Visite im Krankenhaus

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Tauschten sich über den Klinikalltag und aktuelle Herausforderungen aus (von links): Chefarzt Dr. Joachim Dehnst, Ärztlicher Direktor, Gabi Lehrke, Pflegedienstleiterin, Ursula Göbel, Krankenhaus-Geschäftsführerin, Cemile Giousouf, CDU-Bundestagsabgeordnete.
Hagen: Krankenhaus Elsey in Hohenlimburg |

Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf besuchte das Evangelische Krankenhaus Elsey

Hohenlimburg. Familie und Beruf vereinbaren, Nachwuchskräfte gewinnen, Zulassungsanträge für ausländische Ärzte beschleunigen, sprachliche und kulturelle Barrieren abbauen – Themen, die den Beschäftigten im Evangelischen Krankenhaus Elsey am Herzen liegen und über die sie sich mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Cemile Giousouf ausgetauscht haben. Geschäftsführerin Ursula Göbel, Chefarzt und Ärztlicher Direktor Dr. Joachim Dehnst und Pflegedienstleiterin Gabi Lehrke führten die Politikerin durch das Haus, berichteten vom Klinikalltag und sprachen über aktuelle Herausforderungen.
Im Rahmen ihrer Sommertour besucht Giousouf, Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion, Gesundheitsbetriebe in ihrem Wahlkreis Hagen und dem südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis. In Zeiten steigenden Kostendrucks, zunehmender Bürokratie und gravierenden Sparmaßnahmen, haben es Krankenhäuser immer schwerer. „Ich hoffe, im direkten Gespräch zu erfahren wo der Schuh drückt“, erklärte Giousouf.
Das Ev. Krankenhaus Elsey, das zum Verbund der Diakonie in Südwestfalen gehört, vereint unter seinem Dach die Allgemeine Innere Medizin und Chirurgie, Anästhesie, Orthopädie, Kardiologie, ein Suchtbehandlungszentrum sowie die Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde und Gynäkologie als Belegabteilungen. Mit 138 Betten gehört es zu den kleineren Häusern. „Leistung und Qualität sind nicht an der Größe eines Hauses fest zu machen, sondern am Engagement der Mitarbeiter. Auf die sind wir sehr stolz“, betonte Göbel. „Wir brauchen uns als kleines Haus nicht zu verstecken“, ergänzte Dr. Dehnst. „Unsere Stärke ist die individuellere Betreuung.“ Doch auch im Elseyer Krankenhaus hat die Arbeitsdichte als Folge des Kostendrucks und der neuen Patientengeneration zugenommen. Heute sei der Pflegeaufwand größer als früher und Patienten häufig multimorbide, schilderte Dr. Dehnst. Lehrke ist über den mangelnden Nachwuchs im Pflegebereich besorgt. „Der Job erfordert Ausdauer, Flexibilität und ist anspruchsvoll. Gleichzeitig ist der Beruf erfüllend und sicher.“ Aufgrund des Pflegekräftemangels seien die Mitarbeiter umso mehr gefordert, so Göbel. Dazu zähle auch die hohe Abrufbereitschaft an Wochenenden und in der Nacht, die vor allem für Kollegen mit Familie nicht immer leicht sei. Mit 55 Prozent ist der Anteil der Teilzeitstellen im Krankenhaus Elsey sehr hoch. Pflegekräfte und Ärzte sollen die Möglichkeit haben, Familie und Beruf vereinbaren zu können. „Die Strukturen müssen angepasst und Stellen flexibler gestaltet werden, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen“, forderte Dr. Dehnst.
Die Gastgeber nutzten den Besuch auch, um auf lange Wartezeiten bei Zulassungsanträgen ausländischer Ärzte hinzuweisen. „Eine ägyptische Ärztin hat seit April eine Stellenzusage von uns, wartet aber noch auf die Zulassung von der Bezirksregierung. Eine Stelle so lange freizuhalten, ist für ein kleines Krankenhaus sehr schwierig“, so Göbel. Giousouf zeigte Verständnis und erklärte, dass bereits Pläne gemacht würden, solche Anträge über eine zentrale Stelle in Bonn bei der Kultusministerkonferenz (KMK) laufen zu lassen, um lange Wartezeiten zu verhindern. „Ich bin froh über den direkten Austausch. Vieles bekommen wir sonst gar nicht mit“, so die Bundestagsabgeordnete. Giousouf zeigte sich nicht nur von der Einsatzbereitschaft und Motivation der Krankenhausmitarbeiter beeindruckt, sondern auch vom Engagement kulturelle und sprachliche Barrieren im Klinikalltag abzubauen. So planen Dr. Dehnst und seine Kolleginnen und Kollegen zurzeit eine Vortragsreihe rund um das Thema Gesundheit für ausländische Mitbürger. Die regelmäßig angebotene Seminarreihe für Patienten und Interessierte über Gesundheits- und Vorsorgethemen wird von der Bevölkerung gut angenommen.
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