Kreuztracht: Feierlicher Umzug mit dem Gabelkreuz

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Es ist eines der bedeutenden Kulturschätze der Seestadt: Das 700 Jahre alte Sixtuskreuz ist normalerweise in der gleichnamigen Marktkirche zu finden. Manchmal kommt das spätmittelalterliche Kruzifix aber an die frische Luft, wie am vergangenen Sonntag: Hunderte Gläubige kamen zur 277. Kreuztracht an der Sixtuskirche zusammen.

Bereits am Samstag zogen die Kinder der Gemeinde mit Laternen durch die Seestadt. Die sogenannte Kümmelkesprozession geht der feierlichen Tracht, dem Umhertragen des großen Gabelkreuzes, voran. Petrus gab dem Umzug seinen Segen und sorgte für blauen Himmel bei der Prozession.

Kreuztrachten sind in der katholischen Liturgie etwa seit der Zeit der Gegenreformation verankert. Das feierliche Tragen des Kreuzes erinnert an den Leidensweg Christi und wird in vielen Gemeinden vor allem in der Zeit vor Ostern praktiziert. In Haltern ist der Beginn dieser Tradition jedoch noch deutlich jünger: Erst zum Karfreitag des Jahres 1726 ist die erste Kreuztracht bezeugt, die damals noch zum Annaberg führte. Inzwischen findet die Prozession regelmäßig zum katholischen Fest der Kreuzerhöhung statt, bei dem der legendären Wiederauffindung des Kreuzes Christi durch Kaiserin Helena gedacht wird.

Legenden und Geschichten ranken sich auch um das Kreuz selbst, das der Sage nach einst auf wundersame Weise in der Lippe nach Haltern geschwommen sein soll. Tatsächlich entstand das Gabelkreuz vermutlich um 1340 in einer niederrheinischen Meisterwerkstatt, wie andere ähnliche Kruzifixe dieses Typs.
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