Schloss Hohenlimburg: Gesellschafterversammlung entlässt Julia Dettmann

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Fürstin Marissa zu Bentheim-Tecklenburg (l.), hier bei den Schloss-Spielen 2014, übernimmt die Geschäftsführung der Schloss GmbH.

Mit sofortiger Wirkung ist Julia Dettmann nicht mehr Geschäftsführerin der gemeinnützigen Schloss GmbH. In einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch (11. März) gab Fürst Maximilian zu Bentheim Tecklenburg bekannt, dass seine Ehefrau Marissa sich bereit erklärt habe, "das Amt des Geschäftsführers während einer Übergangszeit ehrenamtlich zu übernehmen".

Die Umbaumaßnahmen führte der Fürst als Hauptgrund an. In diesem Jahr sei aufgrund der umfangreichen Innenarbeiten auf Schloss Hohenlimburg kein Geld mehr zu verdienen. Auch die Stadt Hagen nimmt der Schloss-Eigentümer in die Pflicht, da "der Zuschuss der Stadt Hagen von vornherein zu gering bemessen war und zuletzt bis auf 10.000 Euro abgeschmolzen wurde". Der Kostenaufwand der Burganlage an sich, äußere Faktoren wie das Wetter, die zu Verlusten im Veranstaltungsgeschäft geführt haben, hätten ihr übriges dazu getan, das strukturelle Defizit von Schloss Hohenlimburg zu verfestigen.
"Bereits heute ist vorauszusehen, dass das generelle Strukturproblem sich im Geschäftsjahr 2015 zu einer existenzbedrohenden Krise auswachsen kann, da wegen der Umbaumaßnahmen bis Mitte/Ende des Jahres hohe Einkommensbußen zu erwarten sind. Als Gesellschafter ist es unsere Pflicht, hier entschieden entgegenzuwirken", heißt es in der vorformulierten Presseerklärung. "Die Personalkosten und Sozialbeiträge in Höhe von 120.000 Euro sind bei weitem der größte Kostenblock der Schloss Hohenlimburg gGmbH. Die Einführung des Mindestlohns bringt zusätzliche Kosten mit sich. Das Geschäftsführergehalt mit einer Arbeitgeberbelastung in Höhe von 41.000 Euro fällt besonders ins Gewicht." Vor zwei Tagen hat die Gesellschafterversammlung, vom Fürsten einberufen, mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit und einer Enthaltung Julia Dettmann als Geschäftsführerin entlassen. Fürst Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg möchte gerne, dass Julia Dettmann ihre Tätigkeiten "projektbezogen" fortsetzt - vor allem die Organisation der einnahmeträchtigen Veranstaltungen wie Weihnachtsmarkt und Märchenfest.
Julia Dettmann, die der Pressekonferenz mit steinerner Miene folgte, wollte sich zu dem Vorgang nicht in der Öffentlichkeit äußern, betonte aber, dass es noch keinerlei Einigung über zukünftige Tätigkeiten ihrerseits gibt.
(Mehr dazu am Samstag im Print.)
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