Hagen: Schildkröten im Hengsteysee ausgesetzt!

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Hagen: Hengsteysee | Am Sonntag, den 08.02.15, traute Jonas Steinberg, Mitglied vom Sportfischereiverein Hagen, Herdecke und Umgegend e.V zunächst seinen Augen nicht, und musste erst seinen Angelfreund Patrick Wilczek fragen, ob er auch gesehen hat, was er auf den Steinen an der Lenne in der Nähe des Hengsteysees am Ufer entdeckt hatte: eine stattliche Wasserschildkröte!
Mit einem beherzten Griff sicherte er das gepanzerte Reptil – nach schneller und fachkundiger Einschätzung wurde klar, dass es sich um eine Gelbwangenschildkröte handle, die nicht an deutschen Gewässern heimisch ist.
Sie konnte also nur ausgesetzt worden sein: „Das ist nicht die erste dieser Art, die wir hier entdeckt haben“, so Jonas Steinberg.
Offenbar besitzen die Tiere eine hohe Anpassungsfähigkeit, die ihnen ein Überleben beispielsweise in der Ruhr ermöglicht. Erstaunlich ist jedoch, dass dieses Exemplar auch die tiefen Minusgrade der vergangenen Februar Tage schadlos überstanden hat.
Was die wenigsten wissen: es gibt tatsächlich Wasserschildkröten, die natürlichen Beständen entwachsen – es handelt sich hierbei um die Europäische Sumpfschildkröte. Viel scheuer als ihre Verwandte, ist sie schlechter zu beobachten oder gar an zu fassen, weil sie eher die Flucht ergreift, sobald Menschen ihre Wege kreuzen.
Dabei ist die Auswilderung der Gelbwangigen nicht ungefährlich für die europäische Variante. Sie ist gefräßiger, offenbar auch robuster, weniger scheu und ernährt sich auch von Kaulquappen, Fischbrut und Laich. Somit gehört diese Art zu den invasiven, den Neozoen, deren Verbreitung die einheimischen Arten verdrängen kann.
Wer also zunächst für das eigene Aquarium einkauft, und dann irgendwann feststellt, die Tiere werden zu groß, schadet mit der „Entsorgung“ der ursprünglichen Artenvielfalt. Natürlich ist das weniger spektakulär als die Einbürgerung von Waschbären oder Nutrias, dennoch greift das Aussetzen negativ in die Ökologie unserer Gewässer ein.
Zudem können willkürlich ausgesetzte Tiere Krankheiten übertragen – sie sind kein Gewinn für Flüsse und Seen.
Auch hier gilt: der Kauf eines jeden Haustieres bedeutet nicht nur Vergnügen, sondern auch Verantwortung. Deshalb sollte man sich stets vorher überlegen, wenn man sich für ein Haustier entscheidet, wie Schildkröten, Aquarium Fische oder Schlangen ob es auch die richtige Wahl ist.
Bei Nichtgefallen die Gewässer als Entsorgung zu wählen, ist die falsche Option.

F.S
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4 Kommentare
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Anja Seeberg aus Hagen | 10.02.2015 | 17:27  
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Uwe Norra aus Selm | 10.02.2015 | 17:34  
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Elke Preuß aus Unna | 11.02.2015 | 09:56  
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Thorsten Thoma aus Hagen | 11.02.2015 | 13:48  
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