24-Stungen-Regenrennen – Aylienz kämpfen gegen das widrige Wetter

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Vom 25. auf den 26. Mai trugen zwei Mitglieder des Zee Aylienz e. V. – MTB Hagens Ihren sicher bisher anstrengendsten Wettkampf nicht nur gegen die Zeit und die Kilometer sondern ganz sicher auch gegen die katastrophalen Wetterverhältnisse und sich selber aus. Michaela Langer, aktive Aylienz-Fahrerin und Wencke Kaup, passiv Zee Aylienz und aktiv Team Pirate reisten aufgrund des Dauerregens der vergangenen Wochen bereits mit Skepsis und jeder Menge Regenkleidung im Gepäck zu dem 24. Stunden Mountainbike-Rennen am Alfsee an, um dort im 2er-Damen-Team die offiziellen deutschen Meisterschaften auszutragen. Das Regenchaos sollte ihre Befürchtungen noch übertreffen.
Da es bereits die ganze vorhergehende Woche geregnet hatten, war der Boden des Rundkurses komplett aufgeweicht und sehr schwer, die Trails schlammig und nur risikoreich befahrbar. Insgesamt gestaltete sich die Strecke sehr anspruchsvoll und kräftezehrend. Diverse Deiche mit etwa 20%igem Anstieg waren sofort zum Start sehr rutschig. Die Auffahrten kosteten Kraft und Geschick, während die steilen Abfahrten die Strecke an Anspruch gewinnen ließen. Neben dieser Herausforderung waren auf dem Kurs noch drei Metallrampen aufgestellt, die teils nur mit Schwung, teils mangels Anlaufmöglichkeit nur schiebend genommen werden konnten. Zudem wurden sie im Verlauf des Rennens immer rutschiger und unbezwingbarer.
Langer und Kaup trotzen den widrigen Verhältnissen und fuhren sturzfrei im regelmäßigen Wechsel. Windschattenfahren als Möglichkeit der zeitweisen Entspannung ergab sich aufgrund der Rundenlänge und des damit weit auseinander gezogenen Fahrerfeldes kaum.
Während der Ruhepausen zwischen den eigenen Einsätzen war auch keine wirkliche Erholung möglich. Es galt die total verdreckten Räder an den überlaufenen Waschplätzen zu reinigen und technisch so gut als möglich für den nächsten Einsatz zu warten. Frierende Teilnehmer in langen Warteschlangen vor den Duschen bestimmten das Bild im Fahrerlager. Nach einem kurzen, kaum wärmenden Kaffee ging es dann für die Fahrerinnen in die jeweils nächste Runde.
Ab 21:00 herrschte Lampenpflicht, die jedoch nicht wirklich viel bewirken konnte. Die Wege wurden wegen des anhaltenden Regens matschiger, die Anfahrten auf die Rampen so schlammig, dass sie teilweise das Schwungholen zum Auffahren verhinderten. Auf dem Deich starker, eiskalter Gegenwind. Wer vom Rad absteigen musste stand im Schlamm, der an manchen Trailstücken knöcheltief war und so von oben in die Schuhe lief. Bei diesen Boden- und Lichtverhältnissen waren Schlaglöcher im Schlamm kaum zu erkennen und es kam zu diversen, teils schweren Stürzen der Teilnehmer.
Um kurz nach 2:00 in der Nacht entschied sich dann die Rennleitung wegen der Stürze zum Rennabbruch. Erst für den kommenden Morgen um 8:00 Uhr wurde eine Wiederaufnahme des Rennens in Aussicht gestellt. Krankenwagen wurden in die Fahrerlager zum Abtransport der Verletzten entsandt.
Nach reiflicher Überlegung und weiter anhaltenden Regenfällen entschieden sich die beiden Fahrerinnen des Zee Aylienz e.V. – MTB Hagens / Team Pirate nicht erneut in das Rennen zu starten. Die persönliche Gesundheit lag im Fokus des Interesses. Sturzfreiheit und heile Knochen waren bei diesen unwirschen Wetterbedingungen wichtiger als ein zweifelhafter, weil konkurrenzlos eingefahrener 1. Platz bei den deutschen Meisterschaften im 24. Stunden MTB-Rennen.
Als Fazit nehmen die beiden Fahrerinnen das Vertrauen in das eigene Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, sich psychisch und physisch enormen Belastungen gestellt zu haben mit nach Hause. Für die kommende Rennsaison bleibt die Gewissheit, das Schlimmste bereits hinter sich zu haben.





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