Hagener Student schreibt Fantasy-Romane

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Hagen.

Der Hagener Till Stramm, der 1994 in der Großstadt geboren wurde und aktuell in Dortmund studiert, hat seit 2014 zwei Fantasy-Romane über den fantastischen Ort "Dramondia" veröffentlicht. Die Anfänge des ersten Werkes wurden bereits im Alter von 12 Jahren verfasst. Mit 17 Jahren überarbeitete der junge Autor diese und veröffentlichte seinen ersten Roman mit der Unterstützung des AAVAA Verlages Berlin.
Im Interview berichtet er uns über seinen Weg zum Buchautor.

Was machen Sie beruflich?
Ich studiere Elektro- und Informationstechnik an der technischen Universität Dortmund im 6. Semester.

Was hat Sie zum Schreiben bewogen?
Geschrieben habe ich schon immer gerne. Bereits als ich klein war, habe ich mir
dauernd Geschichten ausgedacht und sie, laut Erzählungen meiner Eltern, auch
des Öfteren nachgespielt. Als ich dann schreiben konnte, habe ich einige der
Geschichten auf Papier festgehalten. Die Idee speziell zu der Romanreihe
"Dramondia" kam mir dann im Alter von 12 Jahren, wo ich mir das Ziel setzte,
diese irgendwann zu veröffentlichen.

Woher holen Sie sich Ihre Inspirationen?
Oft kommen mir die Ideen zufällig, weil ich irgendetwas inspirierendes in der
Landschaft gesehen habe oder interessante Konversationen geführt habe.
Meistens jedoch ziehe ich mich nach einem langen Tag für ca. eine Stunde zurück
und "begebe mich nach Dramondia". Das hilft mir, dem Stress zu entfliehen und zu
entspannen. Oft höre ich auch Musik dabei oder trinke Tee.

Schreiben Sie Ihre Texte am PC oder per Hand?
Meistens direkt am PC. Es kommt aber durchaus vor, dass ich - zum Beispiel
Unterwegs - spontan einen Einfall habe. Den halte ich dann auch schriftlich fest
und tippe ihn später ab.

Wie haben Ihre Familie und Freunde reagiert, als sie erfuhren,
dass Sie als Schriftsteller durchstarten wollen?

Von meiner Familie und meinen Freunden habe ich immer Unterstützung erhalten.
Bevor ich mich auf die Suche nach einem Verlag gemach habe, habe ich das fertige
Manuskript im Freundes- und Familienkreis herumgereicht und mir immer Kritik und
Lob zu Herzen genommen. Ich bin mir selbst jedoch immer treu geblieben und würde
nie Jemanden in meinen Werken "herumpfuschen" lassen. Das könnte ich gar nicht,
es käme schließlich nicht mehr wirklich von mir.

Wie wurde der Text zum fertigen Buch?
Zum Abi-Ball schenkte mir mein Vater eine kleine Auflage, die er in Eigenregie
drucken lassen hatte. In dieser Urfassung konnte ich mein Buch zum ersten Mal
wirklich in der Hand halten und fasste den Mut, es auch an den AAVAA Verlag zu
schicken, von dem ich bei einem lokalen Autorentreff gehört hatte.

Warum schreiben Sie Romane, mit Fantasie Elementen wie Drachen?
Drachen haben mich immer fasziniert. Ich finde Geschichten spannend, in denen
etwas Außergewöhnliches passiert, etwas, dass es in der realen Welt nicht geben
würde. So kann ich meiner Fantasie freien Lauf lassen und für einen Moment dem
Alltag entfliehen.

Welche Bedeutung hat der Titel des Buches?
Ich möchte der Welt etwas von meinem Leben mitgeben. Auch wenn es fiktive
Geschichten sind, so finden sich doch einige Emotionen, Gedanken und Ansichten
in meinen Werken wieder, die ich mit anderen teilen möchte. Der Titel
"Dramondia" selbst ist für mich nicht mehr und nicht weniger als meine eigene
kleine Welt, in der ich mich künstlerisch austoben und quasi das Unmögliche
möglich machen kann.

