Phoenix Hagen: Niklas Geske wird von der Mittellinie zum Matchwinner

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Ein unglaublicher Abend für Phoenix Hagen: Mit 76:73 (37:36) gewannen die Feuervögel durch einen Buzzerbeater von Niklas Geske bei medi bayreuth. Lange sahen die Hagener am 18. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga wie der sichere Sieger aus, ehe die Hausherren 20 Sekunden vor Schluss ausglichen. Vor 3.249 Zuschauern in der Oberfrankenhalle feuerte Geske dann mit dem Ertönen der Schlusssirene den entscheidenden Ball aus gut 15 Metern ins Netz.

Das Spiel begann verhalten, beide Mannschaften agierten zunächst eher passiv. Erst nach knapp zwei Minuten sorgte David Bell für die ersten zwei Punkte der Partie (2.). Bayreuths Allstar David Brembly glich aus, Brandon Bowman brachte sein Team in Führung (3.). Die Hausherren blieben das dominantere Team. Neuzugang Je'Kel Foster scorte zum 8:2 (5.), Bowman traf einen Dreier zum 15:8 (7.). Gleich dreimal erarbeiteten sich die Bayreuther einen Acht-Punkte-Vorsprung, konnten diesen jedoch nie ausbauen. Gegen Ende des ersten Viertels nahm auch die Treffer-Ausbeute beider Mannschaften zu. Phoenix legte nach nur vier Punkten aus den ersten fünf Minuten nun nach. Ein Freiwurf von Igbavboa beendete beim Stand von 22:15 die ersten zehn Minuten.

Die kurze Viertelpause schien den Feuervögeln zu reichen, um noch einmal Kraft zu tanken. Mit deutlich mehr Druck und Aggressivität bestritten sie jetzt die Partie. Und der hohe Einsatz zahlte sich aus. Erst Ramsey und kurz darauf Igbavboa nach Ballgewinn trafen für Hagen und verkürzten den Abstand auf drei Punkte (11.). Mehrfach schnupperten die Gäste am Ausgleich: Ramsey traf zum 22:21 (12.), Todd Brown zum 24:23 (13.). Schließlich war es Dino Gregory, der Hagen erstmals seit dem 2:0 zu Beginn in Führung brachte (15.). Die bauten die Feuervögel auf neun Punkte aus. Geske wurde beim Treffer zum 29:34 von Foster gefoult, den anschließenden Freiwurf verwandelte er (17.). Bayreuth spielte sich aber in einen Lauf und war kurzzeitig wieder oben auf. Die Führung holte sich Geske ein paar Sekunden vor dem Halbzeitpfiff zurück, nachdem er die Wurfuhr clever heruntergespielt hatte.

Bowman eröffnete die zweite Hälfte mit einem erfolgreichen Dreier, McCrea legte aus der Nahdistanz nach (21.). Die Feuervogel eroberten die Führung spektakulär mit vier Dreiern in Folge zurück, zwei von David Bell und zwei von Todd Brown. Nachdem Hughes Bayreuth auf zwei Punkte herangebrachte hatte (25.), baute Hagen die Führung durch Gregory, Brown und Bell aus. Bell sorgte bei seinem Treffer zum 47:57 für den ersten zweistelligen Vorsprung der Hagener im Spiel (26.). Die letzten zehn Minuten begannen beim Stand von 53:60.

Dass es am Ende noch einmal richtig spannend werden sollte, war zu Beginn des Schlussviertels kaum zu erahnen. Phoenix schien bereits auf die Siegerstraße abgebogen zu sein. Viereinhalb Minuten vor Spielende führten die Feuervögel mit 71:60. Doch medi bayreuth bäumte sich noch einmal auf: Trainer Michael Koch stellte auf Zonenverteidigung um und plötzlich bekam Hagen arge Probleme mit der Bayreuther Defensive. Auch nach vorne ging für die Gastgeber jetzt deutlich mehr. Langsam, aber sicher schmolz der Hagener Vorsprung. 20 Sekunden vor Schluss war es so weit: Javon McCrea glich per Freiwurf aus. Neuzugang Foster hatte sogar die Gelegenheit, sein Team zum Sieg zu schießen, doch er vergab. Im Gegenzug schlug die Stunde des Niklas Geske: Gut einen Meter hinter der Mittellinie war er zum Wurf gezwungen, drückte ab – und der Ball landete im Netz. Ungläubiges Staunen bei den Hausherren und grenzenloser Jubel bei den Hagenern waren die Folge.

Das Fazit:


Der Wahnsinns-Treffer von Niklas Geske in letzter Sekunde sicherte Phoenix den Sieg. Vorausgegangen war eine insgesamt starke Leistung der Feuervögel. In den ersten und letzten Minuten des Spiels war allerdings Bayreuth die bessere Mannschaft. Die Zonenverteidigung ermöglichte medi in den Schlussminuten sogar noch den Ausgleich. Mit dem Sieg über Bayreuth gelang Phoenix zu Beginn der Rückrunde der dritte sportliche Sieg in Folge. In der Tabelle ziehen die Feuervögel mit einem Sieg mehr an medi vorbei. Nach der knappen 78:79-Niederlage im Hinspiel hat Hagen zudem im direkten Vergleich mit Bayreuth die Nase vorn. Neben Niklas Geske, der seine beste Leistung im Phoenix-Dress ablieferte, überzeugte wieder einmal Kapitän David Bell, der mit 21 Punkten Topscorer wurde.

Die Trainerstimmen:

Michael Koch (medi bayreuth): „Glückwunsch an Ingo und Hagen für den Sieg heute. Als Trainer stellst du dich häufig vor deine Mannschaft, ich mache das immer wieder. Ich dachte, das Spiel in Göttingen war meiner Mannschaft eine Lehre. Scheinbar ist das aber nicht der Fall gewesen. Drei Sachen gehen mir als Trainer gegen den Strich. Das Erste: Wir spielen einmal die Woche, da muss man mit einem anderen Engagement aufs Feld gehen, als wir das heute gemacht haben. Das war nicht genug Einsatz, Enthusiasmus, Wille. Das war nach unserer schnellen Führung oft den Kopf hängen lassen, Resignation. Und das, obwohl das Spiel lange Zeit offen war. Die zweite Sache ist, dass in der Halle mehr Zuschauer waren, die das Spiel gewinnen wollen, als meine Mannschaft. Wenn man so ein Spiel gewinnen will, dann tritt man anders auf. Es kann nicht sein, dass wir in den letzten vier Minuten Zone spielen – was wir eigentlich nie machen – und plötzlich verteidigen. In den 36 Minuten vorher bei Manndeckung machen wir das nur mit halber Energie. Das Dritte ist, dass die Mannschaft in gewissen Situationen wie Auszeiten oder Halbzeit nicht auf das hört, was von der Bank angesagt wird. Daraus resultieren auch so krasse Fehler, wie wir sie oft gemacht haben. So haben wir nicht verdient, das Spiel zu gewinnen.“

Trainerstimme:


Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Wir haben 32 Minuten sehr, sehr stark gespielt, von den ersten und letzten vier Minuten abgesehen. Am Ende haben wir Intensität aus dem Spiel genommen, deswegen ist Bayreuth noch einmal herangekommen. Bei dem Wurf am Ende war viel Glück dabei. Das Hinspiel haben wir knapp mit einem Punkt verloren, so ist das mit der Gerechtigkeit manchmal.“
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