Facebook, Twitter und co. - Einstieg mit über 50

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EDV-Studienleiterin Annette Trossehl (hinten) und Manfred Diethert freuen sich über die große Resonanz des Kurses, der regelmäßig stattfindet.
Hagen: Hagen |

Klein sind diese Kurse, in der Regel bestehen sie aus sechs bis acht Teilnehmern, die jenseits der 50 zwar mitten im Leben stehen, aber sich eines bislang nicht getraut haben: Den Schritt in ein virtuelles Netzwerk zu machen.

Mit dem Internet sind die meisten zwar schon etwas vertraut, aber mit Facebook und Co. verbinden sie Unsicherheit und Angst: „Ich will ja nicht, dass jeder alles von mir erfährt“, so ein Teilnehmer, „ich weiß nicht, wie ich es machen soll“. Doch jetzt haben sie gute Gründe, sich mit dem Unbekannten zu beschäftigen: „Mittlerweile sind meine Freunde da“, sagt eine Teilnehmerin, eine andere bringt es für die meisten der Anwesenden auf den Punkt: „Wenn man das nicht kann, gehört man zum alten Eisen. Das will ich nicht. Ich will mit meinen Enkeln komunizieren. Die Welt verändert sich - und ich möchte es einfach können.“
Kursusdozent ist Manfred Diethert, der den Teilnehmern nicht nur das technische Know-How vermitteln, sondern ihnen vor allem die Unsicherheit nehmen möchte. Und dazu ist vor allem Aufklärung notwendig. „Ja, es werden Daten gesammelt und gespeichert - aber wer sind wir? Eine Bank? Wen interessiert das? Ihre Kontodaten sollten Sie auch nicht auf einem Stick mit sich herumtragen, der könnte genauso gut gestohlen werden“, erklärt Diethert. „Es sitzt nicht immer gleich jemand da, der Ihre Daten abgreift.“
Der Ennepetaler ist Leiter einer Förderschule und selbst mit einer eigenen Homepage im Internet präsent. Und erklärt seinen aufmerksamen Zuhörern auch noch einmal die Vorteile der sozialen Netzwerke: Videotelefonie, Mails, kurzum Kontakt zu Freunden und Verwandten, egal wo sie sich befinden. Kostenlos. Und: „Wir werden im Alter auch nicht mobiler. Dann ist es eine tolle Sache.“
Zwei Abende dauert der Kursus. Jeder Teilnehmer sitzt an einem eigenen Rechner. Es werden E-Mail-Adressen erstellt und Accounts eingerichtet, und dann geht es ans Eingemachte - vor allem die für Anfänger komplizierten Privateinstellungen, die genau regeln, wer welche Inhalte sehen kann. Dass es diese Einstellungen gibt, erleichtert die Teilnehmer sofort. Es kann also doch nicht jeder sehen, was man eigentlich nur seinen Freunden erzählen möchte.
Und noch jemand ist erleichtert: Die Mutter zweier Mädchen, die ebenfalls an diesem Kursus teilnehmen. Als Voraussetzung dafür, dass sie sich bei Facebook (offiziell erlaubt ab 13 Jahre) anmelden dürfen. „Ich möchte, dass die Kinder wissen, welche Gefahren es im Internet gibt und wie sie sich schützen können“, sagt sie.
Rund 23 Millionen Facebook-User gibt es zur Zeit in Deutschland. Und nun sind es wieder einige mehr.
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