Gibt es den Protagonisten "Jonathan" wirklich?

Grundsätzlich ist Jonathan frei erfunden. Ich will jedoch nicht bestreiten, mich
selbst ein wenig in ihm wiederzuerkennen. Mit einigen seiner
Charaktereigenschaften und Erlebnissen habe ich Erfahrungen aus meinem eigenen
Leben verarbeiten und festhalten können. Ich hoffe, dass sich dadurch ebenfalls
viele Leser in Jonathan wiedererkennen können.

Gibt es den Ort "Dramondia" wirklich, bzw. wie sind Sie auf ihn gekommen?
Die Geschichten, die ich in meiner Kindheit gespielt habe, fanden immer in ihrer
ganz eigenen Welt statt. Deshalb wollte ich einen Ort erschaffen, an dem diese
Geschichten Wirklichkeit werden können. Der Name für diese Welt kam mir jedoch
recht spät und setzt sich aus dem lateinischen Wort für Drache (draco), dem
italienischen Wort für Welt (mondus) und dem lateinischen für gehen (ire)
zusammen.

Haben Sie bereits Lesungen gehalten, und wie war das Feedback?
2014 habe ich im Rahmen der Aktion "Das Beste aus Hagen" in der Volme-Galerie
gelesen und im Anschluss auch noch einige Exemplare an den Mann / die Frau
bringen können. Das Feedback war durchweg positiv und es hat mir trotz
anfänglicher Nervosität sehr viel Spaß gemacht.

An welchen Projekten arbeiten Sie momentan?
Da die Romanreihe als Trilogie geplant ist, arbeite ich an dem dritten Teil. Ich
habe mir aufgrund eines Praktikums, bei welchem ich den ganzen Tag bereits vorm
PC gesessen und Texte geschrieben habe, jedoch eine kleine Schaffenspause
gegönnt. Da ich nun wieder an die Uni zurückkehren werde, werde ich den dritten
Teil auf kurz oder lang wieder in Angriff nehmen.

Gibt es irgendein Genre, welches Sie unbedingt noch bedienen möchten
oder auch eins, wo Sie sagen: Nein, nie und nimmer?

Ich mache das nach Lust und Laune. Fantasy zu schreiben macht mir sehr viel Spaß
aber ich werde mich sicherlich auch an anderen Genres versuchen. Etwas
grundsätzlich abzulehnen, ohne es versucht zu haben, liegt mir fern, schließlich
weiß man nie, was aus einem angefangenen Text erwachsen kann.

Wie sehen Ihre Pläne für 2016 aus?
Zurzeit konzentriere ich mich stark auf meine Bachelorarbeit und meinen
vorläufigen Universitätsabschluss. Doch die ein oder andere freie Stunde werde
ich durchaus in neues Material Investieren.

Auf welchen Veranstaltungen kann Ihre Leserschaft Sie treffen?
Ich habe bisher nur das Privileg gehabt, auf einer Veranstaltung lesen zu
dürfen. Wirklich groß vertreten bin ich leider zurzeit nirgendwo, da mein Fokus
auf anderen Projekten liegt, zum Beispiel meine Bachelorarbeit.

Wie empfinden Sie, als Verlagsautor, das Phänomen Selfpublishing?
Bei einem Verlag "angestellt" zu sein hat seine Vor- und Nachteile. Für mich
steht das Schreiben selbst im Vordergrund und ich bin froh, Jemanden zu haben,
der sich um die Vermarktung und organisatorischen Details kümmert. Doch ich
glaube, dass da jeder seinen Weg selbst finden muss.

Können Sie vom Schreiben leben?
Ich glaube kaum Jemand schafft es heutzutage, sich als Autor so weit zu
etablieren, dass er allein von der Schreiberei leben kann, es sei denn, er oder
sie schreibt einen Bestseller. Da bin ich jedoch realistisch. Ich schreibe für
mich selbst und um anderen etwas von mir mitzugeben. Das Autorenhonorar ist ein
netter Nebenverdienst, aber eben auch nicht mehr.

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen dem jungen Hagener viel Erfolg im Spagat zwischen Bachelorarbeit und drittem Buch.
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