Frische Luft für die City: Blaue Umweltplakette ist das falsches Zeichen

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Die Szenarien zum gezielten Abriss an der Finanzamtsschlucht werden schon seit mehr als einem Jahrzehnt diskutiert. (Foto: Archiv)

Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) und der Einzelhandelsverband sehen die Gedankenspiele für eine blaue Umweltzone in Hagen kritisch. „Die Hagener City und ihr Einzelhandel müssen erreichbar bleiben. Wir brauchen jetzt zukunftssichere Verkehrskonzepte statt weiterer Einfahrtsbeschränkungen in die City.“ Burkhard Blesel, Vorsitzender des SIHK-Handelsausschusses, und Klaus Willmers, Geschäftsführer des Handelsverbandes Südwestfalen, sind sich da ganz einig.

Pauschale Zugangsbeschränkungen verteuerten den Verkehr für Wirtschaft und Bevölkerung und führten zu Verlagerungseffekten mit den entsprechend negativen Folgen für Umwelt und Verkehrsfluss. Die Folge: Eine Schwächung des innerstädtischen Einzelhandels und die indirekte Förderung von Einzelhandelsangeboten „auf der grünen Wiese“.
„Hier zeigt sich erneut, wie wichtig ein integriertes Stadtentwicklungskonzept für Hagen ist. Wir müssen nun Umwelt- und Verkehrspolitik sowie den Schutz der Gesundheit ebenso unter einen Hut bringen, wie das Ziel einer erreichbaren Innenstadt“, ist Burkhard Blesel die Dimension der Aufgabe für die Hagener Politik durchaus bewusst. „Gerade vor dem Hintergrund der Konkurrenzsituation Hagens mit dem Umland, aber auch des stationären Handels mit den Angeboten aus dem Internet brauche der Hagener Innenstadthandel kluge Lösungen, die eine von den Kunden akzeptierte Zugänglichkeit der Innenstadt sicherstellen“, fordert Handelsverbandschef Willmers. Dazu zählten kostengünstige Parkmöglichkeiten in Verbindung mit einem entsprechenden Shuttle-Service in die Innenstadt, ein attraktiver ÖPNV mit verlässlichen Verbindungen auch in den Abendstunden, verlängerte Lieferzeiten in der City, um Verkehre zu entzerren und eben auch städtebauliche Maßnahmen.
Zudem werden die Szenarien zum gezielten Abriss an der Finanzamtsschlucht bereits seit mehr als einem Jahrzehnt diskutiert. „Diese nun als verspätet und rückwärtsgewandt zu bezeichnen, ist nicht zielführend und verhindert einen unvoreingenommenen Blick nach vorne“, so Blesel. „Eine blaue Umweltplakette würde viele Bürgerinnen und Bürger vom Stadtleben ausschließen und eine lebendige Innenstadt in Hagen gefährden. Damit werden sämtliche Bestrebungen, den Standort Innenstadt zu stärken, konterkariert“, erteilt Klaus Willmers abschließend einer weiteren Verschärfung der Umweltzone eine deutliche Absage.
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