Drastische Erhöhung der Netzentgelte - SIHK-Appell an Bundesregierung

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Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) bittet die heimischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten dringend, sich verstärkt dafür einzusetzen, dass die drastische Erhöhung der Netzentgelte beim Strom rückgängig gemacht wird.

Gegenüber NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die SIHK gegen die gravierende Benachteiligung der heimischen Wirtschaft durch die Verdoppelung der Netzentgelte protestiert und gefordert, die Kosten für die Vorhaltung der Reservekraftwerke im Ringnetz von Enervie im gesamten überregionalen Stromnetz und nicht nur in Südwestfalen zu verteilen.

Einseitige Belastung der heimischen Betriebe


Hagen und der Märkische Kreis sind von der drastischen Erhöhung der Netzkosten besonders betroffen. Die Netzentgelte steigen im kommenden Jahr um 100 Prozent, die energieintensiven Unternehmen (Kaltwalzer, Schmieden, Oberflächenveredeler, Drahtzieher, Federnwerke und Papierhersteller) müssen mehrere 100.000 Euro, in der Spitze bis zu fünf Millionen Euro, zusätzlich bezahlen. „Die Kostensteigerung ist dramatisch, weil sie die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie gravierend einschränkt. Der Verlust von Arbeitsplätzen und die Verlagerung von Investitionen ins Ausland oder zumindest an andere deutsche Standorte werden die Folge sein“, beschreibt SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. Hans-Peter Rapp-Frick die Situation.

Die SIHK hat sich deshalb in gleichlautenden Briefen gemeinsam mit zahlreichen namhaften Unternehmen der Region an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gewandt, um auf die einseitige Belastung der Industriebetriebe im Märkischen Südwestfalen hinzuweisen. „Das Who is Who der heimischen Wirtschaft hat die Briefe an Frau Kraft und Herrn Gabriel mitgezeichnet,“ so SIHK-Hauptgeschäftsführer Rapp-Frick: „Die Auswirkungen der Erhöhung der Netzentgelte werden dramatisch sein.“

Gravierende Standortnachteile


In den Zuständigkeitsbereich von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel fällt die Bundesnetzagentur, die die Versorgungssicherheit gewährleisten und den Ausbau des Übertragungsnetzwerkes sicherstellen muss. „Die besondere Versorgungssituation in Hagen und im Märkischen Kreis, die lediglich durch ein Ringnetz der Enervie versorgt werden können und nur über eine unzureichende Koppelstation an das überregionale Stromnetz angebunden ist, die nicht Enervie sondern dem überregionalen Netzbetreiber Amprion gehört, darf nicht dazu führen, dass die drastisch steigenden Netzentgelte nur auf die südwestfälischen Unternehmen umgelegt werden“, fasst Rapp-Frick die Meinung der heimischen Wirtschaft zusammen.

Der Bundeswirtschaftsminister ist als Energieminister gefordert. Nach den heftigen Reaktionen und Beschwerden der betroffenen Unternehmen befürchtet die SIHK gravierende Standortnachteile der Industriebetriebe durch die explodierenden Energiepreise. Der Appell der Wirtschaft in Südwestfalen an NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft geht dahin, sich in Berlin dafür einzusetzen, dass es nicht zu politisch verursachten Wettbewerbsnachteilen im Vergleich zu in- und ausländischen Konkurrenten und Standorten kommt. Dazu müssen die Zusatzkosten auf das gesamte überregionale Netz und nicht nur auf die Kunden in Hagen und im Märkischen Kreis verteilt werden.
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