Sebastian Schneider hat Glück im Unglück – keine Operation notwendig

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Sebastian Schneider muss nun erst einmal Gips tragen. (Foto: privat)
Kollektives Aufatmen beim Handball-Zweitligisten VfL Eintracht Hagen: Die Verletzung, die sich Sebastian Schneider im Lokalduell mit dem ASV Hamm-Westfalen nach einem Foul von Julian Possehl zuzog, hat die Saison des Halblinken zwar beendet, hat aber nach einer MRT-Untersuchung nicht das zunächst zu befürchtende Ausmaß. Nach der Luxation des linken Ellbogens sind zwar „alle Bänder im Gelenk kaputt und die Kapsel abgerissen“, aber „am Knochen gibt es zum Glück keine Schädigung“. Nüchtern analysiert der 30-Jährige daher: „Es hört sich also dramatischer an, als es ist. Immerhin muss die Verletzung nicht operiert werden, was beim rechten Arm bei der gleichen Verletzung unumgänglich gewesen wäre, da die Belastung beim Wurfarm deutlich höher ist.“ Ein bis zwei Wochen muss der ehemalige Erstliga-Spieler nun noch Gips tragen, ehe dieser mit einer Schiene ersetzt wird. Dann steht rund acht Wochen lang täglich Reha auf dem Programm. „Das ist zumindest der Stand heute – ich hoffe dabei bleibt es“, ergänzt Schneider. In der Reha gilt es zunächst, das Gelenk in Bewegung zu halten, damit es nicht versteift.
Possehl, den das Publikum spätestens nach dem Foul auf dem Kieker hatte, will Schneider keinen Vorwurf machen. „Das passiert halt, so ist es im Leistungssport nun einmal – und wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Er ist ja ein ehemaliger Mannschaftskollege von mir und macht das aber sicher nicht absichtlich. Das ist eine unglückliche Situation die immer wieder passiert. Nur selten mit dieser Folge“, erklärt Schneider, der in der Vorsaison nach einer vergleichbaren Situation im Spiel gegen Rheinhausen die rote Karte samt einer Sperre von drei Spielen kassierte. Unverständnis äußert er einzig dafür, dass Possehl komplett ungestraft davonkam. „Nicht falsch verstehen, ich fordere keine Sperre, aber eine Zeitstrafe wäre sicherlich berechtigt gewesen, schließlich gehe ich mit Volldampf in die Lücke und bin in der Luft, als er mich angeht“, erinnert sich Schneider. Nach mehrmaligem Videostudium unterstreicht der erfahrene Rückraumspieler im Hinblick auf die Härte im Spiel, dass „wir auch ordentlich zugelangt haben, aber unsportlich war es nicht“.
Für seinen Trainer Lars Hepp erschwert der Ausfall des Distanzschützen die ohnehin schon prekäre Situation noch weiter. „Sein Fehlen ist sehr bitter, vor allem, weil Marc Strohl Schulterprobleme plagen“, seufzt Hepp, der die taktische Ausrichtung seiner Farben nun definitiv verändern muss. Neben dem eigentlichen Stellvertreter Strohl könnte gegen die TSG Lu-Friesenheim der gelernte Spielmacher Simon Ciupinski wie schon gegen Hamm die Königsposition bekleiden – natürlich mit einer komplett anderen Ausrichtung. „Wir dürfen Sebastians Verletzung aber nicht als Ausrede nehmen, falls wir absteigen sollten. Wir haben elf Spiele mit zwei oder weniger Toren verloren. Das hat andere Ursachen, als den Ausfall einzelner Spieler“, unterstreicht Hepp.
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