Starke Nerven für Curd Nickels „Abgründe der Psychiatrie“

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Goch: Zentrum |

Von Vlad dem Pfähler und Schwester Stephanie



Es ist wieder soweit: Unser Bürgerreporter-Kollege Kurt Nickel hat sein 7. Buch herausgebracht! Abgründe der Psychiatrie heißt es und ich sage Euch / Ihnen, es wird ziemlich „abgründig“. Schon der 1. Satz hat es in sich und nach dem ersten Absatz, so wage ich es zu behaupten, entscheidet sich, wer trotz des Grauens fasziniert weiterliest. Und derjenige wird mit einem wahrlich spannenden Thriller belohnt!

Die junge Frau Stephanie Maldessa hat ihre Ausbildung zur Krankenschwester mit Auszeichnung bestanden. Zum Erstaunen und anfänglichem Entsetzen der stolzen Eltern möchte sie jedoch alsbald als Schwester in der „Klapsmühle mit den Bekloppten“ arbeiten. Dort trifft sie auf 2 Männer, die sie nicht mehr loslassen: den schizophrenen Langzeitpatienten Vladimir Petrow und Krankenpfleger-Kollege Dirk Schmidtchen.

Bis zum Herbst verschwinden aus ungeklärten Gründen 3 Patienten vom Klinikgelände. Ganz normale Fluktuation oder doch Hinweis auf ein Kapitalverbrechen? Das wollen Kriminalkommissarin Kuschke und ihr Team herausfinden. Doch durch die Nachlässigkeit eines jungen Kollegen kommt es fast zu einer vierten Toten, Schwester Stephanie... was die Polizei letztendlich in den Katakomben des Klinikgeländes findet, ist schier unfassbar.

Kurt Nickel, pardon, Curd Nickel, verbindet in seinem Roman Horror-Szenen mit dem Versuch, die Folgen psychiatrischer Krankheiten zu erklären. Daher schreibt er aus der Sicht des Täters, was ich recht interessant gemacht finde. In Bezug auf die Siebziger werden hierzu auch Patienten in Unterrichtsreihen der Krankenpflege-Schüler vorgeführt. Hierbei treffen Kenner der Nickel-Bücher auf einen alten Bekannten, Egon Schieber.

Den Grausamkeiten eines Patienten wird als Gegengewicht die Liebesgeschichte zwischen Dirk und Stephanie entgegengesetzt. Schwester Stephanie - ob der Name Zufall ist oder Programm? :-) Den humorvollen Part übernimmt das Team um Kommissarin Kuschke, die im Büro nicht nur mit abstrusen Gräueltaten zu kämpfen hat, sondern auch mit einem enormen Berg an... Radkappen.

Ich sage: lesenswert! Genau die richtige Mischung zwischen Spannung, Liebe, Hintergrund und einer Prise Humor. Zudem macht der Autor völlig zu Recht darauf aufmerksam, welch zweifelhaften Ruf die psychiatrischen Kliniken in einer breiten Bevölkerungsschicht auch heute leider noch „genießen“.
Für die ganz sensiblen Gemüter unter uns ist aber Vorsicht geboten - so manch eine Szene lässt einen so schnell nicht wieder los!
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4 Kommentare
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 28.07.2016 | 23:01  
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Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 29.07.2016 | 10:58  
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Helmut Zabel aus Herne | 30.07.2016 | 10:32  
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 03.08.2016 | 09:52  
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