Phoenix Hagen: Aus der Traum von den Playoffs

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Am vorletzten Spieltag der Basketball-Bundesliga ist die Entscheidung über die Qualifikation für die Meisterrunde gefallen. Mit einem 90:71 (49:41) über Phoenix Hagen holten sich die MHP RIESEN Ludwigsburg verdient den letzten freien Platz für die Playoffs. 4.056 Zuschauer in der MHP Arena sahen einen souveränen Auftritt ihrer Mannschaft.

Ludwigsburg eröffnete das Spiel aus der Distanz. Shawn Huff, Keaton Grant und Coby Karl trafen jeweils ihre ersten Versuche. 13:4 stand es nach vier Minuten. Es sollte eine Stärke der Gastgeber bleiben, sehr variabel zu spielen. Sie trafen konstant gut von der Dreierlinie, attackierten aber auch immer wieder aggressiv den Korb. Letzteres konnte Phoenix mit zunehmender Zeit im ersten Viertel kaum mehr kontrollieren. Es waren die hohe physische Präsenz und die starken Wurfquoten, die Ludwigsburg auf 30:16 enteilen ließen, als Keaton Grant aus der Distanz traf (11.).

Die Feuervögel fanden jetzt besser ihre offensive Ordnung. Weil von außen nichts ging, kämpften sich die Hagener über Penetration und Freiwürfe wieder ins Spiel. Keith Ramseys Dunking mit Foul brachte Phoenix auf 32:25 heran (14.). Die Partie war jetzt gutklassig, schnell und attraktiv. Hagen hatte die Sache wieder besser im Griff und verkürzte durch Bernd Kruels Sprungwurf auf 40:35 (17.). Mit etwas mehr Konzentration hätte das Halbzeitergebnis besser aussehen können, als es das 49:41 für Ludwigsburg aussagt. Insbesondere die sechs Dreier (bei zehn Versuchen) der Mannschaft von John Patrick fielen aber in den richtigen Momenten.

Auch aufgrund der hohen Foulbelastung – David Bell, Keith Ramsey und Fabian Bleck waren bereits mit drei persönlichen Vergehen belastet - stellte Ingo Freyer nach der Pause auf eine Zonenverteidigung um. Bell jedoch kassierte alsbald sein 4. Foul (22.) und wurde von Freyer auf die Bank beordert. Ein echter Nachteil für die Organisation des Hagener Spiels. Mit Center Patrick Flomo hatte Ludwigsburg einen Spieler, der hoch motiviert wirkte und zum Alleinherrscher unter den Körben avancierte. Ebenfalls auffällig: Guard Coby Karl, in der Hinrunde noch nicht im Kader der RIESEN, gibt dem Team mit seiner Präsenz und seiner Vielseitigkeit eine ganz andere Dimension.

Dreier von Calvin Harris und Keaton Grant zum 61:45 stellten dann die Weichen für Ludwigsburg endgültig in Richtung Playoffs. Ingo Freyer versuchte nun, mit dem foulbelasteten David Bell und Niklas Geske wieder etwas mehr Kontrolle zu bekommen. Ludwigsburg aber wirkte zu jedem Zeitpunkt gedankenschnell und entschlossen. Das erfahrene Team kam mit der Hagener Ball-Raum-Verteidigung nach und nach besser zurecht und führte nach 30 Minuten mit 70:52.

Freyer setzte auf eine kleine Formation, um aus der Distanz noch einmal Wirkungstreffer zu landen. Näher als bis auf 74:61 brachte das Phoenix aber nicht mehr heran (33.). Kraft und Konzentration ließen langsam nach bei den Feuervögeln. Fabian Bleck, Moritz Krume und Niklas Geske beendeten die Partie an der Seite von Larry Gordon und David Bell. Sie machten ihre Sache gut, doch das Spiel war längst entschieden. Mit 90:71 gewannen die Ludwigsburger verdient und sicherten sich so den letzten verfügbaren Playoff-Platz.

Neben den besseren Wurfquoten waren es vor allem die große Routine, Aggressivität und die Physis, die Ludwigsburg auszeichneten. Damit kauften die RIESEN den Feuervögeln letztlich souverän den Schneid ab – auch, weil sie mit Karl, Grant und Flomo die herausragenden Akteure aufgeboten haben.

Trainerstimmen:


John Patrick: „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir es geschafft haben nach einer Saison mit vielen Ups and Downs jetzt im April unseren besten Basketball zu zeigen. Meine Spieler sind immer positiv geblieben und wir haben eine großartige Teamchemie in der Mannschaft, das waren auf jeden Fall zwei ganz wichtige Faktoren. Heute hatten wir außerdem einen überragenden Patrick Flomo in unseren Reihen, während Coby Karl und Michael Stockton das Team wieder hervorragend geführt haben. Jetzt freuen wir uns auf die tolle Chance in den Playoffs.“

Ingo Freyer: „Ludwigsburg ist heute mit dem Publikum im Rücken besser ins Spiel gekommen und hatte viel Energie, der entscheidende Break kam jedoch erst im dritten Viertel, als wir leider zu unkonzentriert waren. Letztendlich kann ich Ludwigsburg aber nur gratulieren. Sie haben mit Coby Karl einen der besten Spieler der Liga in ihren Reihen und sie haben sich die Playoff-Qualifikation als Team redlich verdient."
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