Silvesternacht unterstützt. Die Kameraden feierten mit ihren Partnern und Kindern in den über das Stadtgebiet verteilten Feuerwehr-Gerätehausern. So war ein schnelles Ausrücken jederzeit gewährleistet – vor allem dann, wenn die hauptamtlichen Kräfte bereits in einem anderen Einsatz gebunden waren. Auch in diesem Jahr kommt die Freiwillige Feuerwehr wieder in den Gerätehäusern für gemeinsame Silvesterfeste zusammen. "Das gemeinsame Feiern ist natürlich eine super Sache. Es stärkt den Zusammenhalt innerhalb der Löschzüge und unterstützt nebenbei auch die beruflichen Kräfte der Feuerwehr“, freut sich Thorsten Koryttko, Leiter der Feuerwehr Gladbeck.

Und wie läuft der restliche Tag bei der hauptamtlichen Wachbereitschaft ab? Nachdem der Arbeitsdienst erledigt ist, beginnt in der Wache an der Wilhelmstraße die Bereitschaftszeit. Und an Silvester gibt es immer etwas Besonderes zu Essen. In diesem Jahr hat die diensthabende Wachabteilung einen Dönergrill angemietet und so wird es hausgemachten Döner geben. Anschließend beginnt die gemeinsame Abendgestaltung mit gemütlichen Beisammensitzen und dem ein oder anderen Gesellschaftsspiel.

Um Mitternacht trifft sich die komplette Wachabteilung dann auf dem Hof der Feuerwache, um mit Orangensaft oder alkoholfreiem Sekt auf das neue Jahr anzustoßen.

„Erfahrungsgemäß dauert es dann keine fünf Minuten, bis das erste Fahrzeug oder der komplette Zug die Wache zum ersten Einsatz des Jahres verlassen muss“, so Runge. „In der Regel wird es gegen vier Uhr in der Nacht etwas ruhiger, was die Einsätze für den Löschzug betrifft. Dafür steigen aber die alkoholbedingten Fahrten für den Rettungsdienst.“ „Vorhersehbar ist ein Ablauf einer solchen Nacht nie“, ergänzt Thorsten Koryttko. „Wir können da nur reagieren und unsere Hausaufgaben im Vorfeld erledigen.“

In den letzten Jahren konnte man vermehrt von Übergriffen auf Rettungskräfte lesen. Thorsten Koryttko hat hier eine klare Meinung: „Auch in Gladbeck gab es in den Silvesternächten immer wieder Übergriffe. So wurden Einsatzkräfte gezielt mit Raketen beschossen und mit Böllern beworfen. Glücklicherweise haben wir bisher keine schwerverletzten Kollegen beklagen müssen. Aber auch verbale Entgleisungen gibt es regelmäßig. Man versucht das dann einfach zu überhören. Dennoch nagt es an den Kollegen, wenn sie von Unbekannten grundlos angegangen werden. So sollte ein neues Jahr für niemanden starten.“

Trotz aller Widrigkeiten freuen sich die Kollegen auf die Silvesterschicht. Thorsten Koryttko möchte zum Abschluss noch eine Bitte an die Gladbecker Bürger richten. „Bitte räumen Sie nach dem Abfeuern des Feuerwerks die Kästen, Batterien und Flaschen von der Straße. Wenn wir Slalom zum Einsatzort fahren müssen oder auf der Fahrt mehrmals aussteigen, um uns den Weg freizuräumen, geht uns im Zweifel wertvolle Zeit verloren.“ Auch viele Gladbecker begrüßen das neue Jahr mit Feuerwerk. Für die Feuerwehr bedeutet dies in der Regel ein deutlich erhöhtes Einsatzaufkommen in der Silvesternacht. Doch die Einsatzkräfte sind auch zum Jahreswechsel 2017/2018 wieder bestens gerüstet.
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