Wird auch Gladbeck eine "Inklusive Gemeinde"?

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Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann (Mitte). unser Foto zeigt ihn gemeinsam mit Bürgermeister Ulrich Roland (rechts) und SPD-Ratsherr Volker Musiol (links), war bei dem Vortragsabend „Auf dem Weg zur Inklusiven Gemeinde“ ein gefragter Gesprächspartner.
Gladbeck: Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Postallee 12 |

Im Rahmen der Ausstellung „menschlich Bethel“ war jetzt Dietmar Bergmann, Bürgermeister von Nordkirchen im Münsterland, zu Gast in Gladbeck. Auf Einladung des „Fachausschusses für Bildung der Evangelischen Kirchengemeinde Gladbeck“ referierte Bergmann im Dietrich-Bonhoffer-Haus über das Thema „Auf dem Weg zur Inklusiven Gemeinde“.

In seinem Vortrag skizzierte der Gast die Herausforderungen einer Gemeinde, Menschen mit Behinderung möglichst alle Lebensbereiche zugänglich zu machen. Denn im Rahmen der „Regionalen 2016“ hat man im Münsterland die Projektstudie „Nordkirchen auf dem Weg zur Inklusiven Gemeinde“ erarbeitet.

Und dabei steht nicht der Bildungsbereich im Mittelpunkt, weshalb der Referent in seinen Ausführungen schwerpunktmäßig die aktuellen Handlungsfelder in den Bereichen „Beruf“ sowie „Wohnen und Leben“ beschrieb.

Spezielle Arbeitsplätze zur Verfügung stellen


So gibt es in Nordkirchen bereits einen speziell eingerichteten Unternehmerstammtisch, bei dessen Treffen schon die Möglichkeiten einer Beschäftigung von Menschen mit Behinderung thematisiert wurden. Auch erste konkrete Vorschläge gibt es bereits, wie zum Beispiel für einen integrativen Hotel-/Gastronomiebetrieb. Ganz konkret geworden ist schon die Planung einer Großküche, die die örtlichen Schulen versorgen soll. Gedacht wird auch an den Aufbau einer Personalleasing-Agentur, um Menschen mit Einschränkungen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.

Im Bereich „Wohnen und Leben“ will man im Zentrum von Nordkirchen Wohnformen ermöglichen, die das Miteinander fördern. So soll im Rahmen eines Quartiermanagements neben Unterstützung auch Hilfe zur Selbsthilfe organisiert werden. Hinzu kommt natürlich der barrierefreie Umbau des Straßenraums, wobei diese Arbeiten im Nordkirchener Zentrum schon abgeschlossen sind.

Ständiger Dialog mit allen Beteiligten


In seinen Ausführungen machte Dietmar Bergmann mehrfach ausdrücklich darauf aufmerksam, dass ein solches Projekt nur im Dialog mit allen beteiligten Institutionen und den handelnden Personen möglich sei. Erforderlich sei zudem eine öffentliche Kommunikation und eine positive Begleitung des Projektes durch die Medien.

Dem Vortrag schloss sich unter der Moderation von Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup eine Diskussion an, an der auch Bürgermeister Ulrich Roland teilnahm.

Nachrichten bitte in „einfacher Sprache“


Und es gab sogleich Anregungen, wie die Erleichtung der Teilnahme von Menschen mit Behinderung am öffentlichen Leben durch Vereinfachungen alltäglicher Selbstverständlichkeiten realisiert werden könnte. Genannt wurde die Nutzung von Fahrkartenautomaten, eine bessere Verständlichkeit von Formularen und auch die Aufbereitung von Nachrichten in Printmedien in einer „einfachen Sprache“. So wurde kritisiert, dass es kaum Fernseh-Nachrichtensendungen mit Gebärdensprache-Übersetzung gibt.
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