Regenunwetter: Land unter in Lippramsdorf

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Das Unwetter am Dienstag führte zu vielen Feuerwehreinsätzen im Kreis Recklinghausen. (Foto: Manfred Kramer.)
 
Am Abend des 07.06.2016 gegen 17:45 Uhr wurde die Einsatzeinheit NRW-RE-04 alarmiert, um die Einsatzkräfte der Feuerwehr Haltern am See, Dorsten sowie die Kräfte des THW Haltern am See und Dülmen zu verpflegen. An der Feuer- und Rettungswache Haltern am See wurde von den 22 Halterner Helfen mit Unterstützung von vier Helfern aus Recklinghausen eine Verpflegungsausgabe eingerichtet. Erstmals ging auch die frisch renovierte Feldküche wieder mit in den Einsatz und bewährte sich direkt. (Foto: Malteser)

Haltern. „So heftige Auswirkungen haben wir wohl noch nie erlebt.“ Das sagt Werner Schulte, Leiter der Rettungswache, am Tag nach dem Regenunwetter, das in erster Linie im Ortsteil Lippramsdorf für heftige Schäden gesorgt hat. „Wir hatten insgesamt 105 Feuerwehrmänner im Einsatz und waren an etwa 80 Stellen beschäftigt“, berichtet Schulte.

Die Heftigkeit der Auswirkungen beschreibt der erfahrene Feuerwehrmann mit diesen Worten: „Wir haben in den vergangenen Jahren natürlich immer wieder mal erlebt, dass das Wasser in den Kellern 30 oder 40 cm hoch stand, jetzt waren am Dienstag aber zahlreiche Keller bis zur Oberkante vollgelaufen. Entsprechend lange hat es dann natürlich auch gedauert, bis die einzelnen Häuser von diesem Wasser befreit waren, wir mussten teilweise eineinhalb Stunden pumpen.“ Ebenso tatkräftig war das Technische Hilfswerk beteiligt.

Die letzten Einsatzkräfte waren gegen 22.30 Uhr wieder eingerückt und konnten sich dann noch mit dem Essen des Malteser Hilfsdienstes stärken, berichtet Schulte. Er begründet, warum er die Sirenen angestellt hat. „Spätestens dann wussten jedes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, dass wir eine richtig ernste Lage hatten.“ Insofern ist er auch sehr gut zufrieden, dass so viele – teils direkt nach ihrem Feierabend – hilfreich gewirkt haben.

Wir mussten also unter Atemschutz löschen,
obwohl schon Wasser im Keller war“


Probleme hatten die Helfer beispielsweise auch deshalb, weil der hohe Wasserstand in den Kellern bis zu den Stromkästen und darüber hinaus angestiegen war. „Deshalb mussten wir in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken die Straßen Inselweg und Heerstraße stromlos machen, um die Sicherheit der Helfer nicht zu gefährden.“ Aufgrund des Wassers hat es in der Burgstraße einen Kellerbrand gegeben, weil die Heizung in Flammen stand. „Wir mussten also unter Atemschutz löschen, obwohl schon Wasser im Keller war“, beschreibt Schulte die nicht alltägliche Situation. Zum Glück konnte das Feuer schnell gelöscht werden, Personen kamen nicht zu Schaden.
Am heutigen Mittwoch (8.6.) waren Mitglieder des Baubetriebshofs, die noch am Dienstagabend die Kanalisation gesäubert und gespült hatten, die Straßen gesäubert, um anschließend die Abwasserkanäle erneut zu spülen. Viele Anwohner der am meisten betroffenen Straßen waren am Mittwoch damit beschäftigt, ihre Keller, Garagen und Gartenhäuser zu leeren. Vieles von den Gegenständen, ob Waschmaschinen, Trockner oder auch Heizungen sind voller Dreck und müssen repariert werden.

Bürgermeister Bodo Klimpel schaute
sich am Vormittag die Situation an


Bürgermeister Bodo Klimpel schaute sich am Vormittag die Situation an und sprach mit einigen der betroffenen Anwohner. Bei allem Ärger und bei der natürlich auftretenden Verbitterung über die teils heftigen Schäden haben die Anwohner zwei Punkte hervorgehoben: „Wir haben erstens festgestellt, dass die Nachbarschaftshilfe bestens funktioniert und bedanken uns außerdem sehr herzlich bei der Feuerwehr, die tolle Hilfe geleistet hat“, sagt ein Ehepaar, bei dem der Keller ausgepumpt werden musste und nun aufgeräumt wird. Im Rahmen der Soforthilfe hat Bürgermeister Bodo Klimpel veranlasst, dass am Donnerstag und Freitag, 9. und 10. Juni, in den betroffenen Straßen der unteren Freiheit der Sperrmüll abgefahren wird.

Wenn auch in der kommenden Woche Bedarf besteht, sollten die Anwohner in der Stadtverwaltung anrufen, um weitere individuelle Abfuhrtermine abzusprechen: Telefon: 02364 933-331 und -332.
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