Der Abrissbagger hat gesiegt - die alte Vikarie in Haltern am See ist nun Geschichte

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  Haltern am See: Alte Vikarie 2 |

Bericht nach dem 23. Januar 2016 bis Ende Mai 2016

Was geschah bis zum 23. Januar 2016? Hier der Link

http://www.lokalkompass.de/haltern/kultur/der-abri...

Am 26. Januar 2016 kehrte erst einmal vorübergehend Ruhe auf der Baustelle am Blombrink und im Richthof in Haltern am See ein. Die Witterung, aber wohl auch Überlegungen, wie man die schweren Betonbrocken des alten Bunkers zerkleinert und wegschafft, ließen den erwarteten Zeitplan zu Abriss und Beginn Bauvorhabens vermutlich nicht mehr einhalten. Eine mobile Toilette (in den Farben unserer schönen Stadt) wurde je nach Bedarf mal neben unserer Hausseite platziert und mal gegenüber. Hin und wieder wurde sie auch ausgewechselt bzw. umgeparkt.

Bei einem Gespräch auf der Baustelle sagte mir Herr Mertmann, der Bauunternehmer, dass er davon ausgehe, den Neubau vermutlich im kommenden Frühjahr bezugsfähig fertig gestellt zu haben. Man wolle anfangs erst einmal die Nachbarhäuser „absichern“, um unnötige Schäden zu vermeiden. Dazu soll eine Betonplatte gegossen und an den Seiten verstärkt werden.

Na ja, wie erging es uns Nachbarn rund um die Baustelle der abgerissenen Vikarie tatsächlich in der nächsten Zeit? Für mich als betroffenem Anwohner hatte das zur Folge, dass ich zwei Tage lang den Fernseher nicht benutzen konnte, ehe ich merkte, dass sich das Scart-Kabel (wahrscheinlich durch die starken Erschütterungen, die immer wieder mal durch diverse Baumaschinen die Wohnungseinrichtung ein wenig wackeln ließen) an der Rückfront des TV-Gerätes gelöst hatte.

Im Haus gegenüber wurde nach spektakulärem Abriss der Mauer Anfang April vor ihrem Gartenbereich die Kraft des Abrissbaggers unterschätzt. Mauerfall, Schädigung des alten Schrankes und Zerstörung vieler unersetzlicher wertvoller Porzellanfiguren waren die Folge. Jetzt haben die Gutachter das Wort!
Die zwischenzeitliche Lösung zum Verbringen unserer Papier- und Abfalltonne wurde ad acta gelegt und eine neue Notlösung wurde gefunden.

Meine morgendlichen „Wecktöne“ hatten nun nichts mehr mit üblichen Klingeltönen zu tun. Der vordere Grundstücksbereich wurde mit diversen LKW-Ladungen an „Erdmaterialien“ aufgeschüttet, planiert, gerüttelt usw. Containerfahrzeuge mit unterschiedlichen Muldengrößen und LKWs waren im Einsatz; Geräte zur Erdbewegung und Bodenverdichtung ebenso.

Zu Ostern riss mich eine bis dato noch nicht erlebte Geräuschkulisse in den frühen Morgenstunden aus dem Bett. Ein großer Baukran wurde abgeladen und aufgebaut. Auch rückte man den restlichen Teilen des alten Betonbunkers mit Hydraulikbagger, Scheren, Zargen, Greifern und Meißel zu Leibe. Der Abbruchbagger war mit unterschiedlichen Vorsatzgeräten wieder im Einsatz.

Später begannen die Ausschachtungsarbeiten für die Unterkellerung und es wurden wohl Entwässerungsleitungen eingebaut, ebenso Schächte. Fazit: Die Baufacharbeiter machten weiter ihren guten Job. Es folgte die Schalung der Bodenplatte für den Keller und die Stahlbewehrung mit Gittermatten und den entsprechenden Abstandhaltern sowie den Anschlusseisen für die Kellerwände.

Jetzt kamen die Betonmischfahrzeuge zum Einsatz, die den Beton vom LKW in den Betonkübel, der am Baukran befestigt war, kippte und anschließend durch die Baufachleute auf den gewünschten Bereich befördert wurde. Auch eine Handmischmaschine war im Einsatz. Der Beton wurde Kübel für Kübel gegossen und es entstand eine dicke Bodenplatte. Für kontinuierliche Bewässerung war ebenfalls gesorgt.

Nachdem anschließend Bereich für Bereich abgezogen wurde und die Oberfläche geglättet werden konnte, war das Werk vollbracht: Die Kellerplatte aus Beton war fertig. Man konnte es den Gesichtern der Baufachleute ansehen. Sie schienen nach wochenlanger harter Arbeit ausgesprochen zufrieden zu sein. Ein erster kleiner Bauabschnitt war vollendet.

Nun wurde rund um das Grundstück in harter Handarbeit mit Schaufel und Hacke und den entsprechenden Baumaschinen ausgeschachtet, Rohre freigelegt, um neue zu legen, gehämmert, Kübel ausgeschlagen und unser Weg vom Höfchen zur Straße unpassierbar gemacht. Schon fantastisch, wie man uns danach helfen musste, um an Tagen der Müllabfuhr die Mülltonnen zur Straße zu bewegen. Anfangs gab’s eine imposante Lösung: Die Tonne wurde über den Bauzaun gehievt und nach Entleerung wieder retour.

Auch mussten schwere Gesteins- und Betonbrocken die Baustelle verlassen. Der nicht unterkellerte Teil des Hauses wurde plan gemacht, um anschließend auch hier ein Fundament aus Beton gießen zu können.

An den folgenden Tagen wurde diese Fläche des Grundstückes geebnet und mit Holzplanken, die schwere Lasten tragen konnten und auch in Zukunft noch müssen, versehen. Schlag auf Schlag ging es weiter. Schon vor 07:00 Uhr blockierten in den folgenden Tagen die LKWs mit den Fertigbetonteilen den Richthof neben dem Nachbarhaus und nutzten die frühe Morgenstunde, um die Betonfertigteile abzuladen. Jetzt konnte man die Kellerwände mit vorgefertigten Fenstern förmlich wachsen sehen.

Und dann ging alles relativ flott über die Bühne. Wieder waren nach Erledigung tagelanger Vorarbeiten der Bauleute Betonmischer-LKWs unterwegs und es wurde ein Sockel aus Beton als Fundament gegossen. Auf den Rohbau des Kellers wurde nun eine weitere Betondecke, ähnlich wie die Grundplatte des Kellers, aufgebracht. Dann kamen immer wieder LKWs mit den Fertigbauteilen zum Einsatz. Es ist schon erstaunlich, wie präzise die Baufacharbeiter nach Entladung des LKWs durch den Fahrer diese Betonteile dann Stück für Stück zur Wand werden ließen.

Ja, und so ging es immer weiter und weiter! Nach der neuen Betondecke auf dem Keller und zahlreichen Fertigbauteilen wird die 1. Etage des Neubaus erkennbar. Bis Ende Mai wiederholten sich die Arbeitsabläufe Tag für Tag und allmählich konnte man ahnen, wie die „alte Vikarie“ in eine moderne Zukunft geführt werden wird! Ich bleibe weiter am Ball!
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