Vortrag "Haltern unterm Hakenkreuz": Erinnerung an eine dunkle Zeit

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Ortwin Bickhove-Swiderski hielt einen Vortrag in der Stadtbücherei, in dem er sich mit der Nazizeit beschäftigte. Foto: Ralf Pieper

An eine dunkle Zeit erinnerte Ortwin Bickhove-Swiderski in der Bibliothek: In seinem Vortrag befasste sich der SPD-Ratsherr aus Rorup mit der Nazizeit in Dülmen und Haltern.

„Dülmen und Haltern unterm Hakenkreuz“ war der Titel des Referates von Bickhove-Swiderski, zu dem die Freunde der Stadtbücherei und der Verein für Altertumskunde und Heimatpflege am Sonntag eingeladen hatten. Bickhove-Swiderski hatte die Zeit zwischen 1933 und 1945 bereits bei den Recherchen für sein vor einiger Zeit erschienenem Buch "Dülmen unterm Hakenkreuz" lokalgeschichtlich untersucht.

Fall ist bis heute nicht aufgeklärt

In seinem Vortrag wies der Heimatforscher auf einige noch immer ungeklärte Verbrechen hin, die sich in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft begangen haben. Prominentester Fall sei dabei der Mord an dem Dülmener Reichsbannermann Willi Ricker. Verdächtigt wurde der Halterner SA-Führer Korber. "Dieser Fall ist bis heute nicht aufgeklärt", so Bickhove-Swiderski.

Bei seinen Recherchen will der Heimatkundler aber auch auf bislang unbekannte Fälle von Widerstand gegen das Regime gestoßen sein. So habe etwa ein unpolitischer Polizist inhaftierten Kommunisten in Haltern zur Flucht verholfen.

Erschreckende und tragische Verbrechen, aber auch Geschichten von mutigen Menschen aus dem beiden münsterländischen Gemeinden fanden Einzug in den spannenden Vortrag und zeigten, wie groß das Interesse an dem Thema auch nach rund 70 Jahren noch ist.
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