Die Grünen fordern Rückgabe der Ehrennadel

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Hagen: Hohenlimburg |

Der Beitrag des Heimatforschers Dr. Wilhelm Bleicher über den Soldaten des NS-Regimes, Fritz Witt, schlägt weiter Wellen. Die öffentliche Distanzierung und Entschuldigung des Heimatvereins reicht den Grünen nicht - sie fordern die Ehrennadel zurück, die Dr. Bleicher im vergangenen Jahr verliehen wurde. Nach Mitteilung des Heimatvereins gibt es aufgrund seiner schweren Erkrankung von Dr. Bleicher selbst noch keine Stellungnahme.
Hier die Pressemitteilung der Grünen:

GRÜNE fordern Rückgabe der Ehrennadel von Heimatforscher Bleicher

Pfefferer: „Heimatverein sollte seine Redaktionspolitik überdenken“

Die Hagener GRÜNEN fordern den Hohenlimburger Heimatforscher Dr. Wilhelm Bleicher auf, die im vorigen Jahr von der Stadt verliehene Ehrennadel zurückzugeben.

„Dass sich der Hohenlimburger Heimatverein jetzt von seiner jüngsten Veröffentlichung distanziert, ist notwendig, aber nicht hinreichend. Ich gehe davon aus, dass nach diesem Vorfall eine von Dr. Bleicher verantwortete Redaktion der Heimatblätter nicht mehr stattfinden kann“, meint die grüne Fraktionssprecherin und Hohenlimburger Bezirksvertreterin Nicole Pfefferer. „Es ist schon eine seltene Instinktlosigkeit, pünktlich zum 70. Jahrestag der Befreiung die vollständig unkritische Würdigung eines SS-Manns zu publizieren. Einem solchen Thema hätte man sich wissenschaftlich fruchtbar vielleicht anders nähern können: Indem man zeigt, dass Führungsfiguren im nationalsozialistischen Vernichtungskrieg nicht nur aus einer hauptstädtischen Elite stammten, sondern wie im Fall von Generalmajor Witt eben auch aus der westfälischen Provinz. Der Glaube an die menschenverachtenden Ziele der Nazis war in allen Bevölkerungsschichten und Regionen Deutschlands vorhanden und ließ sich für die Kriegführung mobilisieren. Daran muss man an einem solchen Jahrestag erinnern. Dr. Wilhelm Bleicher nutzt stattdessen seine unkontrollierte Funktion als Redakteur der Heimatblätter, um ein militaristisches Heldenbild ins Blatt zu schmuggeln. Diese ohne erkennbare Quellenkritik auf der Basis fragwürdiger Sekundärliteratur verfasste Darstellung mündet gar in der Behauptung , Witt habe ‚zeitlebens immer an eine bessere Welt geglaubt‘. Wohlgemerkt: Wir reden vom Befehlshaber einer SS-Division, die nachweisbar an Kriegsverbrechen beteiligt war. Die „bessere Welt“, für die SS-Brigadeführer Fritz Witt aus diesem von Dr. Bleicher diagnostizierten Idealismus getötet hat und gestorben ist, bestand aus Diktatur und Gewaltherrschaft. Diese Ziele seines Wirkens sind grundverschieden von unserem demokratischen Gemeinwesen, das seinem Hagiographen Dr. Bleicher voriges Jahr eine Ehrennadel für seine Verdienste um die Heimatforschung verliehen hat. Wer diesen Unterschied offenbar weder in Wertung noch Begrifflichkeit erkennt, sollte eine solche Ehrung nicht behalten. Dr. Bleicher, geben sie die Nadel zurück!“
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