Iraner, Kurden und Afghanen feiern Neujahrsfest

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Alt und Jung hatten Spaß beim Neujahrsfest.
Einen schöneren Zeitpunkt um das neue Jahr zu begrüßen kann es wohl kaum geben. Im Iran und in Afghanistan wird "Nouruz" pünktlich zum Frühlingsanfang am 20. oder 21. März gefeiert.

"Saale nou mubarak - Frohes neues Jahr," begrüßten die Veranstalter des iranischen und afghanischen Neujahrsfestes "Nouruz" am Montagnachmittag ihre Gäste. Zu der Feier hatten ehrenamtliche Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe und iranische und afghanische Geflüchtete in die Räume der Erich-Kästner-Schule geladen. Zu orientalischer Musik gab es traditionelle Köstlichkeiten, die die Flüchtlinge und ihre Gäste selbst zubereitet hatten. Zudem erhielten die Gäste selbstgebastelte Glückwunschkarten zum Fest.

Im Iran und in Afghanistan gehören zum Nouruz landestypische Bräuche, die sich von den westlichen Neujahrsbräuchen zum Teil erheblich unterscheiden. So begeht man das "Haft Sin" (zu deutsch: Sieben "S"), wobei mindestens sieben Gegenstände mit dem Anfangsbuchstaben "S" auf einem eigens dazu festlich geschmückten Tisch oder einem auf dem Boden ausgebreiteten Tuch dekoriert werden. Dazu gehören Essig (Serkeh) als Symbol für Fröhlichkeit, grünes Gras (Sabzeh) für den Neubeginn, Knoblauch (Sir) für den Schutz des Hauses und seiner Bewohner, das Gewürz (Somagh) als Symbol für die Würze des Lebens, der Apfel (Sib) für Gesundheit, Hyazinthe (Sonbol) für Freundschaft, Malz (Samanak) für Segen, und natürlich Süßigkeiten (Schirini-ye sonnati). Oft zieren auch bunt bemalte Ostereier als Symbole für Fruchtbarkeit den Tisch. Bei aller Fremdartigkeit der Bräuche findet man doch einiges wieder, was auch hierzulande bekannt ist. Die bildlichen Bedeutungen kennt man in anderem Zusammenhang auch in unserem Kulturkreis.

Ebenso gehört im Freien der Sprung über ein kleines Lagerfeuer dazu. Eine Mutprobe, die aber niemand versäumen möchte, denn der erfolgreiche Sprung verheißt Glück im neuen Jahr. Beim Neujahrsfest in der Erich-Kästner Schule in Haltern wurde zwar auf diese Bräuche verzichtet, dennoch hatten alle Beteiligten viel Spaß. Etwa 50 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt und verlebten einen kurzweiligen Nachmittag im Café der Kulturen.
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Drs. Pol. (NL) Monika Eskandani aus Essen-Süd | 22.03.2017 | 19:59  
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