Pflanzen tauschen und verschenken

Anzeige
Der ewige Kreislauf des Lebens: Ein Vorbild für unseren Konsum
Goch: Pfälzerheim |

Am gestrigen Samstag, den 04. Oktober 2014, fand im Rahmen des Pfalzdorfer Erntedankfests der 2. Pälzer Blumentausch statt.

Als ich den Werbeflyer für diese Veranstaltung in den Händen hielt, hab ich mich sehr gefreut. Genau so sollte meiner Ansicht nach das Zusammenleben von Menschen funktionieren. Wenn jeder der Gesellschaft das zur Verfügung stellt, was er übrig hat, was er nicht mehr braucht oder wovon er mehr hat als er braucht, können sich Alle über neue Dinge freuen, ohne dass unsere Überflussgesellschaft noch mehr produzieren muss und damit noch mehr Ressourcen ünnötig verschwendet. Und besonders schön daran ist, dass Geld dazu völlig unnötig ist. Klar kann Geld als Tauschmittel verwendet werden. Aber der direkte Tausch ist doch viel schöner. Und noch schöner ist das Schenken.
Begeistert von der Idee habe ich dann den Überfluss unseres Gartens in den Fahrradhänger gepackt und bin bei strahlendem Sonnenschein nach Pfalzdorf geradelt. Einer der ersten Umsetzungen von meinem Traum von der Zukunft konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Am Pfälzerheim angekommen gesellte ich mich zu den anderen Hobbygärtnern. Jeder bekam eine Spendendose, denn die, die nichts zu tauschen hatten und doch das Gefühl hatten etwas für ihr Geschenk geben zu müssen, wurde ermöglicht an den Verein Asylbetreuung Goch e.V. zu spenden. Die können das Geld gut gebrauchen, denn leider lassen heute noch die meisten Menschen ihre Stärken nur gegen eine Bezahlung in die Gesellschaft einfließen. Da ist keinem ein Vorwurf zu machen, denn wir wurden alle darauf konditioniert, dass Leistungen nur durch Gegenleistungen - bevorzugt in Form von Geld - zu erhalten sind. Auch wenn das Geld für einen guten Zweck ist, konnte man dies auch beim Blumentausch immer wieder bemerken. Kaum einer konnte mit dem Gefühl leben beschenkt zu werden ohne eine Gegenleistung zu erbringen. Da wollten sogar Konditionen ausgehandelt werden wieviel für ein bestimmtes Geschenk als Gegenleistung gespendet werden sollte.
Der direkte Tausch ist einfach in uns verankert. Wir können uns nur schwerlich davon lösen. Doch es lohnt sich genau das zu versuchen. Ein bedingungslosen geben und nehmen birgt ein sehr schönes Lebensgefühl. Und Veranstaltungen, wie der Pälzer Blumentausch, ermöglicht uns genau das zu lernen und zu erfahren. Daher sollte es immer mehr solcher Tauschaktionen bzw. noch besser Verschenkaktionen geben.
Des weiteren wäre es auch schön, wenn es die Möglichkeit des lokalen Austauschs von Pflanzen nicht nur einmal im Jahr gibt. Auch zu anderen Jahreszeiten können sehr schön Pflanzen verschenkt werden. Über eine Internetseite, einen E-Mail-Verteiler oder ein lokales Anzeigenblättchen extra für Pflanzen und was dazu gehört könnte das realisiert werden. Darüber hinaus vernetzt es Menschen, die ähnliche Interessen haben und fördert damit soziale Kontakte, die in einer Welt in der man sich alles für Geld kaufen kann, immer mehr veröden.
Nicht nur ich nahm am Ende der Aktion das Meiste der mitgebrachten Pflanzen wieder mit nach Hause. Da sieht man dann wieder, dass wir alle mehr haben, als unsere Gesellschaft braucht. Und beim nächsten mal kaufen wir wieder neue Pflanzen, obwohl der Nachbar auch von seinen abgeben könnte. Oder vielleicht fragen wir auch das nächste mal vorher ob nicht noch jemand etwas übrig hat?!
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.