Der Tag vergeht wie im Fluge

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Am 23. Oktober letzten Jahres wurde Ulrich Knickrehm als Bürgermeister der Stadt Goch vereidigt. Rund 100 Tage später zieht das Stadtoberhaupt eine erste Zwischenbilanz.

Christian Schmithuysen

Elf Jahre lang war zuvor Karl-Heinz Otto der erste Bürger der Stadt. Sein Nachfolger dürfte mit einigen Erwartungen das neues Amt angetreten haben. Was hat ihn dabei überrascht? „Eigentlich habe ich mir die Arbeit genauso vorgestellt“, versichert Ulrich Knickrehm. „Als Richter beim Landgericht war mir die Struktur in der Verwaltung ja bekannt. Positiv überrascht wurde ich jedoch von der offenen Art, wie die Mitarbeiter mich aufgenommen haben.“ Eine lange Eingewöhnungsphase blieb ihm jedoch kaum. Schließlich stand der Haushalt 2016 vor der Tür. „So ein Haushalt lässt sich nicht aus dem Ärmel schütteln“, lobt das Stadtoberhaupt den Einsatz seiner Mitarbieter. „Der Haushalt ist zum ersten Mal seit Jahren wieder strukturell ausgeglichen. Dabei schlagen auch kurzfristig umsetzbare Sparmaßnahmen bei der Verwaltung in Höhe von 350.000 Euro zu Buche. Vielmehr lässt sich in zwei Monaten nicht realisieren.“ Andererseits konnte der Haushaltsausgleich nur durch eine nicht unerhebliche Erhöhung der Grundsteuern A und B gelingen. Keine schöne Nachricht für die Bürger? „Die Bekanntgabe der Steuererhöhung war schon unangenehm“, beschreibt Knickrehm, dass er ein mulmiges Gefühl dabei hatte. „Aber als Bürgermeister kann ich ja nicht nur gute Nachrichten verbreiten.“
Diese gab es da schon eher bei der Parkraumbewirtschaftung. Die neue Gebührenverordnung ist seit Anfang Februar in Kraft. „Und wird von den Bürgern positiv angenommen“, versichert der begeisterte Hobbykoch. Teilweise hat er diese Aussagen aus erster Hand. Gehörte doch zu einer seiner ersten Amtshandlungen die Wiedereinführunmgen der Bürgersprechstunde. „Diese wird sehr gut besucht“, freut sich der 59-Jährige über das große Interesse und verweist darauf, dass es für den nächsten Termin am Donnerstag, 17. März, von 15 bis 17 Uhr bereits wieder zahlreiche Anmeldungen gibt.
Natürlich ist für den Bürgermeister seit Amtsantritt auch die Flüchtlingskrise ein Dauerthema. „Goch geht dabei jedoch einen guten Weg“, verweist Knickrehm darauf, dass Massenunterkünfte vermieden werden. „Uns ist es gelungen, die Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen. So entsteht kein Lagerkoller.“

Gute Zusammenarbeit

Weitere Projekte in der Jugendarbeit oder die Bebauung auf dem ehemaligen Gelände der Reichswaldkaserne wurden auf den Weg gebracht, wobei der Bürgermeister den Eindruck hat, dass die Bereitschaft bei allen Fraktionen zur sachlichen und fachlichen Zusammenarbeit da ist: „Wir suchen den Dialog und er findet auch statt.“ Langweilig wird dem Stadtoberhaupt bei seiner Arbeit jedenfalls nicht: „Es ist zwar eine andere Tätigkeit als früher. Zurück in meinen alten Job möchte ich jedoch nicht. Der Tag vergeht momentan wie im Fluge. Und nach Aussage meiner Frau komme ich jeden Abend glücklich nach Hause.“
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