"Krachende Niederlage" für Heinz van Baal - Ulrich Knickrehm neuer Bürgermeister in Goch

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Goch: Kastell | Im Moment des Scheiterns zeigte der Verlierer Größe: Eine „krachende“ Niederlage nannte Heinz van Baal (CDU) das Ergebnis der Stichwahl um das Amt des Gocher Bürgermeisters. Kurz zuvor war im Gocher Kastell klar geworden, dass sein Mitbewerber Ulrich Knickrehm (BürgerForumGoch) die Wahl gewann.

Von Franz Geib

Und zwar haushoch. Wie deutlich zeigten vor allem zwei Stimmbezirke (Pfälzerheim, Pestalozzischule): In der CDU-Hochburg Pfalzdorf holte Knickrehm satte 76,17 Prozent und an der Schule gelang ihm mit 81, 58 Prozent ein noch deutlicheres Votum.
Und noch ein anderes Ergebnis sandte ein deutliches Zeichen: Selbst im Wohnzimmer von Heinz van Baal, seinem Wahlbezirk Kessel, holte Ulrich Knickrehm die absolute Mehrheit: 55, 71 Prozent gegenüber 44, 25 Prozent.
Insgesamt waren es 74, 56 Prozent pro Ulrich Knickrehm, so deutlich hat noch kein Bürgermeister gewonnen, geschweige denn ein Vertreter eines freien Bürgerforums.
Dieter Kirchberg vom BFG meinte denn auch euphorisch: „So viel können wir also nicht falsch gemacht haben.“
Für den Chef der CDU Goch, Josef van de Kamp, war klar, dass er die volle Verantwortung für das Wahldebakel übernehmen wolle: „Das ist ein niederschmetterndes Ergebnis, wir werden uns demnächst zusammensetzen und das Ganze analysieren müssen.“ Die Welt gehe deshalb nicht unter, aber man müsse darüber reden, warum die Bürgerforen immer stärker werden.
Der Wahlverlierer Heinz van Baal wollte niemandem die Schuld an der Niederlage geben, sich selbst eingeschlossen: „Ich kann mir nicht erklären, wie es dazu kam, aber ich habe mir nichts vorzuwerfen. Wir hatten einen fairen Wahlkampf geführt. Ich wünsche Ulrich Knickrehm viel Glück für seine Aufgabe.“
Der Sieger selbst ließ sich gerne feiern, ohne jedoch sich abheben zu lassen: „ich bleib mal auf dem Teppich. Mir fällt es jetzt nicht leicht etwas zu sagen, was sinnvoll ist, nur soviel: das Ergebnis ist historisch. Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Bürgermeister mit so einer starken Mehrheit gewählt wurde. Das tut sehr, sehr gut.“
Man habe ihm zwar gesagt, dass da etwas in der Luft lag, doch, doch sei er total überwältigt von dem Ergebnis. Knickrehm wusste auch, wem er diesen Erfolg zu verdanken habe: „Vierzig hochmotivierten Mitarbeitern des BFG, die alle mit Spaß bei der Sache waren.“
Jetzt wolle er erstmal ein paar Tage entspannen, bevor er in vier Wochen sein Büro im Rathaus beziehe.
Schon früh an diesem historischen Wahlabend hatte sich Jürgen Meuser von der Gocher SPD positioniert: „Wir freuen uns zunächst mal, dass so viele unserer Bürger zur Wahl gegangen sind und wünschen uns eine gute Zusammenarbeit. Wir werden die Arbeit der beiden großen Parteien kritisch und sachbezogen begleiten.“
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1 Kommentar
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Willi Heuvens aus Kalkar | 28.09.2015 | 18:43  
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