"Elf Shokran" - Flüchtlinge bedanken sich für die herzliche Aufnahme in Haltern

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Im vollbesetzten Zelt fanden die Worte von Lamia M. bei Flüchtlingen und Einheimischen großen Applaus (Foto: Fotoreporterin Silva)
Notunterkunft am Stockwieser Damm schließt in Kürze.

"Deutschland ist ein wunderbares Land. Großartig sind aber nicht nur die Möglichkeiten, die das Land dank der demokratischen Staatsform seinen Bewohnern zu bieten hat, sondern auch die Toleranz und die Hilfsbereitschaft der Menschen gegenüber Flüchtlingen."

Mit einer ebenso beeindruckenden wie ergreifenden Rede hat sich die Syrierin Lamia M. im Namen ihrer Landleute und Mitflüchtlinge beim DRK Kreisverband Coesfeld und allen Helferinnen und Helfern aus Haltern bei der Abschiedsfeier bedankt. In eindringlichen Worten verurteilte die junge Frau die jüngsten Attentate auf deutschem Boden im Namen eines völlig falsch ausgelegten Islam.

Als "Tochter Syriens" der Hölle von Assad entkommen betonte sie die friedlichen Ambitionen ihrer Religion. Als Muslimin ist auch sie Opfer einer als Religion getarnten Ideologie des IS. Das Wort Islam bedeutet übersetzt Frieden und so sollte die Botschaft des Koran auch aufgefasst werden. Der IS dagegen missbraucht gezielt labile und verführbare Menschen, indem er sie unter dem Vorwand ihnen eine ideelle Heimat und eine zweifelhafte Ehre zu bieten zu unterwürfigen Attentätern ausbildet.

Mit den Worten und dem Willen Allahs habe all dies nichts zu tun. In ihrer Rede betonte Lamia das friedliche Zusammenleben verschiedenster Nationen in der Notunterkunft Sythen wie in einer großen Familie. In ihrer Aufnahme in einem europäischen Land sieht sie eine Wiederholung der Geschichte des Islam: Als zu Zeiten der Gründung dieser Religion Mohammed mit seinen Gefährten unter Druck geriet und flüchten musste, wurden sie schon damals von Christen herzlich aufgenommen und unter Schutz gestellt. Im vollbesetzten Zelt fanden ihre Worte bei Flüchtlingen und Einheimischen großen Applaus. Die Abschiedsfeier wurde finanziell vom Caritasverband unterstützt. Mit der Hilfe einer professionelle Köchin, selbst Flüchtling, hatten die Bewohner für ihre rund 170 Gäste ein umwerfendes Essen zubereitet.

Die Landesnotunterkunft Sythen wird durch das DRK Coesfeld geleitet. Hier wurden bisher vorübergehend Menschen aufgenommen, die nach der Registrierung und medizinischen Untersuchung auf andere Kommunen in NRW weiterverteilt wurden. Laut Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg wird es künftig in Nordrhein-Westfalen weniger Notunterkünfte geben und dafür mehr große Einrichtungen mit dauerhaften Plätzen. „Die Zahl der Flüchtlinge nimmt zurzeit ab. Mit Extremsituationen wie im Herbst vergangenen Jahres, als wir für jedes Bett dankbar waren, rechnen wir nicht mehr".
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