Tschernobyl-Zeitzeugen zu Gast in Hagen

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Martin Bradenbrink und Raphael Gehrmann haben eine Aktionswoche rund um den Tschernobyl-Jahrestag geplant. (Foto: privat)
Vor 31 Jahren passierte am 26. April das bis dahin Undenkbare. Bei einem Testversuch in Block 4 des AKW Tschernobyl geriet der Reaktor außer Kontrolle und zerbarst. Die gewaltige Druckwelle sprengte die 2.800 Tonnen schwere Deckenplatte in die Luft und große Mengen Radioaktivität breitete sich aus. Nicht nur in Belarus und der Ukraine. Nur langsam und stückweise kam das ganze Ausmaß dieses Super-Gaus an die Öffentlichkeit. An dieses Ereignis wird in den kommenden Tagen auf verschiedene Weise in Hagen gedacht. Jahrelang versuchte damals die Führung der Sowjetunion, Informationen unter Verschluss zu halten. Die Bevölkerung blieb weitgehend im Ungewissen, bis Anfang der 90er Jahre eine Bürgerbewegung in Belarus das Thema öffentlich machte.

Das führte zu einer großen Solidaritätsbewegung. In vielen Städten und Landkreisen in Deutschland und Europa bildeten sich Initiativen, die „Tschernobyl-Kinder“ zur Erholung einluden. Darüber hinaus wurden vielfältige Hilfstransporte, Gastelternreisen und auch medizinische Projekte auf den Weg gebracht. Auch in Hagen bildete sich der Initiativkreis „Kinder von Tschernobyl“. Viele Jahre wurden Kindererholungsmaßnahmen durchgeführt und der BDKJ (Bund der Deutschen Kath. Jugend) lud später auch zu Jugendbegegnungen ein, wo bis heute noch Kontakte bestehen.
"Bei den in den kommenden Tagen stattfindenden 23 Zeitzeugengesprächen in vielen Hagener Schulen und Einrichtungen kommen nicht nur Erfahrungen von Hilfskräften aus den ersten Jahren zu Wort, sondern auch ehemalige Kinder und Jugendliche erzählen von ihren ganz persönlichen Lebenserfahrungen der nachfolgenden Generation", so Martin Bradenbrink und Raphael Gehrmann, die die Aktionswoche rund um den Tschernobyl-Jahrestag mit einigen Engagierten geplant haben.
Sie laden auch die breite Öffentlichkeit zu einem Informations- und Begegnungsabend für kommenden Dienstag, 25. April, ab 19 Uhr im Pfarrzentrum der St. Johannes Baptist Gemeinde am Boeler Kirchplatz ein. Um 21 Uhr schließt sich dann dort die Kerzenaktion der Pfadfinder an, um in einem europaweiten Solidaritätszeichen der Opfer zu gedenken und die zukünftigen Generationen in Belarus und der Ukraine nicht allein zu lassen.
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