Mehr Transparenz ist notwendig in der Diskussion um das Berufskolleg Goch

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Goch: Gocher Wochenblatt |

Die Stellungnahmen diverser betroffener Gruppen im Zusammenhang mit einer möglichen Planung zur Schließung des Berufskollegs in Goch und Verlegung nach Geldern sind sowohl hinsichtlich ihrer Intensität und ihrer Einmütigkeit bemerkenswert. Gleichfalls kann man aber über die zögerliche Reaktionen der behördlich und politisch Verantwortlichen im Kreis nur rätseln.

Klar sollte den verantwortlichen Entscheidern angesichts der aktuellen Reaktionen jedoch sein, dass dieses Thema durchaus Potential für Bürgerärger/-verdrossenheit birgt und für eine Erledigung nebenher z.B. im kommenden Sommerloch ungeeignet erscheint.
Auch zeigt sich an diesem Beispiel, wie schnell fehlende Transparenz und zögerliches Handeln einerseits die Gerüchteküche anfeuert, andererseits aber auch eben dieses Gefühl der Verdrossenheit gegenüber „ der Behörde und der Politik“ entstehen lässt und befördert.
Insofern kann man auch konstatieren, dass es sich wohl um ein hausgemachtes Problem der Kreisverwaltung handelt, welches m.E. jedoch eigentlich relativ einfach aufzulösen wäre.
Entweder ist an den Plänen nichts dran, dann fragt man sich, warum dieses Gerücht nicht mit einer klaren Stellungnahme schnellstmöglich aus der Welt geschafft wird.
Entspricht es jedoch der Wahrheit, dann sollte sich die Behörde gleichfalls zu ihren Plänen bekennen und sie schlüssig begründet der Öffentlichkeit zur Kenntnis bringen. Dann kann man sich inhaltlich mit den vorgebrachten Argumenten und Gegenargumenten auseinandersetzen. Der lapidare Verweis auf die Erarbeitung eines umfassendes Konzept reicht bei Weitem nicht aus, wenn ggf. gar schon Fakten geschaffen wurden.
Es muss doch wohl bereits eine konzeptionelle Grundlage gegeben haben, auf der in Geldern eine entsprechende großzügig, viele sprechen sogar von einer überdimensionierten und am lokalen Bedarf vorbeigehend ausgelegten Schulinfrastruktur geschaffen wurde? Will man mit den Schließungsplänen an anderer Stelle diese Investition evtl. im Nachhinein rechtfertigen?
Dass der Standort Goch im geografischen Zentrum des Kreises liegt ist nun mal so und unstrittig ist wohl auch seine Eignung und die Qualität als existierendes Berufskolleg. Schüler und Betriebe befürworten jedenfalls einmütig mit guten und nachvollziehbaren Gründen die Beibehaltung der derzeitigen Konstellation.
Die Parteien im Kreis scheinen jedenfalls auch die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und haben sich offensichtlich mehrheitlich gegen eine Aufgabe des Standortes Goch ausgesprochen.
Die Kreisverwaltung setzt sich mit ihrem kommunikativen Hinhalten und dem Hinweis auf die Erarbeitung eines umfassenden Konzeptes latent dem Vorwurf der Intransparenz und der Planung am Bürger vorbei aus. Was sind die Vorgaben und Eckpunkte des jetzt zu erarbeitenden Konzeptes?
Bei der Betrachtung möglicher wirtschaftlicher Aspekte jedenfalls deutet sich, für den Fall dass tatsächlich eine Schließung des Berufskolleg in Goch geplant sein sollte, eine interessante Verlagerung von wirtschaftlicher Lasten weg von den öffentlichen Kassen hin zu erhöhten Belastungen von Schülern und betroffenen Betrieben an. Man darf gespannt sein, wie hier die weiteren Reaktionen ausfallen. Ich bleibe dabei, die derzeit fehlende Transparenz heizt die Gerüchteküche unnötig an und kann am Ende sogar geeignet sein, sinnvolle Lösungen zu blockieren.
Ich möchte an dieser Stelle vielleicht doch in Erinnerung rufen, dass es in der Vergangenheit ein durchaus parallel gelagertes Beispiel im Kreis gab. Damals wurde versucht, die Umgestaltung der Krankenhauslandschaft im Kreis mittels einer einseitigen Zentralisierung, anfangs weitgehend ohne Transparenz und am Betroffenen/Bürger vorbei zu betreiben. Die wohl beabsichtigte Schließungen von Krankenhäusern wurde damals durch entschiedenen und eindrucksvollen Widerstand der Bürger erfolgreich verhindert.
Es gibt also durchaus ein Protestpotential im Kreis, dass durch Niemanden auch im aktuellen Fall unterschätzt werden sollte. Eigentlich sollte es möglich sein, aus den Fehlern in der Vergangenheit die richtigen Lehren zu ziehen.
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