ENERVIE zieht positive Bilanz

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Die ENERVIE - Südwestfalen Energie und Wasser AG – der regionale Energieverbund der Mark-E Aktiengesellschaft, der Stadtwerke Lüdenscheid GmbH, der ENERVIE AssetNetWork GmbH im südlichen Nordrhein-Westfalen sowie der bundesweit tätigen lekker Energie GmbH – konnte im Geschäftsjahr 2012 ein gutes Gesamtergebnis verzeichnen. Dieses Fazit zieht die Unternehmensgruppe anlässlich seiner Bilanzpressekonferenz.

Wesentliche Gründe hierfür sind ein konsequentes Kostenmanagement sowie eine optimierte Vermarktung der eigenen Kraftwerke. Dies führte dazu, dass im Geschäftsjahr 2012 bei einem Umsatz von über 1,4 Mrd. Euro der Bilanzgewinn auf 27 Mio. Euro weiter anstieg. Wie im Vorjahr sollen 17 Mio. Euro Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Eine Bilanz für die Standorte der ENERVIE Gruppe zeigt, dass rund 155 Mio. Euro an Wertschöpfung der Region zugute kommen.

Für die Versorgung der insgesamt rund 750.000 Kunden, Verteilerunternehmen und Energiehandelspartner lieferte die ENERVIE Gruppe 2012 rund 11,5 Milliarden Kilowattstunden Strom, 6,3 Milliarden Kilowattstunden Gas, 427 Millionen Kilowattstunden Wärme und 17,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. ENERVIE gehört zu den größten unabhängigen Energiedienstleistern mit Eigenerzeugung in Nordrhein-Westfalen und steht auch bundesweit für effiziente Energielösungen. Außerdem deckt die ENERVIE Gruppe als eines von nur rund 20 Unternehmen in Deutschland die gesamte Wertschöpfungskette im Energiemarkt ab. Über 80 Prozent der Aktien sind im Besitz der Städte und Gemeinden der Region, größte Aktionäre sind die Städte Hagen (43 %) und Lüdenscheid (24 %) sowie der Energieversorger RWE Deutschland AG (19 %). Zur ENERVIE Gruppe gehört auch die Netzgesellschaft ENERVIE AssetNetWork GmbH, die in Hagen, Lüdenscheid und der Märkischen Region für die Versorgung mit Strom, Gas und Trinkwasser Verteilungsnetze und -anlagen bereitstellt. Weiterhin gehört die lekker Energie GmbH mit 51 % zum Unternehmensverbund der ENERVIE – Südwestfalen Energie und Wasser AG.

ENERVIE Kennzahlen 2012 – Umsatzerlöse, Absatz und Ergebnis

Zu den Umsatzerlösen des ENERVIE Konzerns in Höhe von insgesamt 1.422,5 Mio. Euro trugen Mark-E mit 907,2 Mio. Euro, die Stadtwerke Lüdenscheid mit 106,2 Mio. Euro, die lekker Energie mit 308,0 Mio. Euro sowie die ENERVIE AssetNetWork mit 98,5 Mio. Euro bei. Auf andere Konzernunternehmen entfielen 2,6 Mio. Euro.

Stromabsatz und -erlöse

Der Stromabsatz 2012 im ENERVIE Konzern belief sich auf rund 11.537 Mio. Kilowattstunden (kWh) und nahm im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr deutlich um 18,8 Prozent ab. Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf lagen bei 1.098,1 Mio. Euro, ein Minus von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gasabsatz und -erlöse

Der Gasabsatz im ENERVIE Konzern fiel in 2012 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,9 Prozent auf 6.295 Mio. kWh. Die Erlöse aus dem Gasverkauf haben sich dagegen aufgrund der Ausweitung der Gashandelsaktivitäten um 16,2 Prozent auf 237,5 Mio. Euro erhöht.

Wasserabsatz und -erlöse

Die Trinkwasserabgabe 2012 an Endverbraucher stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,4 Prozent und betrug insgesamt 17,5 Mio. m3. Die Erlöse aus der Sparte Wasser in Höhe von 34,1 Mio. Euro liegen hingegen unter dem Niveau des Vorjahres, da die Stadtwerke Lüdenscheid aufgrund eines gewonnenen Prozesses den Kunden Rückerstattungen in Höhe von 2,9 Mio. Euro gutgeschrieben hat.

Die übrigen Erlöse entfallen auf die Sparten Dampf-, Wärme- und Druckluftverkauf (13,8 Mio. Euro), Freizeitbetriebe (2,1 Mio. Euro) und sonstige Umsatzerlöse (36,9 Mio. Euro).

