Einen Ort der Ruhe gefunden

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Wieder zurück von ihrem Wochenende im Kloster sind die Bewohner des Weezer Petrusheims mit Bereichsleiter Dieter Paeßens (links) und Seelsorger Heiko Jung (rechts).

Sieben Bewohner des Petrusheims in Weeze nahmen sich ein Wochenende lang eine Auszeit. Zusammen mit Bereichsleiter Dieter Paeßens und dem Seelsorger Heiko Jung besuchten sie ein Kloster in Bochum-Stiepel.

Christian Schmithuysen

Der Besuch stand im Zeichen der Film-/Wanderexerzitien „Unterwegs sein“, die eine Grundlage des gemeinsamen Reflektierens, Diskutierens und Tuns bilden sollen. „Bei uns im Petrusheim leben im Bereich der stationären Gefährdetenhilfe viele Menschen mit gebrochenen Biografien, die meist durch Schicksalsschläge aus der Bahn geworfen wurden und häufig mit vielseitigen Problemen belastet sind“, erklärt Bereichsleiter Dieter Paeßens. „Im Rahmen eines Hilfeplanungsprozesses wird mit dem Betroffenen erörtert, wie der Ist-Stand ist, welche Ziele angestrebt werden und mit welchen Maßnahmen man diese Ziele erreichen will.“ Die Film-/Wanderexerzitien bilden wichtige Impulse, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Film, Gespräche, Gottesdienst


Seit einigen Jahren gehören die Veranstaltungen zum festen Bestandteil des Petrusheims und finden meist an abgeschiedenen Orten statt. Diesmal ging es für sieben Bewohner ins Kloster nach Stiepel. Nach der Begrüßung und einer Klosterführung wurde gemeinsam ein Film angesehen und darüber kritisiert. Weiter Gespräche und ein Gottesdienst folgten genauso wie ein gemeinsamer Spaziergang durch Hattingen. „Wir waren im klösterlichen Alltag eingebunden und jeder war dabei auf der Suche nach dem Glück“, zeigt sich selbst der Bereichsleiter von dem Wochenende beeindruckt. „Es ist eben auch für uns eine gute Erfahrung“, kann ihm der Seelsorger Heiko Jung nur zustimmen.
Und was haben die Bewohner von diesem Wochenende mitgenommen? „Man erfährt die Lebensgeschichten von anderen Menschen und sieht, dass jeder ein Schicksal hinter sich hat“, erzählt Klaus Köppe, der es begrüßte, dass alle Zimmer ohne Radio und Fernseher ausgestattet waren. „Man hatte an diesem Ort der Ruhe viel Zeit, über sich selber nachzudenken.“ Andere Bewohner begüßten vor allem, dass keine Gespräche nach außen getragen wurden.
Und auch Albert Vorhölter hat der Besuch was gebracht: „Aber als Mönch im Kloster leben, könnte ich nicht.“
Dennoch würde auch er einen Gegenbesuch begrüßen. „Die Einladung haben wir jedenfalls ausgesprochen“, sagt Dieter Paeßens. „Und sind dabei nicht auf taube Ohren gestoßen.“

Exerzitien gehen weiter


Die Film-/Wanderexerzitien sollen jedenfalls weiter gehen. „Allerdings werden solche Maßnahmen nicht durch den Kostenträger refinanziert“, ist Dieter Pae­ßens froh, dass ihnen die Glocken­apotheke in Weeze bei dieser Aktion finanziell unter die Arme gegriffen hat.
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