VfL Eintracht Hagen: Alles oder nichts im letzten Heimspiel gegen Ferndorf

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Hagen: Ischelandhalle | Nein, viel spannender hätte es wohl auch kein Drehbuchautor aus Hollywood machen können. Nach 39 absolvierten Spielen haben die Zweitliga-Handballer des VfL Eintracht Hagen trotz eines enormen Einbruchs bei der Punktausbeute in den finalen zwei Saisondritteln immer noch die Möglichkeit die Liga zu halten. Allerdings kommt diese Chance ähnlich wahrscheinlich daher, wie die unzähligen Siegeszüge von John McClane in der „Stirb Langsam“-Filmreihe, in der sich der Protagonist einer irrwitzigen Schar an Gegenspielern gegenüber sieht, nur um am Ende doch zu triumphieren. Dennoch wollen die Grün-Gelben alles daran setzen dieses „Handballwunder“ doch noch Wirklichkeit werden zu lassen, wie Trainer Lars Hepp unterstreicht: „Wir kämpfen mit allem was wir haben darum, werden weiter hart für das Wunder arbeiten.“ Dieser Kampf findet indes gleich gegen mehrere Gegner statt. Einer der Gegner ist die HG Saarlouis, die aktuell den rettenden Platz belegt, zwei Pluspunkte mehr auf dem Konto hat – und dazu noch eine um 13 Treffer bessere Tordifferenz aufweist. Die Saarländer treten bei der heimstarken HSG Nordhorn-Lingen an – und ein Sieg der Gastgeber ist eine der Grundvoraussetzungen, dass Hagen es noch packen kann. Daher werden alle Eintracht-Fans parallel der HSG die Daumen drücken. Und passend zu den vielen packenden Duellen der Vorsaisons heißt der direkte Kontrahent im Saisonfinale TuS Ferndorf – der Lokalkonkurrent ist seit dem vergangenen Spieltag gerettet. „Spätestens seit dem Derby gegen Hamm sollte jedem klar sein, dass hier Gegner herkommt, der Spalier steht“, unterstreicht Hepp. Die Marschroute für den VfL ist daher in doppelter Hinsicht klar: Jens Reinarz und Co. müssen von der ersten Sekunde an voll auf Sieg spielen, dürfen dabei aber zu keinem Zeitpunkt die Nerven verlieren – sie sind damit mehr denn je auch ihr eigener Gegner, denn jedes Tor zählt.
„Wir haben in einigen Spielen bewiesen, dass wir es können, haben gesehen, was selbst gegen Spitzenmannschaften wie den TV Emsdetten möglich ist, wozu die Mannschaft in der Lage ist. Wir brauchen dafür aber die Unterstützung der Halle, damit wir uns wieder am Limit bewegen können“, analysiert Hepp. Auch die Spiele gegen Essen und Bad Schwartau dienen als Beleg für Hepps Aussage. Die Hagener Fans scheinen den Wunsch Hepps zu erhören. Nicht nur, dass die Stimmung die Mannschaft zuletzt ohnehin erfolgreich zu starken Leistungen gepusht hat – nein, diesmal scheint es zu einem Saisonbestwert zu kommen. Inklusive der Dauerkarten sind bereits 1100 Tickets abgesetzt, 350 davon sind an Ferndorf gegangen. Ein Hexenkessel scheint also garantiert. Ausgerechnet vor der letzten Schlacht der Saison gehen Hepp allerdings die Spieler aus. Neben den Langzeit-Verletzten Sebastian Schneider (Ellbogenluxation) und Marius Kraus (fünffacher Bänderriss im Knöchel) fehlten gleich mehrere Akteure beim Training mit einem Infekt. Keine guten Voraussetzungen, für den Übungsleiter aber keine Ausrede. „Wir werfen diese Woche noch einmal alles in die Waagschale, dann ist die lange und kräftezehrende Saison gelaufen“, betont Hepp.
Kurios in diesem Zusammenhang: Sollten Hagen und Saarlouis nach dem Schlusspfiff bei gleicher Punktzahl die gleiche Tordifferenz aufweisen, so würde es laut der Durchführungsbestimmungen der 2. Bundesliga zwei Entscheidungsspiele um den letzten verbliebenen Platz in der zweithöchsten deutschen Spielklasse geben (Nähere Informationen hierzu finden sich in § 3 der Ordnung zur Durchführung von Spielen (DFO) der HBL und § 44 der Spielordnung (SpO) des DHB). Dies könnte beide Parteien vor logistische Probleme stellen, denn gewohnheitsgemäß haben beinahe alle Spieler und Offiziellen im Anschluss an die lange und beschwerliche Saison ihren Urlaub bereits gebucht – und die Saisonvorbereitung auf die neue Spielzeit beginnt für die Grün-Gelben unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit am 11. Juli. Ein extrem kleiner Korridor also, der für diese unwahrscheinlichste aller Konstellationen in Frage käme. Zum bisherigen kuriosen Saisonverlauf, speziell im Tabellenkeller, würde dies indes nur all zu gut passen.
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