Weit mehr als nur ein flüchtiger Eindruck

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Eröffnung der Ausstellung „flüchtig“ war ein voller Erfolg

„Sucht den ruhenden Pol
in der Erscheinungen Flucht.“
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 - 1805)

Mit mehr als 80 Gästen war der Festsaal des alten Rathauses in Haltern am See bis zum letzten Platz gefüllt, als Bürgermeistervertreterin Hiltrud Schlierkamp mit ihrer einführenden Rede die Künstler vorstellte und die Vernissage eröffnete.
Im Anschluss folgte eine Lesung von Michael von Ahlen zu einem Gemälde von Markus Jöhring.
Mit einfühlsamen, eigenen Kompositionen servierte das Duo „The Raccoons“, alias Sophia Fortmann und Patrick Wörner musikalische Leckerbissen der ganz besonderen Art und stimmten damit die Gäste professionell und gefühlvoll auf das eher schwerverdauliche Thema der Ausstellung ein.

Was mit Blick auf das politische Weltgeschehen aussieht wie eine Kunstausstellung aus aktuellem Anlass, hat doch das vordergründige Ziel, auf das Dauerthema Flucht auch vor der eigenen Haustür aufmerksam zu machen.
„Wir, die wir das Wort „Flucht“ mit der räumlichen Entfernung von Orten verbinden, in denen willkürlich hingerichtet, gefoltert und inhaftiert wird; erfahren hier, dass auch wir uns viel öfter als vermutet auf der Flucht befinden. Heimatlos werden in einem Land, in dem emotionales Asyl zu erbitten als Schwäche und Versagen abgetan wird. Es sind die vielen kleinen, sich Tag für Tag wiederholenden Geschehnisse, aus denen unser Leben hier in einem der reichsten Länder dieser Erde besteht. Hier sollte man wie im Paradies leben können - sollte man meinen. Dennoch haben wir gleichzeitig eine unverhältnismäßig hohe Quote an psychischen Erkrankungen.“

„Wenn wir uns zugestehen, in unserem eigenen Leben immer wieder
einmal auf der Flucht gewesen zu sein, wenn auch aus weniger
bedrohlichen Situationen heraus, als viele Flüchtlinge aus anderen
Ländern, wenn wir uns also selbst mit unserer eigenen Flucht
auseinandersetzen, dann können wir vielleicht einfacher eine
Verbindung zu den Menschen finden, die auch in Deutschland ein
Ende ihrer Flucht suchen,“ erklärt Markus Jöhring.

Neben ihm stellen Andreas Ruppert, Antje Bücker und Bernd Leistikow ihre Gemälde, Installationen und Videos aus. Die rund 25 Werke sind im Alten Rathaus Haltern am See noch bis zum 10. April 2015 während der allgemeinen Öffnungszeiten zu sehen.

Weitere Termine zur Ausstellung „Flüchtig?“ im Alten Rathaus Haltern am See
Midissage (genaue Termine werden noch bekannt gegeben unter :
https://www.facebook.com/fluechtig.fragezeichen?re...)
mit musikalischer Begleitung, Lesung zum Thema Flucht von Michael van Ahlen, Workshops mit Elementen der Tanz- und Kunsttherapie, Theater und Performance, Vorstellung des Projekts „Come back“, u.a.
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