Vier Jahre Kampagne "Null Toleranz bei Gewalt" im Jobcenter Hagen

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Hagen: Agentur für Arbeit |

17 Männer haben im Jobcenter Hagen derzeit Hausverbot, vier davon unbefristet. Sie alle haben Mitarbeitende im Jobcenter entweder körperlich oder verbal attackiert.


17 ist gemessen an der Zahl der Personen, die vom Jobcenter betreut werden, eigentlich sehr wenig. Rund 27.000 Hagener beziehen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II und sind damit beim Jobcenter gemeldet. Doch für die Mitarbeitenden sind diese Einzelfälle, in denen sie mit Morddrohungen überzogen oder angegriffen wurden, traumatisch.

Damit es gar nicht so weit kommt, hat das Jobcenter Hagen im April 2013 die Kampagne „Null Toleranz bei Gewalt“ gestartet. Überall in den Gebäuden hängen Plakate, die darauf hinweisen, dass jede Form von Gewalt geahndet wird. Vor allem aber soll es die Mitarbeitenden darin bestärken, frühzeitig Grenzen aufzuzeigen. „Manche Kolleginnen und Kollegen tolerieren zum Beispiel Beleidigungen, weil sie hoffen, einem erbosten Kunden so keine Angriffsfläche zu bieten. Doch gerade in solchen Situationen wäre es besser, deutlich auf die vorliegende Grenzüberschreitung hinzuweisen“, betont Michael Bus, der als Bereichsleiter unter anderem für das Personalwesen zuständig ist. „Meistens sorgt ein klarer Hinweis auf unsere Null-Toleranz-Politik dafür, dass sich die Lage schnell wieder entspannt“, sagt Bus. Lässt sich ein aggressives Gegenüber trotzdem nicht beruhigen, sollen die Mitarbeitenden den Sicherheitsdienst verständigen.

Die Null-Toleranz-bei-Gewalt-Kampagne macht jedem klar: Kommt es zu körperlichen Angriffen oder Drohungen schaltet das Jobcenter Hagen sofort die Polizei ein. Auch bei Gewaltandrohungen per Mail oder Telefon wird keine Ausnahme gemacht.
„Die Polizei nimmt dann eine sogenannte Gefährderansprache vor“, weiß Michael Bus. Dazu wird der Kunde von Polizisten aufgesucht. Parallel verhängt das Jobcenter ein Hausverbot. In 75 Prozent der Fälle wird es nach einer gewissen Zeit und bei entsprechender Einsicht des Kunden wieder aufgehoben.
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