Musik lässt Gesichter strahlen

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Einmal in der Woche packt Rüdiger Drallmeyer seine Gitarre ein und besucht Flüchtlinge in einer der Breckerfelder Unterkünfte. Wenn er dann sieht, wie sie die Saiten streicheln und sich im selben Moment ihre Gesichter entspannen, dann weiß er: Leid und Traumata sind für den Moment verbannt. Foto: privat.
Rüdiger Drallmeyer arbeitet als Lehrer am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg Lüdenscheid, den Fachschulen für Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege. Aus seinem Berufsalltag weiß er um die heilende Wirkung von Musik. Da er sich in seiner Freitzeit in der der Bürgerinitative „Forum Flüchtlinge Breckerfeld“ engagiert, lag die Idee nicht fern, mit Flüchtlingen auch Musik zu machen.
Dabei ging es weniger um das Einstudieren von Songs, sondern um die Begegnung mit Klängen, das Spüren der Vibration, wenn die Finger über die Gitarrensaite gleiten oder die Hände das Fell der Trommel zum Schwingen bringen. „Man hat den Eindruck, als würden während des Musizierens ganze Lasten von den Schultern der Menschen fallen“, so Drallmeyer. „Es geht viel Kraft in die Trommel und viel Gefühl in die Saiten meiner Gitarre. Die Gesichter hellen sich auf und es wird viel gelacht.“
Eine unkomplizierte Art, sich zu verständigen, wo Sprache auf Barrieren trifft. Deshalb will Drallmeyer sein Musikprojekt unbedingt weiterführen. Dafür hat er kurz vor Weihnachten eine Trommel und weitere Instrumente gekauft, damit möglichst viele seiner „Musikschüler“ von dem Angebot profitieren können. „Ich hatte anfangs ja nur meine eigene Gitarre im Gepäck. Und wenn ich sehe, wie groß das Bedürfnis ist, selbst Klänge zu erzeugen, während man warten muss, bis der andere das Instrument hergibt, dann würde ich gern mehr Instrumente zur Hand haben.“ Das private Budget ist begrenzt, deshalb würde sich Drallmeyer über Spenden sehr freuen. Am liebsten hätte er noch einige Gitarren und Trommeln. Kontakt unter gr-drallmeyer@t-online.de.
Übrigens ist Drallmeyers Musikprojekt in der Breckerfelder Flüchtlingsinitiative sehr gut aufgehoben. Dieser lose Zusammenschluss besteht seit gut einem Jahr. Die Ehrenamtlichen bieten nicht nur Beratung an. Sie pflegen den Kontakt zu den Flüchtlingen auch im internationalen Café, fahren mit ihnen zu Ärzten und ins Krankenhaus oder vermitteln in Konflikten Kontakte zu Kindergärten, Schule, Gesundheitsamt und anderen behördlichen Beratungsstellen. Dank des Breckerfelder Forums gibt es eine Fahrradwerkstatt, Kleiderkammer, Deutschunterricht, Spielnachmittage und auch viel Musik.
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