Afrikanische Schweinepest droht: Saupark im Stadtwald wird doppelt eingezäunt

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Wer in diesen Tagen im Hagener Stadtwald spazieren geht, wird sich vielleicht über die Arbeiten am Wildschweingatter gewundert haben: Arbeiter ziehen zurzeit einen zweiten Zaun rund um den bereits bestehenden, so dass ein direkter Kontakt mit den Tieren nicht mehr möglich ist. „Wir machen das aber bestimmt nicht, um die Besucher zu ärgern“, erklärt Stadtwald-Revierleiter Martin Holl vom Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH), „sondern zum Schutz der Tiere.“ In Europa ist nämlich die Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch, gegen die Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen.

Die tödliche Krankheit befällt Wildschweine wie Hausschweine. Sie ist zwar nicht für Menschen gefährlich, überträgt sich aber von Tier zu Tier und auch über Lebensmittel. Und so hat die EU eine Verordnung erlassen, nach der alle Schwarzwildgehege mit einem Doppelzaun versehen werden müssen, der für mindestens zwei Meter Abstand sorgt.

So soll eine mögliche Ansteckung mit der Schweinepest durch „wildes“, freilebendes Schwarzwild unterbunden werden. Was natürlich auch zur Folge hat, dass die Wildschweine im Hagener Stadtwald künftig nicht mehr gefüttert werden können – und zu ihrer eigenen Sicherheit auch nicht dürfen. Wenn auch nur eines der Tiere erkrankt, müsste die ganze Rotte im Hagener Stadtwald getötet werden. Für die Wildschweine gilt daher ein Fütterungsverbot, entsprechende Schilder werden demnächst aufgehängt. „Damwild und Mufflons können natürlich weiterhin gefüttert werden“, so Holl, „an ihrem Gehege steht auch ein Automat, an dem man Futter kaufen kann.“

Etwa 60 Tiere leben zurzeit in den zwei Gehegen – je 20 Stück Damwild und Mufflons im unteren, die 20 Wildschweine haben ein Stück weiter oben ihr eigenes, 20.000 Quadratmeter großes Zuhause. Drei von ihnen wurden mit der Hand aufgezogen, darunter die Bache Heidi. Martin Holl: „Man erkennt sie an ihren Puschelohren.“ Dank seiner Hanglage ist das Gatter auch trotz des zweiten Zaunes als Abstandshalter von der Deerthstraße herunter sehr gut einsehbar. Ein alter Laubbaumbestand mit reichlich Raum zum Suhlen und Wühlen, in dem es keinen Stress, dafür aber jede Menge Bucheckern und Würmer aufzustöbern gibt – „ein absolut natürlicher Lebensraum“ erklärt Holl, „die Tiere fühlen sich hier im wahrsten Sinne des Wortes sauwohl.“

Die Bauarbeiten erfolgen abschnittsweise. Stück für Stück wird zuerst der alte Zaun repariert, danach der neue gebaut, während die Tiere in einem abgetrennten Bereich bleiben. Spätestens im März will der WBH das ganze Wildschweingehege doppelt eingezäunt haben

Wer den Tieren weiterhin etwas Gutes tun möchte, kann auch mit einer Spende helfen: Der 2010 gegründete Förderverein der Wildgehege im Wehringhauser Bachtal e. V. will deren Erhalt sichern, übernimmt die Futterkosten, hilft mit praktischen Arbeiten und hat auch den Umbau des Gatters gefördert. Infos unter www.wildgehege-hagen.de. Ein erheblicher Anteil der Umbaukosten kam von der Dortmunder van Eupen-Stiftung.

Der WBH unterhält einen ständigen Bereitschaftsdienst, den man informieren kann, wenn mit den Tieren im Wildgehege etwas nicht in Ordnung ist. Schilder mit der Notrufnummer 02331/3677-499 wurden vor Ort aufgehängt.

Die beiden Wildgehege im Stadtwald Wehringhausen kann man das ganze Jahr über besuchen. Vom Eugen-Richter-Turm aus geht es stadtauswärts die Elsa-Brändström-Straße entlang, dann biegt man in die Deerthstraße ein, wo die Gatter direkt am Weg liegen. Zuerst kommt das Damwildgatter auf der rechten Seite, dann das Wildschweingatter auf der linken.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Virusinfektion, die für Haus- und Wildschweine tödlich ist. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar. Sie wird entweder direkt über Tierkontakte oder indirekt übertragen. Unter ungünstigen Bedingungen kann bereits ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen ausreichen, um die Seuche einzuschleppen.
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