Schatz unter Kram und Krempel

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Diesen Stahlstich von Wetter aus dem Jahr 1840 hat der Journalist Atze Schmidt auf eine Trödelmarkt gefunden. Foto: Privat
Stahlstich von 1840 zeigt Wetter, wie es einmal war

Wetter. Auch für einen passionierten Flohmarktgänger war es ein Glücksfall: Atze Schmidt, Journalist und Sammler aus dem Emsland, entdeckte auf einem Trödelmarkt in Aachen unter allerlei Kram und Krempel einen Stahlstich mit einer Ansicht von Wetter aus dem Jahr 1840. Erster Gedanke: „Das müssen die Leser in Wetter zu sehen bekommen.“ Also wurde der Kontakt zu unserer Redaktion hergestellt, und so erschien das Kunstwerk auf unserem Computer. Zu einem besonderen Glücksfall wurde die Geschichte, als der Kollege in seinem Privatarchiv auch noch einen Text über Wetter aus derselben Zeit fand.

Engländer am Werk

Der Stich ist ein Werk des englischen Architekturmalers und Stahlstechers Henry Winkles, der 1824 zusammen mit dem Künstler Carl Ludwig Frommel aus Karlsruhe dort ein Stahlstichatelier eröffnet hatte. Beide hatten sich in London kennen gelernt, wo Frommel mit der kurz zuvor in England erfundenen Stahlstichtechnik in Berührung gekommen war. Damit ging auch für Deutschland die Zeit der mit viel größerem Aufwand herzustellenden Kupferstiche und Lithographien allmählich zu Ende.
Den Text über Wetter fand Atze Schmidt in dem 1842 erschienenen Buch „Das malerische und romantische Westphalen“, und geschrieben hat ihn kein Geringerer als Ferdinand Freiligrath, der ein bedeutender Dichter und Verfechter der Revolution von 1848 war.

Pulsader eines bewegten Lebens

„Von Hohensyburg“, so lesen wir, „schlängelt sich die Ruhr in silbernen Windungen nach Westen, um Wetter und den Volmarstein ihre Bogen schlagend. Wetter, einst ein Schloß der Grafen von der Mark, hat in seinen Mauern eine Eisengiesserei, die das Romantische leider schmälert.“ Über die Wirtschaft der Region heißt es weiter: „Von Witten an wird die Ruhr schiffbar und trägt auf wimpelflatternden Fahrzeugen den Reichthum ihrer Gestade in vielen Millionen Centnern dem Rhein zu. Diese Barken, die Kohlendepots, die Eisenhämmer und andere Anlagen einer grossartigen Industrie machen den Fluss bis zur Mündung bei Ruhrort zur Pulsader eines bewegten lauten Lebens.“
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