In zwei Tagen ist eine Krippe fertig

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Vogelhäuser, Windmühlen und Krippen sind sein Reich. Johannes Reyntjes ist ein begeisterter Hobbybastler, der aus Holzabfällen kleine Kunstwerke schafft.

Krippen, Mühlen und Vogelhäuser zieren Haus und Hof von Johannes Reyntjes. Sobald der 77-Jährige zu Laubsäge und Bohrer greift, ist er in seinem Element. „Das ist einfach sein Reich“, bestätigt seine Frau Elfriede.

Christian Schmithuysen

Holland, Flensburg, Hamburg - Johannes Reyntjes ist in seinem Berufsleben viel rumgekommen. 40 Jahre lang war er mit dem Brummi auf Tour. Zeit für Hobbys blieb da wenig. Seitdem der vierfache Vater in Rente ist, hat sich dies jedoch schlagartig geändert. „Früher habe ich mich höchstens im Garten betätigt“, erzählt der 77-Jährige. „Das hat sich in den letzten Jahren aber schlagartig geändert.“ Was zunächst ganz „harmlos“ mit dem Bau eines Nistkästchens anfing, entwickelte sich rasch zu einer „Dauerbeschäftigung“. Spätestens jedes Frühjahr geht‘s ans Werk. Der ehemalige Partyraum der Kinder wurde längst zur Werkstatt umfunktioniert. Jetzt entstehen hier Vogelhäuschen, Windmühlen und jede Menge Krippen. „Die Baupläne dazu hat mir mein Sohn besorgt“, sagt der Hobbybastler.
„Das Material wird überall eingesammelt“. Holz aus dem Container im Baumarkt lässt sich ebenso gut verarbeiten wie ausrangierte Paletten. Beim Waldspaziergang trägt Johannes Reyntjes kleine Äste und Zweige zusammen, die am Wegesrand liegen. Von einem Dachdecker wird er mit Resten von Teerpappe versorgt, die sich ideal für seine kleinen Kunstwerke verwenden lassen. Und auch sonst hält der Gocher Auge und Ohren auf: „Wenn jemand irgendwo baut und ich sehe, dass er Abfälle hat, frage ich einfach, ob ich die Sachen mitnehmen darf. Meistens sind die Leute sogar froh, dass sie das Zeug los sind und ich kann es gut gebrauchen. Denn die Materialien zu kaufen, wäre viel zu teuer.“ Sind genügend Utensilien da, geht der Bau fast von selbst. In gut zwei Tagen hat Johannes Reyntjes beispielsweise eine Krippe gebaut: „Natürlich nicht völlig akkurat. Gerade das Krumme macht doch den Reiz aus.“ Deshalb sieht auch keines seiner Werke aus wie das Andere.
Über mangelnde Abnehmer kann sich der Krippenbauer nicht beklagen. Von seinen Kindern wird er immer wieder angesprochen. Auch in der Nachbarschaft und im Freundeskreis hat sich sein Talent längst rumgesprochen. Und selbst in den Sommerurlaub haben die Reyntjes ihrer Vermieterin im Allgäu schon Windmühlen mitgenommen.


Kleine Helfer


Um die Nachfolge muss sich Johannes Reyntjes keine Sorgen machen. „Wenn meine beiden Enkelkinder kommen, geht‘s gleich in die Werkstatt“, freut sich der Rentner über seine kleinen Helfer. Nach Weihnachten legt er jedoch erst einmal eine Pause ein, bevor es im nächsten Frühjahr wieder los geht.
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