Von Einem, der Einen hatte, der was wusste

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v.l.n.r.:Lena Kehrein ihr Gatte Reiner Kehrein und Volkmar Kehrein Foto: Steve
Volkmar Kehrein forscht seit 1999 in Sachen Familienstammbaum. Weltweit. Er „fand“ Reiner, einen Cousin sechsten Grades, der in Schweden lebt. Dieser machte sich mit dem Camper auf den Weg, um den Vetter in Goch zu besuchen. Und zeigte sich restlos begeistert vom Wohnmobil-Stellplatz am Friedensplatz.


Zu wissen, woher man abstammt und ob es noch andere „da draußen“ mit gemeinsamen Familienbanden gibt, sind Fragen, die viele Menschen umtreiben. Der 76-jährige Volkmar Kehrein "wühlt" sich hierfür nicht mehr durch Telefonlisten. Längst ist der studierte Schiffsingenieur und Ingenieur für Kerntechnik technisch top ausgerüstet: Mit drei Computern und drei Jahrgängen eines virtuellen „Familienstammbaum-Suchprogramms“ ist es ihm gelungen, den 71-jährigen Reiner Kehrein ausfindig zu machen. Und wie eines der Programm ermitteln konnte, ist Reiner der „Cousin sechsten Grades in der Generation von Volkmar Kehrein“. „Einer unserer gemeinsamen Vorfahren war Johann Jakob Kehrein, geboren im Jahre 1706 in Pferdsfeld“, erzählt Volkmar Kehrein. Nachdem die Verwandtschaft „auseinander gebrochen“ sei, habe sich Volkmar Kehrein der Ahnenforschung oder Genealogie, verschrieben: „Mein Großvater war im Jahre 1896 als Lehrer nach Louisendorf und anschließend nach Weeze gekommen. Er hatte drei Söhne - die allesamt Lehrer wurden - und zwei Töchter“, erzählt Volkmar Kehrein. Die Söhne, darunter sein eigener Vater, seien im Krieg geblieben und die Töchter fort gezogen."

Verwandtschaft brach durch Kriegsereignisse auseinander


Volkmar Kehrein wollte sich nicht damit abfinden, dass die Verwandtschaft durch die Kriegsereignissse „auseinander gebrochen" sei. „Als ich mich im Ruhestand befand, fing ich an, zu suchen“, erzählt er. Zunächst in Telefonlisten, später im Internet. „Ich fand jede Menge Kehreins quer durch die Vereinigten Staaten, in Wisconsin, San Francisco, Texas und Arizona.“ Durch „Einen, der Einen hatte, der was wusste“ und so weiter fand er schließlich Reiner Kehrein, der in Schweden lebt. „Ich bin 1963 aus Pferdsfeld im Hunsrück nach Falun in Schweden in ausgewandert“, erzählt dieser. „Reiner hat noch einen Ahnenpass von der Seite seines Vaters, der bis ins Jahr 1720 zurück geht“ erzählt Volkmar Kehrein. Aber auch er konnte weit vordringen in Sachen Ahnenforschung: „Bis ins Jahr 1500 im lothringischen Betting“, erzählt Volkmar Kehrein nicht ohne Stolz. Die Namensgleichheit bei Vorfahren konnte bis in den 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) nach Heidesheim in Rheinland-Pfalz zurück verfolgt werden. Dann stellte sich heraus, dass dort in dieser Zeit alle Unterlagen verbrannt seien. Nicht nur bei einem Kehrein-Treffen im Jahre 2003 in Bad Kreuznach sei er gewesen, sondern auch in Wisconsin. Dort sei man 30 Familienmitglieder gewesen. „Weltweit leben 450 Menschen mit dem Namen Kehrein“, erzählt Volkmar Kehrein. Neben Deutschland, in Luxemburg, der Schweiz, in Österreich, Schweden, Großbritannien, USA und in Kanada.

Der Besuch aus Schweden - passionierte Camper - ist übrigens restlos begeistert vom hiesigen Wohnmobil-Stellplatz. In Schweden könne man von solchen Anlagen nur träumen: „Das ist ein Musterbeispiel eines Stellplatzes“, sagt der passionierte Camper aus dem Norden. Er hat mit seinem Reisemobil im Verlauf mehrerer Jahre Stellplätze in Norwegen, Frankreich und Österreich angesteuert. „In Schweden sind sie auf diesem Gebiet noch weit zurück“ erzählt Reiner Kehrein. Es gäbe wenig Anlagen für Wohnmobile und die Gebühr sei dieselbe wie auf Campingplätzen. Die Anlage in Goch sei auf jeden Fall eine Reise wert. Er komme auch sicherlich wieder. Die Bedeutung seines Nachnamens Kehrein lasse sich womöglich auf „Willkommen“ zurück führen, so Reiner Kehrein. Dass er sich willkommen in Goch fühlt, steht zweifellos außer Frage.

Info:

Durch das Internet erfuhr die Ahnenforschung einen starken Aufschwung. Mithilfe des Mediums können weltweite Kontakte zwischen Forschern schnell und kostengünstig hergestellt werden.
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2 Kommentare
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Heidrun Kelbassa aus Goch | 30.04.2015 | 20:04  
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Beate Haack aus Emmerich am Rhein | 01.05.2015 | 00:02  
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