Kreisverwaltung verurteilt Angriff auf Mitarbeiter als hinterhältig

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Die Kreisverwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises reagiert bestürzt auf den Angriff auf einen Mitarbeiter des Jobcenters EN. Am Montagnachmittag hatte ein Leistungsempfänger in der Regionalstelle Hattingen einen Mitarbeiter mit einem Messer attackiert und erheblich im Bauchbereich verletzt. Das Opfer befindet sich im Krankenhaus, der Täter konnte bereits gestern Nachmittag von der Polizei festgenommen werden. Die Mordkommission Hagen hat die Ermittlungen übernommen, der Haftrichter Untersuchungshaft angeordnet.


Landrat Olaf Schade und Heiner Dürwald, Leiter des Jobcenters EN, sind am frühen Dienstagvormittag in der Regionalstelle in Hattingen gewesen und haben mit den Mitarbeitern gesprochen. "Alle sind über das, was passiert ist, entsetzt und schockiert. Denn klar ist ohne Wenn und Aber: Eine solche Tat ist nicht zu rechtfertigen. Auch nicht dadurch, dass sich der Täter durch eine Leistungskürzung vermutlich in einer schwierigen Lage befunden hat. Eine solche Tat ist schlicht hinterhältig und feige", stellte Schade unmissverständlich klar.

Zusammen mit Dürwald bot er dem Opfer sowie den Mitarbeitern der Regionalstelle die Hilfen an, die sie benötigen, um mit den Ereignissen umgehen zu können. "Und natürlich gilt unser Mitempfinden und unsere Unterstützung auch der Familie des Mitarbeiters." Am Dienstag hatte die Regionalstelle Hattingen des Jobcenters EN wie gewohnt von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Den Mitarbeitern war es aber freigestellt, Kunden zu bedienen.

Tags zuvor hatte der Täter das Jobcenter EN betreten und seinen Gesprächswunsch über ein Telefon auf dem Flur angemeldet. Der Mitarbeiter wollte ihn an der grundsätzlich verschlossenen Zugangstür zum Beratungsbereich abholen. Dies ist Teil des Sicherheitskonzeptes. Unmittelbar nach Öffnen der Tür stach der Leistungsempfänger mit einem Messer zu. Parallel gelang es dem Opfer, die Tür wieder zu schließen und den Angriff damit zu beenden. Dem im Bauchbereich Verletzten kamen Kollegen zu Hilfe. Sie alarmierten zudem den Rettungsdienst und die im gleichen Gebäude untergebrachte Polizei.

Als Motiv für die Tat gilt eine Entscheidung von Mitte November. Seinerzeit waren dem langjährigen Leistungsempfänger wegen mangelnder Mitwirkung die Leistungen gestrichen worden. Den entsprechenden Bescheid hatte das Opfer unterzeichnet.
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