Mutmaßlicher Vergewaltiger festgenommen

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Hagen: Hagen |

Eine Serie von brutalen Vergewaltigungen in Hagen und Iserlohn hatte in den Jahren 2008 und 2009 die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt und bundesweit für Aufsehen gesorgt. Gut fünf Jahre nach den Taten scheint der Täter gefasst: Ein 31-jähriger Hagener hat gestanden, die Frauen überfallen zu haben.

Er griff seine Opfer von hinten an, bedrohte sie mit einer vermeintlichen Waffe und zwang sie so, alles über sich ergehen zu lassen. Sein letztes Opfer war ein 16-jähriges Mädchen in Hagen. Zuvor hatte der Mann sich auch an einer Frau in Iserlohn vergangen. Sein Beuteschema, so Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli, war eindeutig erkennbar: Junge, zierliche, blonde Mädchen. Die Ermittler vermuteten damals bereits seinen Wohnort, konnten einen Personenkreis abgrenzen und beantragten eine DNA-Entnahme: Rund 500 Personen gaben damals freiwilllig eine Speichelprobe ab - ohne Ergebnis.
Ein Zufall führte die Ermittler nun endlich zum Täter, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag erklärten: Seit dem Frühjahr fiel in Hagen ein Mann auf, der aus dem Auto heraus Mädchen ansprach, „ob sie sich 200 Euro verdienen wollen“. Ende Mai sprach der Mann wieder aus dem Auto heraus ein Mädchen an und bot ihr 50 Euro, wenn sie ihm beim Onanieren zusehen wolle - während er bereits „aktiv“ war. „Das Mädchen reagierte clever und notierte sich das Kennzeichen“, so Dr. Pauli. Im Zuge des Ermittlungsverfahrens wegen Exhibitionismus nahm die Polizei eine Speichelprobe - und erzielte den lang ersehnten Volltreffer.

DNA identisch

Die DNA des Täters war mit wenigstens einer Spur der Vergewaltigungen vollkommen identisch. Und tatsächlich wohnte der Hagener genau dort, wo man vor fünf Jahren vergeblich gesucht hatte - dadurch, dass der damals gesehene Wagen nicht auf ihn, sondern seine Lebensgefährtin zugelassen war, war er schlichtweg durchs Raster gefallen.
Am Mittwoch klickten die Handschellen - der 31-Jährige hat die Taten gestanden. Ihm werden weitere Versuche zur Last gelegt, die er aber laut Polizei von sich weist.
Wohl auch für die Polizei überraschend war die Tatsache, dass der Mann vorher nie polizeilich in Erscheinung getreten ist: „Bis dahin war er ein unbescholtener Bürger“, so Dr. Pauli. Der Täter lebt in Hagen, hat aber eine Arbeitsstelle als ungelernter Arbeiter in einer Metallfabrik in Iserlohn - dort geschah auf seinem Weg zur Arbeit eine der Taten.
Zum Profil des Mannes gaben die Ermittler nur an, er zeige sich in seinem Umfeld eher „machohaft“ - eine „unzufriedenstellende Lebenssituation“ habe ihn dazu gebracht, nach fünf Jahren Pause wieder Opfer zu suchen.
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