Jahresergebnis - Konzernabschluss

Für 2012 zeigt sich im Konzernabschluss der ENERVIE ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 40,1 Mio. Euro (im Vorjahr 25,4 Mio. Euro). Nach Abzug der Außerordentlichen Aufwendungen sowie Steuern verbleibt ein Jahresüberschuss von 23,7 Mio. Euro (im Vorjahr 14,2 Mio. Euro). Der Bilanzgewinn hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Mio. Euro auf 27,3 Mio. Euro erhöht.

Jahresergebnis - Einzelabschluss

Der Einzelabschluss der ENERVIE ist durch die Einzelergebnisse der operativen Einheiten Mark-E, Stadtwerke Lüdenscheid und ENERVIE AssetNetWork geprägt. lekker Energie ist dagegen nicht durch einen Ergebnisabführungsvertrag mit ENERVIE verbunden, so dass das Ergebnis der lekker Energie nicht in das Ergebnis der ENERVIE einfließt. Den Gewinnabführungen von Mark-E (58,7 Mio. Euro) und Stadtwerke Lüdenscheid (8,7 Mio. Euro) standen übernommene Verluste der ENERVIE AssetNetWork (-25,5 Mio. Euro) gegenüber. Nach Abzug der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag verbleibt ein Jahresüberschuss von 26,1 Mio. Euro (Vorjahr: 17,1 Mio. Euro). Nach der Einstellung in andere Gewinnrücklagen (9,2 Mio. Euro) ergibt sich somit ein Bilanzgewinn von 17,0 Mio. Euro. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, diesen Betrag als Dividende auszuschütten.

Personal

Zum 31.12.2012 waren 1.796 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen der ENERVIE Gruppe beschäftigt, davon 93 Auszubildende. Der Personalaufwand ist leicht auf 122,0 Mio. Euro (Vorjahr 121,5 Mio. Euro) gestiegen. Gründe für den Anstieg liegen in den Entgelterhöhungen infolge des Tarifabschlusses für 2012.

Vertriebsaktivitäten – ENERVIE Verkauft

Mit den Vertriebsmarken Mark-E, Stadtwerke Lüdenscheid und lekker Energie hat sich die ENERVIE Gruppe weiter im Markt erfolgreich behauptet. Für die rund 750.000 Privat-, Geschäfts- und Industriekunden wurde das Produktportfolio erweitert, insbesondere durch „Plus Strom“ im Industriekundensektor und „Smart Home“ für Privat- und Geschäftskunden.

Die bundesweit einheitlich erhöhte EEG-Umlage (3,592 Ct/kWh) sowie die Einführung der § 19-Umlage in Höhe von 0,151 Ct/kWh zum 1. Januar 2012 konnten von Mark-E und den Stadtwerken Lüdenscheid kompensiert werden. Durch einen deutlichen Anstieg staatlicher Umlagen, Steuern und Abgaben sowie die Einführung einer zusätzlichen Offshore-Haftungsumlage wurde jedoch zum 1. Januar 2013 eine Preiserhöhung notwendig.

In der Gassparte haben Mark-E und Stadtwerke Lüdenscheid zum 1. September 2012 eine Preiserhöhung um 0,3 Ct/kWh (netto) vorgenommen, um höhere Gasbezugsaufwendungen zu kompensieren.

Die Verbraucherpreise für Wasser konnte Mark-E in 2012 stabil halten. Die Stadtwerke Lüdenscheid senkten die Grund- und Arbeitspreise mit Wirkung zum 1. Juli 2012 und kompensierten damit vollständig eine Preiserhöhung aus dem Jahr 2009. Grund der Preissenkung war die erfolgreiche Klage gegen eine erhobene Sonderabgabe des Ruhrverbands.

Die KlimaFair-Förderung, bei der Mark-E und Stadtwerke Lüdenscheid Privatkunden insgesamt 500.000 Euro für Investitionen in CO2-mindernde Maßnahmen zur Verfügung stellen, wurde inhaltlich überarbeitet und auch im Jahr 2012 erfolgreich fortgeführt.

ENERVIE Erzeugt

Im Geschäftsjahr 2012 fiel die Stromerzeugung auf 3.392 Mio. kWh (Vorjahr: 3.543 Mio. kWh). Die Marktbedingungen führten dabei zu einem verstärkten Einsatz der Kohleanlagen, während die GuD-Anlagen deutlich weniger Strom produzierten. Für den Kraftwerksblock E3 in Werdohl-Elverlingsen wurde eine Stilllegung für Frühjahr 2014 beschlossen.

