Annaberg verbindet alte und neue Heimat

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Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, übermittelte den Vertriebenen und Aussiedlern herzliche Grüße von Papst Franziskus. Fotos: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle
 
Rund 1500 Menschen machten sich auf den Weg zur 72. Wallfahrt der Schlesier zum Annaberg in Haltern am See.

1500 Menschen nahmen an der Wallfahrt der Schlesier zum Annaberg teil

Haltern. Sie ist jedes Jahr ein fester Bestandteil zahlreicher Menschen, die ihre Wurzeln in Schlesien haben: die Wallfahrt zum Annaberg in Haltern am See. Gleichzeitig ist sie die größte Wallfahrt zum Gnadenbild der heiligen Anna aus dem 15. Jahrhundert. Traditionell findet die Schlesierwallfahrt am Sonntag vor dem Gedenktag der heiligen Anna (26. Juli) statt.


Zur 72. Wallfahrt machten sich am Sonntag, 23. Juli, wieder rund 1500 Menschen aus nah und fern auf den Weg, um gemeinsam die Eucharistie zu feiern, zu beten und zu singen. Vor allem letzteres taten die Pilger mit Inbrunst, die am Annaberg in Haltern ein neues spirituelles Zuhause für den gleichnamigen Wallfahrtsort in Oberschlesien gefunden haben, in der vollbesetzten Wallfahrtskirche und auf dem Außengelände.
Die heilige Messe zelebrierte der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, der zu Anfang seiner Predigt den Pilgern die herzlichen Grüße von Papst Franziskus übermittelte. Anschließend sprach er über die Geduld Gottes, die christliche Hoffnung und das christliche Zeugnis. Als Christen sollten die Menschen angesichts der vielen Herausforderungen keine Angst haben. „Der Glaube an die verwandelnde Kraft des Heiligen Geistes, den Geist des auferstandenen Jesus Christus, ist imstande, unsere Welt zu verwandeln“, sagte der Apostolische Nuntius. Er rief die Pilger auf, ihre Überlegungen der Fürsprache der Mutter der Kirche, der seligen Jungfrau Maria und ihrer Mutter Anna, anzuvertrauen.

Als Christen sollten die Menschen angesichts der vielen Herausforderungen keine Angst haben

„Auf dass wir treue Jünger Jesu Christi werden, des Menschensohnes, der fortfährt, in uns den guten Samen zu säen; und schließlich Zeugen des Geistes werden, der in uns die Freude über das Evangelium erweckt und Kraft gibt, es zu verkünden, vor allem durch unser persönliches, familiäres und soziales Lebenszeugnis“, endete er in seiner Predigt.
Nach der Segnung der Wallfahrtskerze und dem Segen verlas Andreas Gundrum, NRW-Vorsitzender der Landsmannschaft der Oberschlesier, ein Grußwort des neuen Ministerpräsidenten Armin Laschet. Darin betonte Laschet, dass die Wallfahrt dazu beitrage, dass sich die Schlesier in Nordrhein-Westfalen heimisch fühlten. „Weil der Glaube hilft, sich heimisch zu fühlen.“ Die Annaberg-Wallfahrt sei ein Zeichen für die Verbundenheit von alter und neuer Heimat, und – im Vertrauen auf die Fürsprache der heiligen Anna – auch für Frieden und Versöhnung in Europa und der Welt.
Im Anschluss gedachten die Teilnehmer der Wallfahrt ihrer Heimat an der St.-Anna-Stele. Anschließend nutzten sie die Zeit, sich auszutauschen und ins Gespräch zu kommen. Es schloss sich ein Platzkonzert des Oberschlesischen Blasorchesters Ratingen und Darbietungen der Bergmannsgruppe Recklinghausen, der Trachtengruppe Kassel und der Frauentrachtgruppe Hamm an. Ebenso konnten die Pilger typische schlesische Fleisch- und Backwaren gemeinsam genießen. Die 72. Annabergwallfahrt endete mit einer St.-Anna-Andacht, in der unter anderem für die Seligsprechung des Bischofs Joseph Martin Nathan gebetet wurde, und dem sakramentalen Segen. (pbm/mek)
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