Phoenix Hagen verliert trotz Aufholjagd

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    Hagen: Ischelandhalle | Hoher Rückstand kurz nach der Pause, grandioses Comeback und letztlich
doch eine bittere Niederlage: So lässt sich der Abend von Phoenix Hagen
am 8. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga zusammenfassen. Gegen die
WALTER Tigers Tübingen stand am Ende ein 103:112. J.J. Mann traf in der
34. Minute zum 88:89 und heizte die 3.145 Zuschauer in der ausverkauften
Arena am Ischeland damit noch einmal an. In Führung zu gehen, blieb
Phoenix jedoch verwehrt.

Das Personal:

Bei Phoenix Hagen kam Center D.J. Covington nach seinem Debüt in
Göttingen auch zu seinem ersten Einsatz im Heim-Trikot. Die WALTER Tigers
Tübingen hatten derweil einen echten-Transfer-Hammer vermeldet: Jared
Jordan wechselte an den Neckar! Der Aufbauspieler, der in der Beko BBL
schon für Bonn und Bamberg aktiv war, ersetzt Jesse Sanders, der an einer
seltenen Folgeerkrankung eines Magen-Darm-Infekts leidet. Die Feuervögel
begannen wie schon zuletzt mit Brandon Jefferson, David Bell, Jonas Grof,
Ivan Elliott und Owen Klassen. Für Tübingen standen neben Neuzugang
Jordan Vladimir Mihailovic, William Buford, Aleksandar Nadjfeji und Bogdan
Radosavljevic in der Starting Five.

Der Spielverlauf:

Playmaker Jordan, der am Freitag erstmals mit seinem neuen Team trainiert
hatte, lenkte das Tübinger Spiel von Beginn an clever. Hauptsächlich
hieß es in den Anfangsminuten jedoch: Phoenix gegen Radosavljevic. Der
22-jährige Center erzielte die ersten neun Punkte seines Klubs. Mit einem
Dreier von Mihailovic zum 6:12 endete die Serie des 2-maligen
Nationalspielers (4.). Phoenix zeigte in der Offense mehrmals ein schönes
Zusammenspiel zwischen Grof und Klassen. Mehrmals waren die Feuervögel
nahe am Ausgleich. Die Tigers behielten im ersten Viertel jedoch die
Führung, am Ende beim Stand von 20:25.

Durch einen Korbleger von Buford und einen Dreier des eingewechselten
Garlon Green zum 20:30 ging Tübingen erstmals zweistellig in Führung
(12.). Phoenix antwortete mit einem Korbleger von Covington und einem
Dreier von Jefferson. Bis auf vier Punkte kamen die Hausherren etwas
später heran (13.). Doch nach einigen Hagener Unkonzentriertheiten und
zwei Freiwürfen von Green wurde der Tübinger Vorsprung wieder
zweistellig (14.). Mit einem äußerst sicheren Wurfhändchen setzten sich
die Tigers weiter ab. Toarlyn Fitzpatrick traf per Freiwurf zum 43:60, was
die bis dahin höchste Differenz von 17 Punkten bedeutete (19.). Das blieb
auch der Halbzeitstand. In der Pause erspielten Schüler des
Theodor-Heuss-Gymnasiums mit dem Projekt „Körbe für Namibia“
insgesamt 700 Euro, gestiftet von der Märkischen Bank.

Nach dem Seitenwechsel schien Tübingen immer weiter zu enteilen. Durch
einen Treffer von Buford zum 43:65 führten die Gäste mit 22 Punkten
(22.). Doch die schnelle Spielweise der Feuervögel brachte nun ihren
Ertrag. Insbesondere Bell und Jefferson trafen. Auch in der Defense
standen die Hagener sicherer. Beim Stand von 63:75 war der Tübinger
Vorsprung auf 12 Punkte geschrumpft (27.). Daraufhin schienen sich die
Tigers wieder gefestigt zu haben. Doch nach kurzer Zeit ging die
Aufholjagd weiter. Knapp vor Viertelende lagen nur noch acht Punkte
zwischen Hagen und Tübingen. Durch einen Treffer von Jordan in letzter
Sekunde stand es 75:85, ehe das Schlussviertel begann.

