Theater im Gocher Hauptausschuss um Namensgebung des neuen Baugebietes in Goch - Was soll das?

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Goch: Goch |

Die Reaktion der Politik auf das Ergebnis eines durch sie im Rahmen der Bürgerbeteiligung festgelegten Verfahrens zur Namensfindung für den neuen Gocher Stadtteil auf dem ehemaligen Kasernengelände, lässt mich erstaunt und auch einigermaßen kopfschüttelnd zurück.


Offensichtlich getreu dem Motto "gut gemeint aber nicht gut gemacht" agieren und argumentieren Vertreter politischer Parteien im Hauptausschuss und folgen nicht dem Ergebnis eines durch den Rat einstimmig vorgegebenen Verfahrens?
Mal unabhängig von der jeweiligen persönlichen subjektiven Pro bzw. Contra Einstellung zum Namen, wäre es in diesem Fall wohl zunächst einmal wichtig gewesen, ein gemeinsam festgelegtes (Bürgerbeteiligungs-) Verfahren zu respektieren.
Ich vermute mal, dass das eigentliche Problem wohl im Umstand lag, dass nach der Festlegung des Verfahrens festgestellt wurde, dass es u.a an notwendigen Kriterien und Vorgaben gefehlt hat, die ein Ergebnis im Zielkorridor einer breiten und repräsentativen Grundlage für den Rat geliefert hätte. Immerhin 144 Einsendungen zu einem solchen Thema sind dabei als durchaus respektabel anzusehen.
Jetzt im Rat das vorliegende Ergebnis aus einem letztlich "selbstverschuldet" unzureichend gestaltetem Verfahren einfach vom Tisch zu wischen, ist vorsichtig angemerkt kontraproduktiv, da damit der - selbst unter diesen nicht optimalem Bedingungen - abgefragte Bürgerwille nicht respektiert wird und damit die Glaubwürdigkeit der Politik erneut Schaden nehmen dürfte und Gefahr besteht der Politikverdrossenheit weiter Vorschub zu leisten.
Wir erinnern uns vielleicht Alle an das Bürgerbeteiligungsverfahren, welches in GB zum Brexit geführt hat. Dies ist zwar eine völlig andere Ebene aber dennoch ein gutes Beispiel, wie man mit einem schlechten Verfahren im Rahmen einer Bürgerbeteiligung eine populistische Polarisierung erzeugen kann und das Ergebnis nicht unbedingt nachhaltig und repräsentativ sein muss.
Wir sollten uns dies auf unserer lokaler Ebene ersparen.
Projiziert auf Goch wäre es jetzt vielleicht angebracht, das unzureichende Verfahren zu betrachten, es ggf. neu zu bewerten und festzustellen, dass sowohl vom Aspekt einer notwendigen breiten repräsentativen Beteiligung, als auch aus dem Blickwinkel fehlender Auswahlalternativen, eine Weiterführung und Modifikation des Verfahrens durchaus sinnvoll erscheint.
Allerdings fürchte ich, dass ein solcher - nicht optimaler - Schritt im Nachhinein ein "Geschmäckle" zurücklassen könnte, wenn er nicht einstimmig erfolgt.
Es ist zu hoffen, dass im Vorfeld der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 2. Mai noch einmal durch alle Fraktionen intensiv nachgedacht wird, damit mit der jetzigen Entscheidung "das Kind in dieser Sache nicht in den Brunnen gefallen" ist.
Gegenüber dem hohen Gut Bürgerwillen einigermaßen heilen könnte man diese Sache nur mit dem ehrlichen Eingeständnis ein unzureichendes Verfahren initiiert zu haben und dieses Verfahren weiterzuführen oder aber das jetzt vorliegende Ergebnis bei allen subjektiven Bedenken ohne Wenn und Aber zu akzeptieren. Bei hoffentlich auch zukünftig stattfindenen Bürgerbeteiligungen sollten jedenfalls die Lehren aus diesem Theater gezogen werden.
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Lothar Dierkes aus Goch | 07.04.2017 | 22:37  
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