Auch in 2012 führte ENERVIE den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung weiter fort: Errichtet wurde ein Windpark mit 17 Megawatt Leistung in Rayerschied (Hunsrück). Damit verfügte die ENERVIE Gruppe Ende 2012 über insgesamt 40 Megawatt Windkraftkapazitäten. Zudem wurden zwei weitere Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 144 Kilowattp in Betrieb genommen. Ende 2012 konnte darüber hinaus die Sanierung der dritten Turbine im Laufwasserkraftwerk Werdohl-Wilhelmsthal abgeschlossen und die Leistung hierdurch auf nun 1,2 Megawatt verdoppelt werden.

ENERVIE Vernetzt

Die ENERVIE Gruppe verfolgt weiterhin die Strategie, einerseits ihre angestammten Konzessionen zu sichern, sich zum anderen aber auch offensiv um neue Konzessionen zu bewerben. So konnten Anfang 2013 die Konzessionen für die Sparten Strom, Gas und Wasser in Hagen und Lüdenscheid um 20 Jahre verlängert werden.

Auch in 2012 hat ENERVIE Vernetzt diverse Netzprojekte begonnen bzw. abgeschlossen. Hierzu zählen die 110-kV-Ringschlussleitung Plettenberg-Holthausen bis Siesel, die Stahlsanierung durch Ersatzneubau der 110-kV-Freileitung Oege 1/2 und Lenne 2/3, der Neubau des Trinkwasserhochbehälters in der Nähe der Hasper Talsperre sowie der Aufbau eines Überwachungssystems für das Wasserrohrnetz in Hagen. Im Netzservice wurden im Berichtsjahr insgesamt 26 Mio. Euro in die Netze und Anlagen sowie 13 Mio. Euro in die Instandhaltung und Sicherstellung der Versorgungssicherheit vorhandener Anlagen investiert.

Freizeitbetriebe

Für das Familienbad am Nattenberg stieg auch im Betriebsjahr 2012 die Besucherzahl auf nunmehr fast 266.000 Besucher an. Dagegen ging im „Saunadorf“ am Nattenberg die Besucherzahl mit rund 52.000 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück.

Standortzentralisierung bringt Vorteile

Die in Hagen an ehemals neun Standorten tätigen rund 750 Mitarbeiter der ENERVIE Gruppe werden ab Frühjahr 2014 in einer neuen Unternehmenszentrale arbeiten. Baubeginn war im September 2012. Ein wesentliches Ziel ist die Nutzung zahlreicher Synergieeffekte, um mittel- bis langfristig einen zusätzlichen Beitrag zur Ergebnisverbesserung zu erzielen. Das Konzept und die bauliche Umsetzung sieht neben weiteren wirtschaftlichen Vorteilen durch eine energieeffiziente Technik und nachhaltige Bauweise auch eine zukunftsweisende Arbeitsweise in „neuen“ Arbeitswelten vor.

Standortbilanz vorgelegt

Erstmals hat ENERVIE für das Jahr 2012 eine Standortbilanz vorgelegt, aus der die bedeutende Rolle des Unternehmensverbundes für die regionale Wirtschaftskraft deutlich wird: So flossen rund 155 Mio. Euro von Seiten der ENERVIE in den regionalen Wirtschaftskreislauf zurück. Zudem entstehen durch Aufträge, Steuern, Abgaben und Konsumabgaben der ENERVIE Gruppe und ihren Mitarbeitern rechnerisch 1.836 weitere Arbeitsplätze.

Strategie und Ausblick

Bei einem Weiterbestand des derzeitigen Marktdesigns mit einem erheblichen Ausbau erneuerbarer Energien und dem hieraus resultierenden Ungleichgewicht rechnet ENERVIE im Erzeugungsbereich insbesondere für die kommenden Geschäftsjahre mit massiven Verlusten. Für diesen Zeitraum geht das Unternehmen daher auch von Gesamtergebnissen aus, die deutlich unter dem des Geschäftsjahres 2012 liegen. Durch weitere Kostensenkungen und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Vermarktungsstrategie soll dennoch auch hier ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden. ENERVIE fordert von der Politik die schnelle Einführung und Umsetzung eines neuen Energiemarktdesigns. Hier sollten unter anderem für die Bereitstellung fossiler Kraftwerkskapazitäten eine Leistungskomponente anerkannt und vergütet sowie erneuerbare Energien stärker in die Verantwortung genommen werden.
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