Spätestens in den letzten zehn Minuten hatten die Hagener ihre ganze
Energie beisammen. Der Drang auf die erste Führungsübernahme und den
Sieg war deutlich zu spüren. Hess traf alle drei Freiwürfe zum 80:87
(31.). Klassen dunkte zum 82:89 ein, musste kurz darauf aber mit fünf
Fouls vom Feld (33.). Durch Dreier von Jefferson und Mann stand es
plötzlich 88:89 (34.). Die Tübinger waren sichtlich verunsichert, das
Momentum lag klar auf Seiten der Feuervögel. Mit einem Korbleger und
einem Dreier von Buford stabilisierten die Tigers sich wieder (36.). Die
Crunchtime bot Hochspannung: Elliott knackte per Dreier die
100-Punkte-Marke, Tübingen lag noch drei Zähler vorn (38.). Auf der
Gegenseite traf Buford aus der Distanz. Durch Freiwürfe schraubte sich
das Ergebnis auf 103:110 hoch, bei 30 Sekunden auf der Uhr. Phoenix konnte
die letzten zwei Angriffe nicht mehr nutzen. Den Schlusspunkt zum 103:112
setzte Garlon Green.

Das Fazit:

Ausgeglichenes Rebound-Verhältnis mit je 33 Abprallern, nur geringfügig
abweichende Trefferquoten aus dem Feld – ein Spiel durchaus auf
Augenhöhe. Den Unterschied machte nicht zuletzt die Tübinger
Neuverpflichtung Jared Jordan aus. Der Spielmacher hatte den größten
Spielanteil seines Teams und kam auf acht Punkte und sagenhafte 16
Assists. Topscorer wurde William Buford mit 30 Punkten. Unabhängig von
der Niederlage bewiesen die Feuervögel hohe Moral: Nach einem Rückstand
von 22 Zählern kamen sie im Schlussviertel bis auf einen Punkt heran. Mit
der Ganzfeldpresse und hoher Aggressivität brachten sie Tübingen aus dem
Konzept. Insgesamt war es ein sehr attraktives Spiel mit einem nicht
unverdienten Sieger.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Am Anfang war es ein Spiel auf Augenhöhe.
Der letzte Tübinger Dreier im ersten Viertel war bitter. Wir haben
versucht, Tübingen die Dreier wegzunehmen, das hat im zweiten Viertel
nicht geklappt. Da haben wir unseren Rhythmus verloren, Tübingen hat da
auch schwere Würfe getroffen und war uns in dieser Phase mental deutlich
überlegen. In der zweiten Hälfte haben wir mit mehr Aggressivität und
mit viel Risiko gespielt. Tübingen ist stark in diesem Jahr und durch die
Verpflichtung von Jared Jordan noch einmal besser geworden.“

Igor Perovic (WALTER Tigers Tübingen): „Das war ein wichtiges Spiel für
beide Mannschaften. In der ersten Hälfte waren wir sehr gut, da haben wir
alles kontrolliert. In der zweiten Halbzeit hat Hagen auch die schweren
Würfe sehr gut getroffen. Insgesamt haben wir sehr gut zusammengespielt,
38 Assists sind ein Rekord. Ich bin sehr zufrieden und glücklich mit dem
Spiel, das wir ohne Jared Jordan nicht gewonnen hätten.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – WALTER Tigers Tübingen 103:112 (43:60)

Phoenix Hagen: Elliott (22/4), Jefferson (21/6, 8 Ass.), Mann (18/2),
Klassen (14), Bell (13/1, 10 Ass.), Hess (9/2), Covington (4), Grof (2),
Geske.

WALTER Tigers Tübingen: Buford (30/2), Green (24/3), Fitzpatrick (16/3),
Mihailovic (10/1, 8 Ass.), Radosavljevic (9), Jordan (8, 16 Ass.),
Nadjfeji (6), Russell (5/1), Agva (4).

Stationen: 10:12 (5.), 20:25 (10.), 35:43 (15.), 43:60 (20.), 58:71 (25.),
75:86 (30.), 88:91 (35.), 103:112 (40.).

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)





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Herausgeber:
Basketball Hagen GmbH & Co. KGaA
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