30 Millionen Euro: HVG bürgt für Enervie

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Hagen: Hagen |

Mit nur einer Enthaltung und einer Gegenstimme hat der Rat der Stadt Hagen in nichtöffentlicher Sitzung am Donnerstag eine Bürgschaft der Hagener Versorgungs- und Verkehrs GmbH (HVG) für Enervie auf den Weg gebracht. Rund 30 Millionen Euro sollen helfen, Enervie wieder auf Kurs zu bringen.

Die HVG selbst legte in dieser Woche eine sehenswerte Bilanz vor, die aber aufgrund der Enervie-Krise dennoch ein millionenschweres Defizit aufweist. Die fehlende Ausschüttung der Dividende, mit der Enervie bisher das Defizit der Schwimmbäder und des Busverkehrs ausglich, sowie der gesunkene Wert der Enervie-Aktien, die die HVG hält, machen ein Minus von rund 39,5 Millionen Euro aus. Trotzdem hat die Politik mit breiter Mehrheit beschlossen, mit Hilfe der HVG Enervie zu unterstützen.
In einer Pressemitteilung der SPD heißt es: "Nach den positiven Zukunftsperspektiven zur Enervie ist es nur folgerichtig, dass wir unserem heimischen Energieversorger zur Seite stehen.“ Mit diesen Worten kommentierte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Werner König das Votum des Rates, als Anteilseigner mit 29,82 Millionen Euro für das Unternehmen zu bürgen.
Oberbürgermeister Erik O. Schulz ist von der Richtigkeit dieser Entscheidung ebenso überzeugt: "Die HVG hat Jahre die Dividende von Enervie bekommen, nun ist es auch eine Sache der Haltung. Die Energiewende haben wir alle gewollt." Letztendlich laufe die Bürgschaft auf ein Darlehen hinaus, das mit Zinsen zurückgezahlt werde. Eine Sicherheit dafür vermochte Schulz nicht zu geben, aber: "Wir sind keine Dorftrottel und werfen Geld in ein schwarzes Loch. Wir haben gute Berater in der Enervie. Wir machen uns professionelle Gedanken über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens."
Wenn die Bürgschaft in Bargeld umgemünzt wird, werden der HVG 30 Millionen Euro fehlen. Wie das refinanziert wird? "Wir wissen es noch nicht."
Das Gespräch zum Thema HVG-Bürgschaft war Teil eines Interviews "OB Schulz - Ein Jahr im Amt". Mehr dazu in der Stadtanzeiger-Ausgabe am Mittwoch.
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