Volles Haus beim Neujahrsempfang

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Begrüßung der Gäste durch Bürgermeister Bodo Klimpel, seine Ehefrau sowie die stellvertetenden Bürgermeister Hiltrud Schlierkamp und Heinrich Wiengarten. Natürlich durften als traditionelle Glücksbringer auch die Schornsteinfeger nicht fehlen.

Mitreißende musikalische Beiträge. Bürgermeister betont Vorzüge der Stadt in seiner Ansprache.

“Wenn du Essen auf dem Tisch hast und Liebe im Herzen, kannst du nie lange unglücklich sein,“ zitierte Bürgermeister Bodo Klimpel ein böhmisches Sprichwort bei seiner Rede in der Aula des Schulzentrums und betonte damit, dass es sich in Haltern gut leben lässt. Der Ansicht waren auch die zahlreichen Gäste des Neujahrsempfangs, der auch diesmal wie in den Jahren zuvor ein musikalisches Erlebnis war.

Zu Beginn seiner Rede begrüßte der Bürgermeister die Anwesenden, insbesondere seine Vertreter Heinrich Wiengarten und Hiltrud Schlierkamp und lobte die gute Arbeit des Rates und der Stadtverwaltung.

„Unsere Gesellschaft gleicht einem Gewölbe, das zusammenstürzen müsste, wenn sich nicht die einzelnen Steine gegenseitig stützen würden.“

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt verglich er gemäß eines Sprichwortes des römischen Philosophs Seneca mit den Bausteinen eines Gewölbes, die durch ihr Zusammenspiel und ihre gegenseitige Stützfunktion die Tragfähigkeit des Gebäudes ermöglichten. Im übertragenen Sinne tragen sie damit zu einem lebens- und liebenswerten Ambiente der Stadt maßgeblich bei. Eine geringe Arbeitslosigkeit, gute Perspektiven für junge Familien mit Kindern, gute schulische Angebote und Bildungsmöglichkeiten gehörten zu den Faktoren, die Haltern zum Ausreißer im Bildungsbericht des Kreises Recklinghausen machten. Mit seinen positiven Werten liegt Haltern am See im Kreisvergleich weit vorne.

Der Tourismus- und Freizeitsektor gehörten zu den Kernkompetenzen von Haltern. Besondere Erwähnung erhielt die Eröffnung des Lea-Drüppel-Theaters als weitere Bereicherung der Kultureinrichtungen der Stadt und die Fertigstellung der Stadtmühlenbucht als zusätzliches Freizeitangebot. Bezüglich Letzterem seien die kritischen Stimmen mittlerweile leiser geworden, meinte Klimpel. (Die Halterner SPD und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger hatten vor allem aufgrund der hohen Kosten dem Projekt seinerzeit kritisch gegenüber gestanden.) “Es recht zu machen für jedermann ist eine Kunst, die niemand kann,“ zitierte er ein weiteres Sprichwort. Zu den erwähnenswert positiven Bilanzen des vergangenen Jahres zähle auch der erstmalig ausgeglichene Haushalt, der diesmal sogar mit einem leichten Plus abgeschlossen werden konnte. Unerwähnt ließ er in diesem Zusammenhang den Einsatz der Sparkommissarin.

Bürgerpreis Ehrenamt

Die positiven Werte seien jedoch kein Grund die Hände in den Schoß zu legen. Auch in diesem Jahr lägen wieder große Herausforderungen vor der Stadt. Eine davon sei die Integration Geflüchteter; eine Aufgabe, die ohne den unermüdlichen Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher schon in der Vergangenheit kaum zu bewältigen gewesen wäre. In diesem Zusammenhang beglückwünschte der Bürgermeister Petra Badur und Gerhild Krüger, die sich im Halterner Caritasverband um Demenzkranke und um deren Angehörige kümmern, sowie Ellengart Grossekemper, die sich seit vielen Jahren im Arbeitskreis der ehrenamtlichen Caritas für Obdachlose in der Stadt einsetzt und zudem stark in der Flüchtlingshilfe engagiert ist zum Bürgerpreis Ehrenamt 2017. Bereits zum 17. Mal hatte die Stadt Haltern am See den Bürgerpreis verliehen. 

In seiner Rede bezog sich Klimpel nicht ausschließlich auf Halterner Angelegenheiten. Die wachsende Europa-Skepsis bereitet Sorge. Die europäische Union ist ein Garant für Frieden, Demokratie und Zusammenwachsen. “Die Demokratie ist die Basis unseres Lebens. Gehen Sie wählen, geben Sie Ihre Stimme ab, nehmen Sie das Recht der Bürgerbeteiligung wahr.“ Er verurteilte das feige Attentat auf den Bürgermeister von Altena Andreas Hollstein, der wegen seines Engagements für Asylsuchende Ende des Jahres mit einem Messer angegriffen worden war, auf das schärfste. Gewalt sei niemals eine Lösung die eigene Meinung durchzusetzen. Weder die Alternative für Deutschland noch Wutbürger würden ihn dazu bringen seinen Einsatz für Flüchtlinge und seine Politik zu ändern. Gleichwohl müsse für eine vernünftige Einwanderungspolitik auf Bundesebene gestritten werden. Als abscheulich bezeichnete er auch die wachsende Gewalt gegen Polizei- und Rettungskräfte. “Wir schaffen das,“ beendete er seine Rede und fügte mit Nachdruck hinzu: “Wirklich!“

Musikalische Reise durch Pop, Musical und Klassik



Nach der Neujahrsansprache eröffnete Verena Voss den musikalischen Part des Empfangs. Die Leiterin der Musikschule moderierte und feierte zudem an diesem Tag ihren Geburtstag.

Schon zum Auftakt der Veranstaltung begleitete sie am Klavier den Trompeter Kai Diekamp. Sie brachten ein Adagio von Georg Friedrich Händel zu Gehör. Nach der Rede des Bürgermeisters ging es weiter mit dem Allegro Moderato. Es folgte der Chor Chorisma mit verschiedenen Stücken, darunter dem meist gecoverten Song der Popgeschichte, Paul McCartneys “Yesterday“. Bei einigen der Stücken wurde der Chor am Klavier begleitet von Andreas Schwarz.

Einen eindrucksvollen Querschnitt durch das Musical “Oliver Twist“ bot der Musicalchor unter der Leitung von Sandra Schares. Es spielte das Orchester unter der Leitung von Britta Buttgereit und Barbara Kranz. Der Gesangschor Chorisma unterstützte den Auftritt. Die Darbietungen, die die Zuhörer buchstäblich von den Sitzen rissen, hatten ihre Höhepunkte in den Soloeinlagen von Helena Alichmann im Stück “Wer liebt mich“, Jürgen Sultz mit “Überdenke ich meine Lage“ und dem Duett von Helen Schlüter und Pauline Urban mit “Oom-pah-pah“. Die Sänger und Musiker überzeugten nicht nur musikalisch, sondern auch durch eine professionelle Bühnenpräsenz.

Am Ende eines rundum gelungenen Vormittags gab es für alle Mitwirkenden Standing Ovations von einem restlos begeisterten Publikum.
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